Was der Rf-Wert aussagt
In der Dünnschichtchromatographie, kurz DC, wandert ein Fließmittel durch Kapillarkräfte über eine beschichtete Platte und nimmt die aufgetragenen Substanzen unterschiedlich weit mit. Wie weit eine Substanz im Verhältnis zur Fließmittelfront läuft, gibt der Retentionsfaktor an, der Rf-Wert. Er liegt immer zwischen 0 und 1.
Ein Rf-Wert von 0 bedeutet, dass die Substanz am Start geblieben ist; ein Wert nahe 1, dass sie mit der Front gewandert ist. Auf Kieselgel als polarer stationärer Phase laufen unpolare Stoffe weit, polare bleiben zurück. Gut auswerten lassen sich Flecken zwischen etwa 0,2 und 0,8, ideal ist der Bereich um 0,3 bis 0,5.
Der Rechner bestimmt den Rf-Wert und den hRf-Wert, der in manchen Tabellen als Hundertfaches angegeben wird. Wird eine Referenz auf derselben Platte mitgeführt, vergleicht er beide Werte mit einer wählbaren Toleranz und berechnet zusätzlich den relativen Wert Rx, der von Schwankungen der Laufbedingungen weniger abhängt.
Richtig messen und vergleichen
Markieren Sie die Fließmittelfront sofort nach dem Herausnehmen der Platte mit Bleistift, denn das Lösungsmittel verdunstet schnell. Gemessen wird jeweils von der Startlinie, bei der Substanz bis zur Mitte des Flecks. Bei langgezogenen Flecken ist der Schwerpunkt der Färbung maßgeblich, nicht die Spitze.
Rf-Werte aus der Literatur sind nur grobe Anhaltspunkte. Schichtdicke, Aktivierung der Platte, Luftfeuchtigkeit, Kammersättigung, Temperatur und die genaue Zusammensetzung des Fließmittels verschieben die Werte. Zuverlässiger ist der direkte Vergleich mit einer Referenzsubstanz auf derselben Platte, am besten zusätzlich als Mischfleck, dem sogenannten Co-Spot.
Liegen die Flecken sehr nah am Start, ist das Fließmittel auf Kieselgel zu unpolar; erhöhen Sie den Anteil des polaren Lösungsmittels, etwa Ethylacetat in Hexan. Laufen alle Substanzen mit der Front, ist es zu polar. Bei Umkehrphasenplatten verhält es sich umgekehrt. Für die Säulenchromatographie wählt man oft ein Fließmittel mit Rf um 0,3.
Gleiche Rf-Werte sind kein Beweis für Identität. Bestätigen Sie eine Zuordnung mit einem zweiten Fließmittel oder einer anderen Methode. Arbeiten Sie mit organischen Lösungsmitteln im Abzug, mit Schutzbrille und Handschuhen; die Sicherheitsdatenblätter und Betriebsanweisungen Ihres Labors haben Vorrang.
Tipps und typische Fehler
DC auswerten.
- Front: Sofort markieren.
- Referenz: Gleiche Platte.
- Fleckmitte: Messen.
- Abzug: Lösungsmittel.
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Häufige Fragen
Wie berechnet man den Rf-Wert?
Laufstrecke der Substanz geteilt durch Laufstrecke der Fließmittelfront, beide ab Startlinie gemessen.
Kann der Rf-Wert größer als 1 sein?
Nein, eine Substanz kann nicht weiter laufen als das Fließmittel.
Welcher Rf-Wert ist ideal?
Für die Auswertung Werte zwischen etwa 0,3 und 0,5, gut nutzbar ist der Bereich 0,2 bis 0,8.
Was ist ein Co-Spot?
Ein Mischfleck aus Probe und Referenz; bleibt er ein einzelner Fleck, spricht das für Identität.
Wie markiere ich die Front richtig?
Sofort nach dem Herausnehmen mit Bleistift, bevor das Fließmittel verdunstet.
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