Der richtige Luftdruck
Der Luftdruck im Reifen beeinflusst Rollwiderstand, Komfort, Grip und Pannenschutz. Zu wenig Druck führt zu Durchschlägen, bei denen der Schlauch an der Felge eingeklemmt wird, und lässt den Reifen schwammig wirken. Zu viel Druck macht das Rad unruhig und verschlechtert auf rauem Asphalt sogar den Rollwiderstand, weil der Reifen Unebenheiten nicht mehr schluckt.
Der passende Druck hängt vor allem von zwei Größen ab: der Last auf jedem Rad und der Breite des Reifens. Breite Reifen haben mehr Luftvolumen und kommen mit deutlich weniger Druck aus. Weil auf dem Hinterrad mehr Gewicht lastet, sollte es etwas mehr Druck bekommen als das Vorderrad.
Der Rechner teilt das Systemgewicht auf beide Räder auf und berechnet daraus mit einer Faustformel einen Richtwert. Sie orientiert sich an der bekannten Regel, dass ein Reifen unter Last um etwa 15 Prozent seiner Höhe einfedern soll. Bei Tubeless-Reifen wird zehn Prozent weniger angesetzt.
Richtwerte anpassen
Verstehen Sie das Ergebnis als Startpunkt. Fahren Sie eine bekannte Runde und passen Sie den Druck in Schritten von etwa 0,2 bar an. Fühlt sich das Rad hart und unruhig an, lassen Sie etwas Luft ab; wird es in Kurven schwammig oder schlägt der Reifen durch, pumpen Sie nach. Auf Schotter und nassen Straßen fahren viele Radfahrer bewusst etwas weniger Druck.
Beachten Sie immer die Angaben auf Reifen und Felge. Auf der Reifenflanke stehen ein Mindest- und ein Höchstdruck. Hakenlose Felgen, sogenannte Hookless-Felgen, sind meist nur bis 5 bar zugelassen, und nicht jeder Reifen darf darauf montiert werden. Die niedrigere Grenze von Reifen und Felge gilt.
Prüfen Sie den Druck regelmäßig mit einer Standpumpe mit Manometer. Fahrradschläuche verlieren im Lauf von ein bis zwei Wochen spürbar Luft, Latexschläuche schneller. Das Daumengefühl täuscht: Ein Reifen mit 3 bar fühlt sich kaum anders an als einer mit 5 bar.
Die Faustformel ist eine Näherung für Straße und befestigte Wege. Für Mountainbikes im Gelände, Lastenräder und E-Bikes mit schwerem Akku gelten oft eigene Empfehlungen der Hersteller. Die Übersetzung berechnet der Fahrrad-Übersetzung-Rechner, die passende Rahmengröße der Fahrradrahmen-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Druck richtig einstellen.
- Manometer: Statt Daumen.
- Hinten: Etwas mehr.
- Grenzen: Reifenflanke beachten.
- Feinjustieren: In 0,2-bar-Schritten.
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Häufige Fragen
Wie viel bar gehören auf einen 28-mm-Reifen?
Für 85 kg Systemgewicht etwa 4 bis 5 bar, hinten etwas mehr als vorne.
Warum hinten mehr Druck?
Auf dem Hinterrad liegt der größere Teil des Gewichts.
Wie rechne ich psi in bar um?
psi geteilt durch 14,5 ergibt bar.
Wie oft sollte ich den Reifendruck prüfen?
Am Rennrad vor jeder längeren Fahrt, sonst etwa alle ein bis zwei Wochen.
Fahre ich mit weniger Druck langsamer?
Nicht unbedingt; auf rauem Asphalt rollt ein etwas weicherer Reifen oft sogar besser.
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