Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.
Vom Lebendgewicht zum Wildbret
Bei der Jagd tauchen drei Gewichte auf, die leicht verwechselt werden. Das Lebendgewicht ist das Gewicht des ganzen Stücks. Aufgebrochen heißt: ohne Gescheide und Organe, aber noch mit Haupt, Läufen und Decke beziehungsweise Schwarte. So wird Wild in der Regel gewogen, in Streckenlisten eingetragen und an den Wildhandel verkauft. Das Wildbret schließlich ist das verwertbare Fleisch nach dem Zerwirken.
Zwischen den Gewichten liegen recht stabile Verhältnisse. Beim Aufbrechen gehen je nach Wildart etwa ein Fünftel bis ein Viertel des Lebendgewichts verloren. Vom aufgebrochenen Stück bleibt nach dem Abschwarten oder Aus-der-Decke-Schlagen, dem Abtrennen von Haupt und Läufen und dem Auslösen der Knochen etwa die Hälfte als Fleisch übrig.
Der Rechner nutzt dafür Mittelwerte je Wildart. Sie geben ein Gewicht ein, das Sie kennen, und erhalten die beiden anderen. Wer selbst wiegt, kann eigene Faktoren eintragen; sie ersetzen dann die Tabellenwerte. So lassen sich Kühlraum, Verpackung und Abnehmer realistischer planen.
Gewichte richtig einordnen
Die Faktoren sind Erfahrungswerte aus der Jagdpraxis und keine Normwerte. Sie schwanken mit Alter, Geschlecht, Kondition und Jahreszeit. Ein feister Hirsch im Spätsommer liefert mehr Wildbret je Kilogramm als ein abgekommener Hirsch nach der Brunft. Bei Frischlingen und Kitzen ist der Anteil von Knochen, Haupt und Läufen höher, die Ausbeute damit geringer.
Auch der Schuss spielt eine Rolle. Ein Kammerschuss beschädigt wenig Wildbret, ein Treffer auf Keule oder Blatt kann mehrere Kilogramm unbrauchbar machen. Hämatome und Knochensplitter werden großzügig ausgeschnitten. Für die eigene Kalkulation lohnt es, einige Stücke vom Aufbrechen bis zum vakuumierten Fleisch durchzuwiegen.
Wer Wild an den Wildhändler abgibt, rechnet fast immer mit dem aufgebrochenen Gewicht in der Decke. Die Preise sind seit einigen Jahren niedrig und schwanken stark; tragen Sie deshalb den aktuellen Preis Ihres Abnehmers ein. Bei der Direktvermarktung an Endkunden gelten die Regeln zur Lebensmittelhygiene, zur Trichinenuntersuchung bei Schwarzwild und gegebenenfalls zur Untersuchung auf radioaktives Cäsium in belasteten Regionen.
Für die Küche ist das Wildbret ohne Knochen die entscheidende Größe. Als grober Anhalt reichen 150 bis 200 Gramm Fleisch pro Person für ein Hauptgericht. Den Zuwachs eines Rehwildbestands und den passenden Abschuss berechnet der Rehwild-Zuwachs-Rechner, für lange Schmorgerichte hilft der Low-and-slow-Garzeit-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Wildbret kalkulieren.
- Wiegen: Eigene Faktoren.
- Kühlen: Schnell herunterkühlen.
- Trichinen: Bei Schwarzwild.
- Preis: Aktuell erfragen.
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Häufige Fragen
Was bedeutet aufgebrochen?
Ohne Gescheide und Organe, aber noch mit Haupt, Läufen und Decke oder Schwarte.
Wie viel Fleisch hat ein Reh?
Bei 15 kg aufgebrochen etwa 7 bis 8 kg Wildbret ohne Knochen.
Kann ich eigene Faktoren nutzen?
Ja, eigene Werte ersetzen die Tabellenwerte der Wildart.
Wie viel wiegt ein Reh lebend?
Ein erwachsenes Reh wiegt meist 18 bis 25 kg lebend, aufgebrochen etwa 14 bis 20 kg.
Wie lange sollte Wild abhängen?
Je nach Wildart und Temperatur einige Tage bei 1 bis 7 Grad in der Kühlzelle.
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