Wie viel Seitenwind steht auf der Piste?
Vor jedem Start und jeder Landung prüfen Pilotinnen und Piloten, wie der gemeldete Wind zur Piste steht. Entscheidend ist nicht die Windgeschwindigkeit allein, sondern ihr Anteil quer zur Piste. Dieser Seitenwind muss beim Abheben und Aufsetzen ausgesteuert werden, und jedes Luftfahrzeug hat eine im Flughandbuch nachgewiesene Seitenwindkomponente.
Der Rechner zerlegt den Wind mit einfacher Trigonometrie in zwei Anteile. Der Seitenwind ist die Windgeschwindigkeit mal dem Sinus des Winkels zwischen Wind und Piste, der Gegenwind die Windgeschwindigkeit mal dem Kosinus. Kommt der Wind von hinten, wird der Kosinus negativ und der Rechner zeigt eine Rückenwindkomponente.
Bei Wind aus 300 Grad mit 15 Knoten auf Piste 25 beträgt der Winkel 50 Grad. Daraus ergeben sich 11,5 Knoten Seitenwind von rechts und 9,6 Knoten Gegenwind. In Böen mit 25 Knoten steigt der Seitenwind auf 19,2 Knoten und überschreitet damit die nachgewiesenen 15 Knoten vieler Schulflugzeuge.
Seitenwind in der Praxis einschätzen
Eine bekannte Faustregel für den Kopf nutzt die Uhr: Bei 15 Grad Winkel wirkt etwa ein Viertel, bei 30 Grad die Hälfte, bei 45 Grad drei Viertel und ab 60 Grad nahezu der gesamte Wind als Seitenwind. Der Rechner liefert den exakten Wert, die Faustregel hilft beim schnellen Abschätzen im Cockpit.
Achten Sie auf den Bezug der Richtungen. METAR und TAF geben den Wind rechtweisend an, die Pistenrichtung ist dagegen missweisend. ATIS und Tower nennen den Wind missweisend, passend zur Piste. Bei der in Deutschland geringen Ortsmissweisung ist der Unterschied klein, in anderen Regionen kann er deutlich ins Gewicht fallen.
Die nachgewiesene Seitenwindkomponente ist der Wert, den der Hersteller bei der Zulassung erflogen hat. Sie ist nicht in jedem Fall ein Grenzwert, aber eine wichtige Orientierung. Viele Vereine und Flugschulen legen eigene, niedrigere Grenzen für Schüler und wenig geübte Piloten fest. Böen verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil sie plötzlich auftreten.
Der Rechner ersetzt weder Flughandbuch noch Einweisung. Für die Navigation im Reiseflug zeigt der Windkorrekturwinkel-Rechner, wie stark Sie vorhalten müssen. Einheiten wandeln Sie mit dem Geschwindigkeits-Umrechner um, die Winkelfunktionen erklärt der Trigonometrie-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Sicher landen.
- Böen: Mitrechnen.
- Bezug: Missweisend prüfen.
- Handbuch: Grenzwerte beachten.
- Persönlich: Eigene Grenze setzen.
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Häufige Fragen
Wie berechne ich den Seitenwind?
Windgeschwindigkeit mal Sinus des Winkels zwischen Windrichtung und Pistenrichtung.
Woher weiß ich, ob der Wind von links oder rechts kommt?
Liegt die Windrichtung im Uhrzeigersinn rechts von der Pistenrichtung, kommt er von rechts.
Muss ich Böen berücksichtigen?
Ja, der Seitenwind in Böen ist für die Landung oft der maßgebliche Wert.
Was ist die Uhr-Faustregel?
15° ein Viertel, 30° die Hälfte, 45° drei Viertel, ab 60° voller Wind als Seitenwind.
Was gilt bei Rückenwind?
Rückenwind verlängert Start- und Landestrecke erheblich; das Flughandbuch nennt Korrekturen.
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