Wie viel fressen Schafe und Ziegen?
Der Futterbedarf kleiner Wiederkäuer richtet sich nach dem Lebendgewicht und der Leistung. Ein Mutterschaf in der Erhaltung frisst etwa 2 Prozent seines Gewichts als Trockenmasse, in der Säugezeit mit Zwillingen bis zu 3,5 Prozent. Ziegen nehmen bezogen auf ihr Gewicht meist etwas mehr auf, der Rechner rechnet für sie rund 10 Prozent hinzu.
Weil Futtermittel sehr unterschiedlich viel Wasser enthalten, rechnet die Fütterung mit Trockenmasse. Über den TM-Gehalt wandelt der Rechner sie in Frischfutter um, also in die Menge Heu, Silage oder Gras, die tatsächlich vorgelegt werden muss. Bei Weidegras ist die Frischmasse ein Vielfaches der Trockenmasse.
Zusätzlich schätzt der Rechner den Energiebedarf in Megajoule umsetzbarer Energie nach dem Stoffwechselgewicht und vergleicht ihn mit der Energie aus der Ration. Liegt die Deckung deutlich unter 95 Prozent, reicht die Futterqualität für das Stadium vermutlich nicht, und Kraftfutter oder besseres Grundfutter wird nötig.
Fütterung in den einzelnen Phasen
Am wenigsten brauchen Schafe und Ziegen in der Erhaltung, wenn sie weder tragend noch laktierend sind. Hier reicht meist gutes Grundfutter. Vor und während der Deckzeit hilft eine leicht erhöhte Energieversorgung, das sogenannte Flushing, um die Zahl der Eisprünge und damit die Ablammergebnisse zu verbessern.
Kritisch sind die letzten sechs Wochen der Trächtigkeit. Die Lämmer wachsen dann stark, während der Pansen durch die Gebärmutter weniger Platz hat. Mutterschafe mit Mehrlingen brauchen in dieser Phase energiereiches Futter, sonst droht eine Trächtigkeitstoxikose. Achten Sie besonders auf Tiere mit schlechter Körperkondition.
Den höchsten Bedarf haben Muttertiere in den ersten Wochen der Säugezeit, vor allem mit Zwillingen, und Milchziegen in der Hochlaktation. Allein mit Heu ist der Bedarf dann oft nicht zu decken, Kraftfutter ergänzt die Energie. Wasser, Mineralfutter und Lecksteine müssen immer frei zugänglich sein.
Die Werte im Rechner sind Richtwerte für die Vorratsplanung und keine ausgearbeitete Ration. Eiweiß, Rohfaser, Mineralstoffe und Spurenelemente, etwa die Kupferempfindlichkeit von Schafen, gehören in eine vollständige Rationsberechnung durch die Fütterungsberatung. Bei kranken oder abmagernden Tieren fragen Sie Ihren Tierarzt. Weideflächen plant der Weideflächen-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Herde gut versorgen.
- Kondition: Regelmäßig prüfen.
- Wasser: Immer frei.
- Kupfer: Bei Schafen beachten.
- Vorrat: Reserve einplanen.
Weitere Rechner: Landwirtschaft
Häufige Fragen
Wie viel Heu frisst ein Schaf am Tag?
Je nach Gewicht und Stadium etwa 1,5 bis 3 kg Heu; säugende Mutterschafe am oberen Ende.
Fressen Ziegen mehr als Schafe?
Bezogen auf ihr Gewicht meist etwas mehr, Milchziegen in der Laktation deutlich mehr.
Was bedeutet MJ ME?
Megajoule umsetzbare Energie, das übliche Maß für den Energiegehalt von Futter bei Wiederkäuern.
Wie viel Heu brauche ich für den Winter?
Tagesbedarf der Herde mal Zahl der Wintertage, plus Reserve für Verluste.
Brauchen Schafe Kraftfutter?
In Erhaltung meist nicht, hochtragend und säugend oft schon.
- Futterbedarf Schafe
- Futterbedarf Ziegen
- wie viel Heu braucht ein Schaf
- Schafe Heu pro Tag
- Futterplanung Schafherde
- Trockenmasse Schaf
Rechtlicher Hinweis: Die Ergebnisse sind Richtwerte für die Planung. Düngeverordnung, Förder- und Tierhaltungsrecht, Wasserrecht und regionale Vorgaben haben Vorrang; verbindliche Berechnungen und Anträge erstellen Sie mit den amtlichen Verfahren und Ihrer Beratung.
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