Was die Klasse auf dem Reifenlabel bedeutet
Seit 2021 tragen neue Pkw-Reifen in der EU das Label nach Verordnung (EU) 2020/740. Neben Nasshaftung und Rollgeräusch zeigt es die Kraftstoffeffizienz in den Klassen A bis E. Grundlage ist der Rollwiderstandskoeffizient, gemessen in Newton je Kilonewton Radlast. Klasse A steht für höchstens 6,5 N/kN, Klasse E für 10,6 N/kN und mehr.
Der Rollwiderstand ist die Kraft, die der Reifen beim Abrollen bremst. Sie wächst mit dem Gewicht des Autos und ist anders als der Luftwiderstand fast unabhängig vom Tempo. Im Stadt- und Landstraßenverkehr macht er einen spürbaren Teil des Verbrauchs aus. Ein Reifen mit niedrigerem Koeffizienten spart deshalb bei jedem Kilometer etwas Energie.
Der Rechner setzt für jede Klasse einen typischen Koeffizienten ein, berechnet daraus den Unterschied der Rollwiderstandskraft und die Mehrarbeit auf 100 Kilometern. Geteilt durch den Wirkungsgrad des Antriebs und den Energiegehalt des Kraftstoffs ergibt sich der Unterschied im Verbrauch.
Einordnung und andere Einflüsse
Die Klassengrenzen sind breit, ein Reifen der Klasse C kann am oberen oder unteren Ende liegen. Die Werte im Rechner sind deshalb Mittelwerte und ergeben eine Schätzung. Auch der Wirkungsgrad des Antriebs schwankt mit Last und Drehzahl; ein niedrigerer Wert führt zu einer höheren Ersparnis, ein höherer zu einer kleineren. Verändern Sie ihn, um eine Bandbreite zu sehen.
Oft wirken andere Faktoren stärker als die Labelklasse. Zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand deutlich; schon 0,5 bar unter dem Sollwert können ähnlich viel ausmachen wie eine Labelklasse. Auch Reifenbreite, Profiltiefe und Winterreifen beeinflussen den Verbrauch. Prüfen Sie den Druck deshalb regelmäßig, am besten an der Tankstelle bei kalten Reifen.
Effizienz ist nicht alles. Die Nasshaftung, ebenfalls in den Klassen A bis E angegeben, bestimmt den Bremsweg auf nasser Straße. Ein sparsamer Reifen mit schwacher Nasshaftung ist kein guter Tausch. Unabhängige Reifentests von Automobilclubs bewerten zusätzlich Trockenbremsung, Verschleiß und Fahrverhalten.
Bei Elektroautos wirkt der Rollwiderstand noch stärker auf die Reichweite, weil der Antrieb sonst sehr effizient arbeitet. Den eigenen Verbrauch ermitteln Sie mit dem Verbrauchsrechner, die Kosten einer Fahrt mit dem Spritkosten-Rechner. Ob die Reifen noch genug Profil haben, zeigt der Reifenprofil-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Sparsam rollen.
- Luftdruck: Monatlich prüfen.
- Nasshaftung: Mitbewerten.
- Tests: Ergänzend lesen.
- Breite: Nicht übertreiben.
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Häufige Fragen
Wie viel spart ein Reifen der Klasse A?
Gegenüber Klasse D bei einem Mittelklasseauto grob 0,5 bis 0,7 Liter je 100 km, je nach Annahmen.
Welche Klassen gibt es auf dem Reifenlabel?
Seit 2021 die Klassen A bis E für Kraftstoffeffizienz und Nasshaftung.
Ist der Reifendruck wichtiger als die Klasse?
Oft ja, zu wenig Luft erhöht den Rollwiderstand stark.
Wo finde ich das Reifenlabel?
Auf dem Aufkleber am Reifen, im Angebot des Händlers und in der EU-Datenbank EPREL.
Gilt das Label auch für Winterreifen?
Ja, mit zusätzlichem Symbol für Schnee- und Eisgriff.
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Rechtlicher Hinweis: Die Werte sind Richtwerte. Maßgeblich sind Ihre Fahrzeugpapiere, Verträge und die Angaben der Hersteller und Behörden.
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