Wie viel Saatgut brauche ich?
Die richtige Aussaatmenge entscheidet über Bestandsdichte und Ertrag. Zu wenig Saatgut lässt Lücken und fördert Unkraut, zu viel kostet Geld und führt zu Lager und Krankheiten. Landwirte berechnen die Menge nicht nach Gefühl, sondern aus der Zahl der Körner, die pro Quadratmeter wachsen sollen, und dem Gewicht der Körner.
Der Rechner nutzt dazu das Tausendkorngewicht, die Keimfähigkeit und den Feldaufgang. Bei 300 Körnern pro Quadratmeter, 45 Gramm TKG, 95 Prozent Keimfähigkeit und 90 Prozent Feldaufgang ergeben sich rund 158 Kilogramm pro Hektar. Ohne Korrektur wären es nur 135 Kilogramm.
Zusätzlich zeigt er die Gesamtmenge für Ihre Fläche, die tatsächlich auszusäenden Körnerzahl und die Saatgutkosten pro Hektar und insgesamt. So können Sie Bestellmenge und Kosten vor der Aussaat planen.
Saatstärke richtig wählen
Die Soll-Körnerzahl hängt von Kultur, Sorte und Saattermin ab. Winterweizen wird je nach Termin mit 250 bis 400 Körnern pro Quadratmeter gesät, Wintergerste mit 250 bis 350, Roggen mit 200 bis 300. Spätere Saat braucht mehr Körner, weil weniger Zeit zur Bestockung bleibt. Maßgeblich sind die Empfehlungen der Landwirtschaftskammern und Saatgutzüchter.
Das Tausendkorngewicht steht auf dem Saatgutetikett und schwankt von Partie zu Partie deutlich. Ein Unterschied von fünf Gramm verändert die Aussaatmenge um mehr als zehn Prozent. Lesen Sie deshalb immer den Wert der gelieferten Charge ab und rechnen Sie neu, statt mit dem Vorjahreswert zu arbeiten.
Der Feldaufgang liegt bei guten Bedingungen bei etwa 90 bis 95 Prozent, bei Spätsaat, trockenem oder grobem Saatbett deutlich darunter. Bei Zertifiziertem Saatgut ist die Keimfähigkeit garantiert, bei Nachbau sollten Sie sie testen lassen. Auch die Beizung und der Saatzeitpunkt beeinflussen den Aufgang.
Ergänzend berechnet der Düngerbedarf-Rechner die Nährstoffgaben, und der Deckungsbeitrag-Rechner zeigt, wie sich Saatgutkosten im Ergebnis niederschlagen. Der Rechner liefert einen Richtwert; die regionale Beratung geht vor.
Notieren Sie die Aussaatmenge je Schlag zusammen mit Sorte, Termin und Wetter. Im Folgejahr können Sie damit Aufgang und Ertrag vergleichen und die Saatstärke betriebsindividuell verbessern.
Tipps und typische Fehler
Saat richtig dosieren.
- TKG: Von der Charge ablesen.
- Termin: Spät mehr Körner.
- Aufgang: Saatbett beachten.
- Beratung: Region zählt.
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Häufige Fragen
Was ist das Tausendkorngewicht?
Das Gewicht von 1.000 Körnern in Gramm.
Wie hoch ist die Keimfähigkeit?
Bei zertifiziertem Saatgut mindestens 85 bis 95 Prozent je nach Art.
Wie rechne ich Kilogramm je Hektar in Körner um?
Kilogramm je Hektar mal 100 geteilt durch das TKG ergibt Körner je Quadratmeter.
Wie berechne ich die Aussaatmenge?
Körner pro m² mal TKG durch 100, geteilt durch Keimfähigkeit und Feldaufgang.
Warum das Tausendkorngewicht?
Es bestimmt, wie viel Gewicht die gewünschte Körnerzahl hat.
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