Wie stark wächst ein Rehwildbestand?
Rehwild vermehrt sich schneller, als viele vermuten. Eine gesunde Geiß setzt im Mai oder Juni meist ein bis zwei, gelegentlich drei Kitze. Weil fast alle älteren Geißen beschlagen werden, kann ein Bestand ohne Bejagung innerhalb weniger Jahre deutlich anwachsen, bis Äsung, Lebensraum und Krankheiten die Grenze setzen.
Der Zuwachs ergibt sich aus wenigen Größen: wie viele Stücke im Frühjahr vorhanden sind, welcher Anteil davon weiblich ist, wie viele dieser Geißen tatsächlich setzen und wie viele Kitze bis zum Herbst überleben. Der Rechner multipliziert diese Werte und zeigt den Zuwachs in Stück und in Prozent des Frühjahrsbestands.
Soll der Bestand gleich bleiben, muss im Jagdjahr so viel Wild entnommen werden, wie hinzukommt. Fallwild und Verkehrsopfer zählen dabei mit. Der Rechner zieht sie vom Zuwachs ab und teilt den verbleibenden Abschuss je zur Hälfte auf männliches und weibliches Wild auf, weil Kitze etwa im Verhältnis eins zu eins geboren werden.
Zahlen mit Vorsicht verwenden
Die größte Unsicherheit ist der Frühjahrsbestand. Rehwild lebt versteckt, Zählungen auf Wiesen erfassen nur einen Teil. Erfahrungen aus Fang- und Markierungsstudien zeigen, dass Bestände häufig um das Doppelte oder mehr unterschätzt werden. Ein Abschussplan, der nur auf geschätzten Zahlen beruht, lässt den Bestand deshalb oft weiter wachsen.
Viele Länder haben die Abschussplanung für Rehwild darum gelockert oder an den Zustand der Vegetation gekoppelt. Grundlage sind dann forstliche Gutachten zum Verbiss, nicht allein Zählungen. Wo ein behördlicher Abschussplan gilt, ist er verbindlich; der Rechner hilft bei der Begründung und Plausibilisierung, ersetzt aber keine Vorgabe der Jagdbehörde oder Hegegemeinschaft.
Die Zahl der überlebenden Kitze hängt stark vom Revier ab. Mähverluste in Wiesen lassen sich durch Absuchen mit Drohne und Wärmebildkamera vor der Mahd deutlich senken. Hohe Fuchs- und Luchsdichten, nasse Frühjahre und schlechte Äsung verringern die Überlebensrate. Tragen Sie hier am besten einen Wert ein, der sich aus mehreren Jahren Beobachtung ergibt.
Bei der Verteilung des Abschusses empfiehlt sich ein ausreichend hoher Anteil an Kitzen und weiblichem Wild. Wird überwiegend auf Böcke gejagt, verschiebt sich das Geschlechterverhältnis zu den Geißen, und der Zuwachs steigt weiter. Das Gewicht der erlegten Stücke rechnet der Wildbret-Gewicht-Rechner um, allgemeine Wachstumsmodelle zeigt der Populationswachstum-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Bestand regulieren.
- Schätzung: Eher zu niedrig.
- Verbiss: Als Maßstab.
- Kitze: Mitbejagen.
- Fallwild: Mitzählen.
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Häufige Fragen
Wie hoch ist der Zuwachs beim Rehwild?
Häufig 40 bis 70 % des Frühjahrsbestands, je nach Geißenanteil und Kitzverlusten.
Warum zählt Fallwild zum Abschuss?
Weil jedes tote Stück den Bestand genauso verringert wie ein erlegtes.
Wie viele Kitze setzt eine Geiß?
Meist ein bis zwei, Zwillinge sind bei guter Kondition die Regel.
Wer legt den Abschuss für Rehwild fest?
Je nach Land die Untere Jagdbehörde, die Hegegemeinschaft oder der Revierinhaber auf Grundlage von Gutachten.
Was ist ein Vegetationsgutachten?
Eine forstliche Erhebung des Wildverbisses, die in vielen Ländern in die Abschussplanung einfließt.
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