Wie Tariferhöhungen zusammenwirken
Tarifabschlüsse sehen selten eine einzige Erhöhung vor. Üblich sind mehrere Stufen über eine Laufzeit von zwei oder drei Jahren, etwa drei Prozent zum Jahresbeginn und weitere 2,5 Prozent ein Jahr später. Oft gibt es zusätzlich einen Mindestbetrag, damit untere Entgeltgruppen spürbar profitieren. Dann steigt das Gehalt um den Prozentsatz, mindestens aber um den festen Betrag.
Weil jede Stufe auf das bereits erhöhte Gehalt gerechnet wird, ist die Gesamterhöhung etwas größer als die Summe der Einzelprozente. Aus 3 und 2,5 Prozent werden nicht 5,5, sondern 5,575 Prozent. Dieser Zinseszinseffekt ist bei zwei kleinen Stufen gering, wächst aber mit der Zahl und Höhe der Stufen.
Der Rechner wendet die Stufen nacheinander an und zeigt das Gehalt nach jeder Stufe, die Erhöhung in Euro und Prozent, den Zinseszinseffekt und die durchschnittliche Erhöhung pro Jahr bezogen auf die Laufzeit. Stufen ohne Prozentsatz und Mindestbetrag werden übersprungen.
Tarifabschlüsse richtig einordnen
Für den Vergleich verschiedener Tarifabschlüsse ist die durchschnittliche Erhöhung pro Jahr aussagekräftiger als die Gesamterhöhung. Ein Abschluss mit 8 Prozent über drei Jahre bringt weniger pro Jahr als einer mit 6 Prozent über zwei Jahre. Auch Leermonate, in denen trotz Vertragsbeginn noch keine Erhöhung gilt, verringern den tatsächlichen Zuwachs und sollten in die Laufzeit einbezogen werden.
Mindestbeträge oder Sockelbeträge wirken in unteren Entgeltgruppen stärker. Bei 2.500 Euro Gehalt bringt ein Mindestbetrag von 200 Euro acht Prozent, bei 5.000 Euro nur vier. Liegt der Prozentsatz höher, gilt er. Einige Abschlüsse kombinieren auch einen festen Sockelbetrag mit einem Prozentsatz obendrauf; in diesem Fall rechnen Sie den Sockel als eigene Stufe mit Mindestbetrag und 0 Prozent und den Prozentsatz als nächste Stufe.
Einmalzahlungen, etwa steuerfreie Inflationsausgleichsprämien in früheren Jahren, erhöhen das Tabellenentgelt nicht. Sie verbessern das Einkommen nur vorübergehend und wirken sich nicht auf spätere Erhöhungen, Sonderzahlungen oder die Rente aus. Für die langfristige Entwicklung zählt allein die dauerhafte Erhöhung der Tabelle.
Ob die Erhöhung die Kaufkraft verbessert, hängt von der Inflation ab. Den Vergleich mit der Preisentwicklung zeigt der Reallohn-Rechner, die eigene Gehaltserhöhung außerhalb eines Tarifs der Gehaltserhöhung-Rechner. Die konkreten Werte Ihres Tarifs finden Sie in den Entgelttabellen, etwa im TVöD-Rechner oder TV-L-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Tarife vergleichen.
- Pro Jahr: Durchschnitt nutzen.
- Leermonate: Einrechnen.
- Mindestbetrag: Prüfen.
- Inflation: Gegenüberstellen.
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Häufige Fragen
Wie berechnet man eine mehrstufige Tariferhöhung?
Jede Stufe wird auf das bereits erhöhte Gehalt angewendet; die Gesamterhöhung ist deshalb etwas größer als die Summe der Prozentsätze.
Was ist ein Mindestbetrag bei Tariferhöhungen?
Ein fester Euro-Betrag, um den das Gehalt mindestens steigt, auch wenn der Prozentsatz weniger ergeben würde.
Erhöht eine Einmalzahlung das Tabellenentgelt?
Nein, Einmalzahlungen werden nur einmal ausgezahlt und fließen nicht in spätere Erhöhungen ein.
Was ist ein Leermonat im Tarifvertrag?
Ein Monat der Laufzeit, in dem trotz neuem Vertrag noch keine Erhöhung gezahlt wird.
Was ist ein Sockelbetrag?
Ein fester Euro-Betrag, um den alle Entgelte steigen, oft kombiniert mit einer prozentualen Erhöhung.
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