Wie viel Holz steht im Bestand?
Der Holzvorrat beschreibt, wie viel Holzvolumen in einem Waldbestand steht. Gemessen wird er in Vorratsfestmetern, also Kubikmetern Derbholz mit Rinde. Für eine schnelle Schätzung reichen vier Angaben: wie viele Bäume je Hektar stehen, wie dick sie im Mittel sind, wie hoch sie sind und welche Form ihr Stamm hat.
Der Durchmesser wird in Brusthöhe gemessen, also 1,30 Meter über dem Boden. Aus ihm ergibt sich die Kreisfläche des Stamms. Mit der Höhe multipliziert entstünde ein Zylinder, doch ein Baum verjüngt sich nach oben. Die Formzahl korrigiert das: Bei 0,5 hat der Stamm die Hälfte des Volumens eines gleich hohen Zylinders.
Aus dem Volumen je Baum und der Stammzahl ergibt sich der Vorrat je Hektar, multipliziert mit der Fläche der Vorrat des Bestands. Zusätzlich zeigt der Rechner die Grundfläche je Hektar, eine wichtige Kennzahl für die Dichte des Bestands, und schätzt mit einem Abzug für Rinde und Ernteverluste die nutzbaren Erntefestmeter.
Messen, schätzen und einordnen
Für eine brauchbare Schätzung messen Sie auf mehreren Probekreisen den BHD aller Bäume und zählen sie. Aus der Fläche der Probekreise rechnen Sie die Stammzahl auf einen Hektar hoch. Die Höhe einiger Mittelstämme lässt sich mit einem Höhenmesser, einer App oder der Försterdreieck-Methode bestimmen.
Weil das Volumen mit dem Quadrat des Durchmessers wächst, haben dicke Bäume großen Einfluss. Ein Mittelwert der Durchmesser unterschätzt den Vorrat deshalb leicht. Genauer ist der Durchmesser des Grundflächenmittelstamms. Bei gemischten oder sehr ungleichen Beständen rechnen Sie am besten getrennt nach Baumart oder Stärkeklasse und addieren die Ergebnisse.
Zum Vergleich: Der durchschnittliche Holzvorrat im deutschen Wald liegt in der Größenordnung von 300 bis 400 Vorratsfestmetern je Hektar, ältere Fichten- und Tannenbestände erreichen deutlich mehr. Junge Bestände haben viele dünne Bäume und wenig Vorrat. Ertragstafeln und Forsteinrichtung liefern verlässlichere Werte als diese Schätzung.
Für den Verkauf zählt nicht der Vorrat, sondern das tatsächlich geerntete Holz nach Sortimenten. Was das Holz bringen kann, schätzt der Holzerlös-Rechner, Raummeter und Schüttraummeter rechnet der Festmeter-Rechner um, die Höhe einzelner Bäume bestimmt der Baumhöhe-Rechner. Für Bewirtschaftungsentscheidungen lohnt die Beratung durch eine Forstfachkraft.
Tipps und typische Fehler
Wald richtig einschätzen.
- Probekreise: Mehrere messen.
- BHD: In 1,30 m.
- Baumarten: Getrennt rechnen.
- Förster: Für Entscheidungen.
Weitere Rechner: Landwirtschaft
Häufige Fragen
Was ist ein Vorratsfestmeter?
Ein Kubikmeter stehendes Derbholz mit Rinde, gemessen am lebenden Baum.
Was ist die Formzahl?
Das Verhältnis des Stammvolumens zu einem Zylinder mit gleichem Durchmesser und gleicher Höhe.
Wie messe ich den BHD?
Mit Kluppe oder Umfangmaßband in 1,30 m Höhe; Umfang durch π teilen ergibt den Durchmesser.
Was ist die Grundfläche eines Bestands?
Die Summe der Stammquerschnitte in Brusthöhe je Hektar, ein Maß für die Bestandesdichte.
Was sind Erntefestmeter?
Das geerntete Holzvolumen ohne Rinde nach Abzug von Ernteverlusten.
- Holzvorrat berechnen
- Vorratsfestmeter berechnen
- Holzvorrat Hektar
- Waldbestand Festmeter
- Holzvolumen Wald schätzen
- Formzahl BHD Höhe
Rechtlicher Hinweis: Die Ergebnisse sind Richtwerte für die Planung. Düngeverordnung, Förder- und Tierhaltungsrecht, Wasserrecht und regionale Vorgaben haben Vorrang; verbindliche Berechnungen und Anträge erstellen Sie mit den amtlichen Verfahren und Ihrer Beratung.
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