Beruf & Arbeitszeit

Zwei Jobangebote vergleichen

Tragen Sie für beide Angebote Jahresgehalt, Wochenstunden, tägliche Fahrzeit, Urlaubstage und den Wert von Zusatzleistungen ein. Der Rechner zeigt, welches Angebot je eingesetzter Stunde mehr bringt.

Angebot A und Angebot B
Geldwert von Zusatzleistungen, etwa Zuschüsse, Jobticket, Altersvorsorge.
Ergebnis

Mehr als das Gehalt vergleichen

Wer zwei Jobangebote auf dem Tisch hat, schaut zuerst auf das Gehalt. Doch 3.000 Euro mehr im Jahr sind wenig wert, wenn dafür zwei Stunden mehr pro Woche gearbeitet und täglich eine Stunde länger gependelt wird. Auch Urlaubstage und Zusatzleistungen wie Zuschüsse zur Altersvorsorge, ein Jobticket oder Essenszuschüsse verändern den Wert eines Angebots erheblich.

Ein einfacher Maßstab bringt alle diese Punkte zusammen: der effektive Stundenlohn. Dafür wird der gesamte Wert eines Angebots, also Jahresgehalt plus Benefits, durch die gesamte Zeit geteilt, die Sie im Jahr für den Job aufwenden. Zur Zeit gehören die Arbeitsstunden und die Fahrzeit. Mehr Urlaub verringert die Arbeitstage und damit beides.

Der Rechner ermittelt für jedes Angebot die Arbeitstage, den Zeitaufwand, den Stundenlohn mit und ohne Fahrzeit und den Gesamtwert. Er zeigt, welches Angebot je Stunde mehr bringt, wie groß der Unterschied ist und wie viele Stunden Sie mit dem einen gegenüber dem anderen im Jahr sparen.

Arbeitstage=260−Urlaub−Feiertage; Zeitaufwand=Arbeitstage×(Wochenstunden5+Fahrzeit); effektiver Stundenlohn=Gehalt+BenefitsZeitaufwand\text{Arbeitstage} = 260 - \text{Urlaub} - \text{Feiertage};\ \text{Zeitaufwand} = \text{Arbeitstage} \times \left(\frac{\text{Wochenstunden}}{5} + \text{Fahrzeit}\right);\ \text{effektiver Stundenlohn} = \frac{\text{Gehalt} + \text{Benefits}}{\text{Zeitaufwand}}

Beispiel: Angebot A bietet 55.000 Euro und 1.000 Euro Benefits bei 40 Stunden, 28 Urlaubstagen und einer Stunde Fahrzeit am Tag. Bei 10 Feiertagen ergibt das 222 Arbeitstage, 1.776 Arbeitsstunden und 222 Stunden Fahrt, zusammen 1.998 Stunden. Der effektive Stundenlohn beträgt 56.000 ÷ 1.998 = 28,03 Euro. Angebot B zahlt 52.000 Euro und 2.000 Euro Benefits bei 38 Stunden, 30 Urlaubstagen und 20 Minuten Fahrzeit: 220 Tage, 1.672 Arbeits- und 73,3 Fahrstunden, effektiv 30,94 Euro. B bringt 2,91 Euro mehr je Stunde und spart 252,7 Stunden im Jahr.

Was der Vergleich nicht erfasst

Der effektive Stundenlohn ist ein guter erster Maßstab, aber nicht alles. Entwicklungsmöglichkeiten, Sicherheit des Arbeitsplatzes, Teamklima, Inhalte der Aufgabe und Flexibilität bei Arbeitszeit und Ort lassen sich schwer in Euro ausdrücken. Notieren Sie diese Punkte zusätzlich und gewichten Sie sie für sich. Oft entscheidet am Ende das Gesamtbild, nicht der Unterschied von einem Euro je Stunde.

Bei Homeoffice-Regelungen sinkt die Fahrzeit. Rechnen Sie dann mit dem Durchschnitt pro Arbeitstag: Bei zwei Homeoffice-Tagen pro Woche und 60 Minuten Pendeln an den übrigen drei Tagen sind es im Mittel 36 Minuten pro Tag. Ebenso können Gleitzeit, Überstundenregelungen und die Frage, ob Überstunden bezahlt oder abgegolten sind, den tatsächlichen Zeitaufwand verändern.

Benefits sollten Sie mit ihrem tatsächlichen Wert für Sie ansetzen. Ein Dienstwagen ist viel wert, wenn Sie sonst ein eigenes Auto bräuchten, verursacht aber Steuern auf den geldwerten Vorteil. Ein Jobticket hilft nur, wenn Sie Bus und Bahn nutzen. Arbeitgeberbeiträge zur betrieblichen Altersversorgung fließen erst später, sind aber oft steuerlich begünstigt.

Der Vergleich arbeitet mit Bruttowerten. Weil Steuern und Abgaben progressiv sind, ist der Nettounterschied meist kleiner als der Bruttounterschied. Was netto bleibt, zeigt der Brutto-Netto-Rechner, die reine Pendelzeit über das Jahr der Pendelzeit-Rechner. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte für Ihre Entscheidung.

Tipps und typische Fehler

Klug entscheiden.

  • Stundenlohn: Inkl. Fahrzeit.
  • Benefits: Realistisch bewerten.
  • Netto: Nachrechnen.
  • Bauchgefühl: Mit einbeziehen.

Weitere Rechner: Beruf & Arbeitszeit

Häufige Fragen

Wie vergleiche ich zwei Jobangebote richtig?

Über den effektiven Stundenlohn: Gehalt plus Benefits geteilt durch Arbeits- und Fahrzeit im Jahr, ergänzt um Faktoren wie Entwicklung und Sicherheit.

Wie viel ist ein zusätzlicher Urlaubstag wert?

Ungefähr ein Arbeitstagslohn, also Jahresgehalt geteilt durch die Arbeitstage, bei 55.000 Euro und 222 Tagen rund 248 Euro.

Zählt die Fahrzeit zur Arbeitszeit?

Rechtlich in der Regel nicht, für den Vergleich aber schon, weil sie Ihre freie Zeit verringert.

Wie bewerte ich einen Dienstwagen im Angebot?

Mit den eingesparten Kosten für ein eigenes Auto abzüglich der Steuer auf den geldwerten Vorteil.

Sollte ich ein Angebot nachverhandeln?

Ja, mit einem besseren Konkurrenzangebot lassen sich Gehalt, Urlaub oder Homeoffice oft verbessern.

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