Wozu der Sechs-Minuten-Gehtest dient
Der Sechs-Minuten-Gehtest ist ein einfacher Belastungstest, der in Kardiologie, Pneumologie und Rehabilitation verbreitet ist. Die Testperson geht sechs Minuten lang so weit wie möglich auf einem ebenen, meist 30 Meter langen Flur hin und her. Gemessen wird die zurückgelegte Strecke. Sie spiegelt die Leistungsfähigkeit im Alltag oft besser wider als ein Fahrradergometer.
Ob eine Strecke gut oder schlecht ist, hängt stark von Alter, Größe, Gewicht und Geschlecht ab. Deshalb gibt es Referenzgleichungen. Am häufigsten zitiert werden die Gleichungen von Enright und Sherrill aus dem Jahr 1998, die an gesunden Erwachsenen zwischen 40 und 80 Jahren entwickelt wurden. Dieser Rechner verwendet genau diese Formeln.
Neben dem Sollwert zeigt der Rechner die untere Normgrenze. Sie liegt bei Männern 153 Meter, bei Frauen 139 Meter unter dem Sollwert und markiert den Bereich, unter dem nur etwa fünf Prozent gesunder Menschen liegen. Ihre Strecke wird außerdem als Prozent des Sollwerts angegeben, wie es in vielen Arztbriefen üblich ist.
Den Test richtig durchführen und einordnen
Damit Ergebnisse vergleichbar sind, sollte der Test nach den Empfehlungen der American Thoracic Society ablaufen: ebene Strecke, standardisierte Anfeuerung in festgelegten Sätzen, keine Begleitung im Gleichschritt, Pausen erlaubt, die Uhr läuft aber weiter. Vor und nach dem Test werden meist Puls, Sauerstoffsättigung und das Empfinden von Luftnot und Erschöpfung notiert.
Ein einzelnes Ergebnis ist weniger aussagekräftig als der Verlauf. In der Rehabilitation gilt eine Verbesserung um etwa 30 bis 50 Meter häufig als spürbare Veränderung. Wird der Test wiederholt, ist ein Übungsdurchgang sinnvoll, weil viele Menschen beim zweiten Mal allein durch Gewöhnung weiter kommen.
Die Referenzformeln stammen aus einer amerikanischen Stichprobe. Für andere Bevölkerungsgruppen gibt es eigene Gleichungen, die zu etwas höheren oder niedrigeren Sollwerten führen können. Außerhalb von 40 bis 80 Jahren rechnet der Rechner deshalb nicht. Bei sehr hohem Körpergewicht wird die Formel ungenauer.
Der Test sollte nur unter fachlicher Aufsicht stattfinden, besonders bei Herz- oder Lungenerkrankungen. Brustschmerzen, starke Luftnot, Schwindel oder Blässe sind Gründe, sofort abzubrechen. Das Ergebnis ersetzt keine ärztliche Untersuchung und sollte immer zusammen mit dem Krankheitsbild bewertet werden.
Tipps und typische Fehler
Test vergleichbar machen.
- Strecke: Immer gleich.
- Anfeuerung: Standardisiert.
- Uhrzeit: Ähnlich wählen.
- Abbruch: Bei Brustschmerz.
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Häufige Fragen
Was ist eine normale Strecke im 6-Minuten-Gehtest?
Gesunde Erwachsene schaffen meist 400 bis 700 Meter, abhängig von Alter, Größe, Gewicht und Geschlecht.
Ab wann gilt das Ergebnis als auffällig?
Wenn die Strecke unter der unteren Normgrenze liegt, also 153 Meter (Männer) bzw. 139 Meter (Frauen) unter dem Sollwert.
Darf man während des Tests Pausen machen?
Ja, stehen bleiben ist erlaubt, die Zeit läuft aber weiter.
Wie lang sollte die Teststrecke sein?
Üblich ist ein ebener Flur von 30 Metern mit Wendepunkten.
Wie oft wird der Test wiederholt?
Meist im Abstand von Wochen oder Monaten, um den Verlauf zu sehen.
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