Warum Ratenzahlung bei Versicherungen kostet
Viele Versicherer kalkulieren ihre Beiträge für eine Zahlung im Voraus für das ganze Jahr. Wer lieber halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich zahlt, bekommt einen Ratenzuschlag. Im Gegenzug behalten Sie das Geld einige Monate länger. Das ähnelt einem kleinen Kredit, den die Versicherung Ihnen gewährt.
Weil der Zuschlag als Prozentsatz des Jahresbeitrags angegeben wird, wirkt er harmlos. Tatsächlich leihen Sie sich im Schnitt aber nur etwa den halben Jahresbeitrag für ein halbes Jahr. Bezogen auf diesen Betrag und diese Dauer ist der Zuschlag ein hoher Zins. Der Rechner macht das sichtbar, indem er den effektiven Jahreszins bestimmt.
Dazu vergleicht er die Zahlung des Jahresbeitrags am Jahresanfang mit den Raten, die jeweils zu Beginn eines Monats, Quartals oder Halbjahres fällig sind. Gesucht ist der Zins, bei dem beide Zahlungsströme den gleichen Barwert haben. Das ist dieselbe Methode, die auch beim Effektivzins von Krediten angewendet wird.
So nutzen Sie das Ergebnis
Ein Effektivzins über dem Zins Ihres Tagesgeldkontos bedeutet, dass sich die jährliche Zahlung lohnt, sofern Sie den Betrag ohne Probleme aufbringen können. Selbst bei teurem Dispokredit kann die Ratenzahlung jedoch die bessere Wahl sein, wenn das Geld sonst fehlt. Vergleichen Sie also mit dem Zins, den Sie tatsächlich bekommen oder zahlen würden.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gelten Ratenzuschläge bei Versicherungen nicht als Kredit. Versicherer müssen deshalb keinen effektiven Jahreszins angeben, und der Zuschlag ist nicht immer leicht zu finden. Ein Blick auf den Versicherungsschein zeigt meist Beiträge für verschiedene Zahlweisen; die Differenz ergibt den Zuschlag.
Manche Versicherer verlangen gar keinen Zuschlag, andere nur bei bestimmten Sparten. Bei Kfz-, Hausrat- oder Haftpflichtverträgen lohnt sich die Nachfrage, ob eine Umstellung auf jährliche Zahlung möglich ist. Oft geht das zur nächsten Hauptfälligkeit mit einem kurzen Schreiben.
Um die jährliche Zahlung stemmen zu können, hilft eine Rücklage: Legen Sie jeden Monat ein Zwölftel aller Jahresbeiträge auf ein Unterkonto. So zahlen Sie keinen Zuschlag und erhalten auf das geparkte Geld sogar Zinsen. Einen Überblick über alle laufenden Verträge gibt der Rechner für Versicherungskosten. Das Ergebnis ist keine Versicherungsberatung.
Tipps und typische Fehler
Zuschlag sparen.
- Jährlich: Wenn möglich zahlen.
- Rücklage: Monatlich ansparen.
- Wechsel: Zur Hauptfälligkeit.
- Vergleich: Mit Tagesgeld.
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Häufige Fragen
Ist ein Ratenzuschlag rechtlich zulässig?
Ja, Versicherer dürfen für unterjährige Zahlung einen Zuschlag verlangen, wenn er vertraglich vereinbart ist.
Warum ist der Effektivzins so hoch?
Weil sich der Zuschlag auf den ganzen Jahresbeitrag bezieht, Sie das Geld im Mittel aber nur für kurze Zeit behalten.
Kann ich die Zahlweise wechseln?
In der Regel zur nächsten Hauptfälligkeit; fragen Sie beim Versicherer nach.
Wo finde ich den Ratenzuschlag?
Im Versicherungsschein oder im Angebot, oft als Beitrag je Zahlweise oder als Prozentsatz.
Gibt es Versicherungen ohne Ratenzuschlag?
Ja, manche Tarife verlangen für monatliche Zahlung keinen Aufpreis.
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