Warum der Reifendruck im Winter sinkt
Die Luft im Reifen verhält sich näherungsweise wie ein ideales Gas in einem festen Volumen. Kühlt sie ab, sinkt der Druck im gleichen Verhältnis wie die absolute Temperatur in Kelvin. Dieser Zusammenhang heißt Gesetz von Gay-Lussac. Wichtig ist, mit dem absoluten Druck zu rechnen, also dem Wert am Manometer plus dem Luftdruck der Umgebung.
Wer im Herbst in der beheizten Tiefgarage bei 20 Grad auf 2,5 bar füllt, hat bei minus 5 Grad draußen nur noch rund 2,2 bar im Reifen. Das sind 0,3 bar weniger, ohne dass Luft entwichen ist. Die bekannte Faustregel von etwa 0,1 bar je 10 Grad Temperaturunterschied bestätigt sich damit.
Der Rechner zeigt außerdem, mit welchem Druck Sie in der warmen Halle befüllen müssten, damit draußen der Solldruck anliegt. Dieser Korrekturwert ist hilfreich, wenn Sie nur an einer Hallentankstelle oder zu Hause in der Garage prüfen können.
p₂ = (p₁ + p_L) × (t₂ + 273,15) ÷ (t₁ + 273,15) − p_L; Fülldruck für Soll draußen = (p_Soll + p_L) × (t₁ + 273,15) ÷ (t₂ + 273,15) − p_L
Richtig prüfen und befüllen
Die Angaben im Tankdeckel oder in der Türsäule gelten für kalte Reifen, also für Reifen, die nicht gefahren wurden und Umgebungstemperatur haben. Nach einer längeren Fahrt sind die Reifen warm und der Druck liegt höher. Lassen Sie in diesem Fall keine Luft ab, denn nach dem Abkühlen wäre der Druck zu niedrig.
Prüfen Sie den Druck am besten draußen vor der ersten Fahrt des Tages. Ist das nicht möglich, hilft der Korrekturwert aus diesem Rechner. Viele Fahrzeughersteller und Reifenfachleute empfehlen im Winter ohnehin, etwa 0,2 bar über dem Sollwert zu fahren, sofern die Betriebsanleitung nichts anderes vorschreibt. Maßgeblich bleiben die Angaben des Herstellers.
Zu niedriger Reifendruck erhöht Rollwiderstand, Verbrauch und Reifenverschleiß und verlängert den Bremsweg. Bei Fahrzeugen mit Reifendruckkontrollsystem kann ein Kälteeinbruch über Nacht eine Warnung auslösen, obwohl kein Reifen beschädigt ist. Nach dem Nachfüllen muss ein indirekt messendes System oft neu angelernt werden.
Die Rechnung nimmt ein gleichbleibendes Reifenvolumen an. In der Praxis dehnt sich der Reifen bei höherem Druck minimal, was das Ergebnis nur geringfügig verändert. Für Fahrradreifen gilt das gleiche Prinzip; dort lohnt sich bei Touren im Gebirge zusätzlich der Blick auf den geringeren Luftdruck in der Höhe.
Tipps und typische Fehler
Druck richtig halten.
- Kalt prüfen: Vor der Fahrt.
- Winter: Etwas Zuschlag.
- Warm: Keine Luft ablassen.
- RDKS: Neu anlernen.
Mehr zum Thema Reifen, Felgen und Wartung
Häufige Fragen
Wie viel Reifendruck verliert man pro 10 Grad?
Bei Pkw-Reifen etwa 0,1 bar je 10 Grad Temperaturunterschied.
Sollte man warme Reifen nachfüllen?
Nein, Sollwerte gelten für kalte Reifen. Warme Reifen zeigen einen höheren Druck.
Warum rechnet man mit absolutem Druck?
Das Gasgesetz gilt für den absoluten Druck, also Manometerwert plus Luftdruck.
Steigt der Reifendruck während der Fahrt?
Ja, warme Reifen zeigen oft 0,2 bis 0,3 bar mehr als kalte.
Wann soll ich im Winter den Reifendruck prüfen?
Nach einem Kälteeinbruch und mindestens alle zwei Wochen, bei kalten Reifen.
- Reifendruck Temperatur
- Reifendruck Winter Kälte
- Reifendruck warm kalt
- Reifendruck pro Grad
- Reifendruck Garage prüfen
- Reifendruck Gay-Lussac
Rechtlicher Hinweis: Die Werte sind Richtwerte. Maßgeblich sind Ihre Fahrzeugpapiere, Verträge und die Angaben der Hersteller und Behörden.
Alle Berechnungen erfolgen direkt in Ihrem Browser, Ihre Eingaben werden nicht übertragen oder gespeichert. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte ohne Gewähr und ersetzen keine steuerliche, rechtliche oder finanzielle Beratung. Die Erklärtexte auf dieser Seite wurden mit KI erstellt. Letzte inhaltliche Änderung dieser Seite: . Mehr dazu: So entstehen und prüfen wir die Rechner.