Mathe & Formeln

Sitzverteilung nach Sainte-Laguë und D’Hondt

Tragen Sie die Stimmen von bis zu sechs Parteien, die Zahl der Sitze und eine Sperrklausel ein. Der Rechner vergleicht die Verteilung nach beiden Verfahren.

Stimmen und Sitze
0 für nicht benötigte Parteien.
0 für keine Sperrklausel.
Ergebnis

Wie werden Stimmen in Sitze umgerechnet?

Bei Verhältniswahlen sollen die Sitze in einem Parlament, Stadtrat oder Gremium möglichst genau den Stimmenanteilen entsprechen. Weil sich Sitze nicht teilen lassen, braucht es ein Rundungsverfahren. Die bekanntesten sind die Höchstzahlverfahren nach Sainte-Laguë/Schepers und nach D’Hondt. Beide teilen die Stimmen jeder Partei durch eine Reihe von Divisoren und vergeben die Sitze nacheinander an die größten Quotienten.

Beim Verfahren nach Sainte-Laguë/Schepers sind die Divisoren 0,5; 1,5; 2,5 und so weiter, was den ungeraden Zahlen 1; 3; 5 entspricht. Es rundet im Ergebnis kaufmännisch und gilt als neutral gegenüber großen und kleinen Parteien. Bei der Bundestagswahl wird es seit 2009 verwendet. D’Hondt teilt durch 1; 2; 3 und so weiter. Das entspricht einem Abrunden und bevorzugt große Parteien leicht.

Der Rechner verteilt die Sitze nach beiden Verfahren, zeigt die Stimmen- und Sitzanteile jeder Partei und nennt die Abweichungen. Parteien, die die Sperrklausel nicht erreichen, erhalten keine Sitze; ihre Stimmen bleiben ohne Sitzwirkung. Bei Gleichstand um den letzten Sitz weist der Rechner darauf hin, denn dann entscheidet in der Praxis das Los.

Ho¨chstzahl=StimmenDivisor; Sainte-Lagu e¨: Divisoren 0,5; 1,5; 2,5; …; D ’ Hondt: Divisoren 1; 2; 3; …; Sitze gehen nacheinander an die gro¨ßten Ho¨chstzahlen\text{Höchstzahl} = \frac{\text{Stimmen}}{\text{Divisor}};\ \text{Sainte-Lagu}\,ë:\ \text{Divisoren}\,0{,}5;\ 1{,}5;\ 2{,}5;\ \ldots;\ D\,’\,\text{Hondt}:\ \text{Divisoren}\,1;\ 2;\ 3;\ \ldots;\ \text{Sitze gehen nacheinander an die größten Höchstzahlen}

Beispiel: 100.000 Stimmen, 20 Sitze, Sperrklausel 5 Prozent: Partei A 41.000, B 29.000, C 14.000, D 8.000, E 5.500 und F 2.500 Stimmen. F scheitert mit 2,5 Prozent an der Sperrklausel. Nach Sainte-Laguë erhalten A 8, B 6, C 3, D 2 und E 1 Sitz. Nach D’Hondt erhält A einen Sitz mehr, D einen weniger: A 9, B 6, C 3, D 1, E 1. Bei D’Hondt hat A mit 41 Prozent der Stimmen also 45 Prozent der Sitze.

Verfahren im Vergleich

Ein anschaulicher Weg zum Ergebnis von Sainte-Laguë ist das Divisorverfahren: Man sucht eine Zahl, durch die man alle Stimmen teilt, sodass die gerundeten Ergebnisse zusammen genau die Zahl der Sitze ergeben. Im Beispiel funktioniert der Divisor 4.875; die Quotienten 8,41; 5,95; 2,87; 1,64 und 1,13 ergeben gerundet 8, 6, 3, 2 und 1 Sitze. Bei D’Hondt wird dagegen abgerundet, und der Divisor muss entsprechend kleiner sein.

Die Bevorzugung großer Parteien bei D’Hondt ist bei wenigen Sitzen besonders deutlich. In kleinen Gremien wie Ausschüssen oder Gemeinderäten kann sie den Ausschlag geben, ob eine kleine Fraktion überhaupt vertreten ist. Deshalb wurden in Deutschland viele Wahlgesetze auf Sainte-Laguë/Schepers oder das Verfahren nach Hare/Niemeyer umgestellt. D’Hondt wird in anderen Ländern weiterhin verbreitet eingesetzt.

Echte Wahlgesetze enthalten oft zusätzliche Regeln, etwa Grundmandatsklauseln, Ausnahmen für Parteien nationaler Minderheiten, die Verrechnung von Direktmandaten oder die Verteilung auf Landeslisten. Diese Regeln bildet der Rechner nicht ab. Er eignet sich zum Verständnis der Verfahren, für Vereins- und Gremienwahlen sowie zum Nachrechnen einfacher Sitzzuteilungen.

Prozentanteile und Unterschiede berechnet der Prozentrechner, Veränderungen von Wahlergebnissen in Prozentpunkten der Prozentpunkte-Rechner. Für verbindliche Ergebnisse von Wahlen gilt allein die Feststellung durch den zuständigen Wahlausschuss nach dem jeweiligen Wahlgesetz.

Tipps und typische Fehler

Sitze verteilen.

  • Verfahren: Satzung prüfen.
  • Sperrklausel: Vorher anwenden.
  • Gleichstand: Los entscheidet.
  • Vergleich: Beide rechnen.

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Häufige Fragen

Welches Verfahren nutzt der Bundestag?

Seit der Bundestagswahl 2009 das Verfahren nach Sainte-Laguë/Schepers.

Warum bevorzugt D’Hondt große Parteien?

Weil die Divisoren 1; 2; 3 einem Abrunden entsprechen, wovon Parteien mit vielen Stimmen relativ profitieren.

Was passiert mit Stimmen unter der Sperrklausel?

Sie werden bei der Sitzverteilung nicht berücksichtigt und bleiben ohne Sitzwirkung.

Was ist das Verfahren nach Hare/Niemeyer?

Ein Quotenverfahren, das Sitze nach Bruchteilen und größten Resten verteilt.

Gibt es bei Sainte-Laguë eine Sperrklausel?

Nein, das Verfahren selbst nicht; sie wird im Wahlgesetz zusätzlich festgelegt.

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