Beruf & Arbeitszeit

Tagessatz als Freiberufler berechnen

Tragen Sie Ihr gewünschtes Jahreseinkommen, Ihre Kosten und Ihre Ausfallzeiten ein. Der Rechner zeigt, welchen Tagessatz Sie mindestens verlangen müssen.

Einkommen, Kosten und Zeit
Büro, Technik, Software, Versicherungen, Steuerberatung, Fahrten, Weiterbildung.
Selbstständige tragen diese Beiträge vollständig selbst.
Ohne Akquise, Verwaltung, Weiterbildung und Leerlauf zwischen Projekten.
Ergebnis

Was ein Tagessatz decken muss

Wer als Freiberuflerin oder Freiberufler startet, vergleicht den Tagessatz oft mit dem früheren Gehalt und setzt ihn zu niedrig an. Ein Angestellter erhält Gehalt auch im Urlaub, an Feiertagen und bei Krankheit, der Arbeitgeber zahlt die Hälfte der Sozialversicherung und trägt Büro, Technik und Weiterbildung. Selbstständige müssen all das aus ihren Honoraren finanzieren, und zwar nur aus den Tagen, die sie tatsächlich abrechnen können.

Der Rechner geht deshalb vom Bedarf aus: Wunscheinkommen vor Einkommensteuer plus Betriebskosten plus Vorsorge für Krankheit, Pflege und Alter. Dieser Betrag muss in einem Jahr umgesetzt werden. Von 260 Werktagen ziehen Sie Urlaub, Feiertage und Krankheit ab. Von den verbleibenden Arbeitstagen ist nur ein Teil fakturierbar, weil Akquise, Angebote, Buchhaltung und Weiterbildung Zeit kosten.

Der Tagessatz ist der Bedarf geteilt durch die fakturierbaren Tage. Der Rechner zeigt ihn netto ohne Umsatzsteuer, als Stundensatz und mit 19 Prozent Umsatzsteuer, dazu den nötigen Jahres- und Monatsumsatz.

Tagessatz=Wunscheinkommen+Betriebskosten+Vorsorge(260−Urlaub−Feiertage−Krankheit)×fakturierbarer Anteil\text{Tagessatz} = \frac{\text{Wunscheinkommen} + \text{Betriebskosten} + \text{Vorsorge}}{\left(260 - \text{Urlaub} - \text{Feiertage} - \text{Krankheit}\right) \times \text{fakturierbarer Anteil}}

Beispiel: Ein Freiberufler möchte 70.000 Euro im Jahr vor Einkommensteuer verdienen, hat 8.000 Euro Betriebskosten und zahlt 12.000 Euro für Kranken-, Pflege- und Altersvorsorge. Der Bedarf beträgt 90.000 Euro. Von 260 Tagen bleiben nach 30 Urlaubs-, 10 Feier- und 8 Krankheitstagen 212 Arbeitstage, bei 75 Prozent fakturierbarem Anteil 159 abrechenbare Tage. Der Tagessatz muss mindestens 566,04 Euro netto betragen, das sind 70,75 Euro je Stunde oder 673,58 Euro mit Umsatzsteuer.

Tagessatz am Markt prüfen

Der berechnete Satz ist eine Untergrenze aus Ihrer Sicht. Ob der Markt ihn zahlt, hängt von Branche, Erfahrung, Spezialisierung und Region ab. In der IT- und Unternehmensberatung sind deutlich höhere Sätze üblich, in kreativen Berufen oft niedrigere. Liegt Ihr Mindestsatz über dem Marktniveau, müssen Sie Kosten senken, den fakturierbaren Anteil erhöhen oder Ihr Angebot spezialisieren.

Der fakturierbare Anteil ist die wichtigste Stellschraube. Zu Beginn der Selbstständigkeit liegt er oft bei 50 bis 60 Prozent, weil viel Zeit in die Kundengewinnung fließt. Erfahrene Freiberufler mit langen Projekten kommen auf 80 Prozent und mehr. Planen Sie lieber vorsichtig: Projekte enden, Kunden zahlen spät, und Leerlauf zwischen zwei Aufträgen ist normal.

Das Wunscheinkommen ist ein Betrag vor Einkommensteuer. Wer ein bestimmtes Netto erzielen möchte, muss die Steuer dazurechnen. Wie viel netto bleibt, zeigt der Selbstständig-Netto-Rechner. Rücklagen für Steuervorauszahlungen und Nachzahlungen sollten Sie von Anfang an bilden. Die Umsatzsteuer reichen Sie an das Finanzamt weiter; als Kleinunternehmer weisen Sie keine aus.

Für einen Stundensatz mit anderen Annahmen bietet der Stundensatz-Rechner für Selbstständige eine Alternative. Prüfen Sie Ihren Satz mindestens einmal im Jahr, denn Kosten und Beiträge steigen. Die Berechnung ist eine betriebswirtschaftliche Orientierung und ersetzt keine Steuer- oder Unternehmensberatung.

Tipps und typische Fehler

Preise sicher kalkulieren.

  • Leerlauf: Einplanen.
  • Vorsorge: Nicht vergessen.
  • Markt: Vergleichen.
  • Jährlich: Anpassen.

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Häufige Fragen

Wie berechne ich meinen Tagessatz als Freelancer?

Jahresbedarf aus Wunscheinkommen, Kosten und Vorsorge geteilt durch die Tage, die Sie realistisch abrechnen können.

Wie viele Tage im Jahr kann ein Freiberufler abrechnen?

Meist 120 bis 180 Tage, je nach Urlaub, Krankheit und Zeit für Akquise und Verwaltung.

Ist der Tagessatz brutto oder netto?

Üblich ist die Angabe netto zuzüglich Umsatzsteuer; Kleinunternehmer berechnen keine Umsatzsteuer.

Was ist ein Mindesttagessatz?

Der Satz, unter dem Sie Ihre Kosten und Ihr Wunscheinkommen nicht mehr decken.

Sollte ich Tages- oder Stundensätze anbieten?

Bei längeren Projekten sind Tagessätze üblich, bei kurzen Einsätzen Stundensätze.

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