Wie viele GV hat mein Betrieb?
Die Großvieheinheit, kurz GV, macht unterschiedliche Tierarten vergleichbar. Eine GV entspricht rund 500 Kilogramm Lebendgewicht, also einer ausgewachsenen Milchkuh. Ein Mastschwein hat etwa 0,15 GV, ein Schaf 0,1 und eine Legehenne 0,004. So lässt sich die Tierhaltung eines Betriebs in einer Zahl ausdrücken.
Der Rechner addiert die Großvieheinheiten Ihrer Tierbestände und teilt sie durch die Fläche. Bei 126 GV auf 50 Hektar liegt die Besatzdichte bei 2,5 GV je Hektar. Die Einordnung zeigt, ob der Betrieb eher extensiv, intensiv oder sehr hoch besetzt ist.
Die Besatzdichte ist ein zentraler Wert für Förderung, Düngerecht und Genehmigung. Sie entscheidet über die Flächenbindung der Tierhaltung und damit darüber, ob die Gülle auf der eigenen Fläche ausgebracht werden kann.
Bedeutung der Besatzdichte
Für ökologisch wirtschaftende Betriebe ist die Obergrenze auf 170 Kilogramm Stickstoff aus Wirtschaftsdünger je Hektar und Jahr begrenzt, was etwa 2 GV je Hektar entspricht. Ähnliche Regeln gelten nach der Düngeverordnung für alle Betriebe. Bei höheren Werten müssen Wirtschaftsdünger an andere Betriebe abgegeben oder in Anlagen verwertet werden.
Die Umrechnungsschlüssel unterscheiden sich je nach Zweck. Der Agrarbericht, die Förderung, das Bau- und das Immissionsschutzrecht verwenden eigene Faktoren, die Jungrinder, Sauen und Geflügel unterschiedlich gewichten. Dieser Rechner nutzt vereinfachte Mittelwerte und eignet sich für die erste Einschätzung, nicht für Anträge.
Eine niedrige Besatzdichte spricht nicht automatisch für gute Wirtschaftlichkeit, eine hohe nicht für schlechte. Entscheidend ist, ob Futtergrundlage, Flächen, Stallplätze und Arbeitskräfte zusammenpassen. Die Futterversorgung berechnet der Silagebedarf-Rechner, die Weidefläche der Weideflächen-Rechner.
Für Pferde, Ziegen, Puten, Enten und andere Tiere gelten weitere Faktoren, die hier nicht enthalten sind. Rechnen Sie in diesen Fällen mit den Faktoren Ihrer zuständigen Behörde.
Für die betriebliche Planung lohnt der Vergleich über mehrere Jahre: Verändern Sie Tierzahlen oder Fläche, sehen Sie direkt, wie sich die Besatzdichte entwickelt und ob Wirtschaftsdünger abgegeben werden muss. Für Anträge und Genehmigungen gelten stets die amtlichen Umrechnungsschlüssel Ihres Bundeslandes.
Tipps und typische Fehler
Besatz im Blick.
- Schlüssel: Je Zweck verschieden.
- Düngerecht: Obergrenzen.
- Flächenbindung: Prüfen.
- Antrag: Amtliche Faktoren.
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Häufige Fragen
Was ist eine Großvieheinheit?
Eine Einheit von 500 kg Lebendgewicht, entspricht einer Milchkuh.
Welche Besatzdichte ist üblich?
Oft 1 bis 2 GV je Hektar bei flächengebundener Haltung.
Gelten die Faktoren überall?
Nein, Förderung und Recht nutzen eigene Schlüssel.
Wie viele GV hat ein Schaf?
Ein Schaf zählt etwa 0,1 GV.
Wofür braucht man die Besatzdichte?
Für Düngerecht, Förderung und Genehmigung.
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