Warum der Lohn nicht der Verrechnungssatz ist
Ein Mitarbeiter, der 20 Euro brutto in der Stunde verdient, kostet den Betrieb deutlich mehr und kann auch nicht jede Stunde abrechnen. Der Stundenverrechnungssatz verteilt die gesamten Kosten eines Mitarbeiters auf die Stunden, die dem Kunden tatsächlich berechnet werden können. Nur so deckt der Betrieb alle Kosten und verdient etwas.
Der Rechner berücksichtigt dafür den Lohn samt Arbeitgeberanteilen und die anteiligen Gemeinkosten wie Miete, Fahrzeug, Werkzeug und Verwaltung. Dem gegenüber stehen die produktiven Stunden: Von den Anwesenheitsstunden ziehen sich Urlaub, Feiertage und Krankheit ab, bei Handwerkern zusätzlich ein Anteil unproduktiver Zeit für Fahrten, Besorgungen und Büroarbeit.
Auf die so ermittelten Selbstkosten je produktive Stunde schlägt der Rechner den Gewinnzuschlag auf. Das Ergebnis ist der Netto-Verrechnungssatz, mit Umsatzsteuer der Preis, den Kunden zahlen. Vergleichen Sie ihn mit ortsüblichen Sätzen Ihres Gewerks.
Praxis und Grenzen
Die Höhe der Gemeinkosten ist der kritischste Punkt. Rechnen Sie alle Kosten des Betriebs, die nicht direkt einem Auftrag zuzuordnen sind, zusammen und teilen Sie sie auf die produktiven Mitarbeiter auf. Auch Ihre eigene Arbeit als Inhaber sollte mit einem Unternehmerlohn berücksichtigt werden, sonst arbeiten Sie unter Wert.
Verschiedene Mitarbeiter haben unterschiedliche Sätze, etwa Meister, Geselle oder Helfer. Rechnen Sie jeden getrennt und bilden Sie bei Bedarf einen Mischsatz. Material rechnen Sie zusätzlich mit einem Aufschlag ab, ebenso Fahrtkosten. Der Rechner betrachtet nur die Arbeitsstunde.
Der Markt setzt dem Satz Grenzen. Liegt Ihr berechneter Satz deutlich über den Preisen der Konkurrenz, prüfen Sie Gemeinkosten und unproduktive Zeiten. Liegt er darunter, ist die Betriebsführung gefragt. Die Berechnung ersetzt keine Betriebsberatung.
Prüfen Sie den Satz mindestens einmal im Jahr und bei größeren Kostenänderungen, etwa nach Tariferhöhungen oder steigenden Fahrzeugkosten. Viele Betriebe verlieren Geld, weil sie ihre Sätze seit Jahren nicht angepasst haben. Kommunizieren Sie Erhöhungen offen und begründen Sie sie mit den gestiegenen Kosten. Kunden akzeptieren faire Preise, wenn sie nachvollziehbar sind.
Tipps und typische Fehler
Satz belastbar kalkulieren.
- Gemeinkosten: Vollständig erfassen.
- Produktive Stunden: Realistisch schätzen.
- Unternehmerlohn: Einbeziehen.
- Markt: Mit Konkurrenzsätzen vergleichen.
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Häufige Fragen
Was ist der Stundenverrechnungssatz?
Der Preis pro Stunde, den ein Betrieb dem Kunden für Arbeitsleistung berechnet, inklusive aller Kosten und Gewinn.
Warum sind produktive Stunden weniger als Anwesenheitsstunden?
Wegen Urlaub, Krankheit, Feiertagen und unproduktiven Zeiten wie Fahrten und Büroarbeit.
Was gehört zu den Gemeinkosten?
Alle Kosten, die nicht direkt einem Auftrag zugeordnet werden, etwa Miete, Fahrzeuge, Verwaltung.
Was gehört in den Verrechnungssatz?
Lohn, Nebenkosten, Gemeinkosten und ein Gewinnzuschlag.
Wie viele Stunden sind produktiv?
Meist 1.300 bis 1.600 pro Jahr nach Urlaub, Krankheit und unproduktiver Zeit.
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