Was der Rentenfaktor bedeutet
Private Rentenversicherungen, fondsgebundene Policen, Riester- und Rürup-Verträge geben meist keinen festen Rentenbetrag an, sondern einen Rentenfaktor. Er nennt die monatliche Rente, die der Versicherer je 10.000 Euro Kapital zum Rentenbeginn zahlt. Bei einem Faktor von 30 erhalten Sie für 100.000 Euro also 300 Euro im Monat, lebenslang.
Der Rentenfaktor hängt vom Rechnungszins, von der angenommenen Lebenserwartung und von den Kosten des Versicherers ab. Viele Verträge enthalten einen garantierten Faktor und einen höheren, nicht garantierten Faktor. Ältere Verträge haben oft deutlich bessere Garantien als neue. Für einen fairen Vergleich zählt immer der garantierte Wert.
Der Rechner zeigt neben der Rente, nach wie vielen Jahren das eingezahlte Kapital ohne Zinsen zurückgeflossen ist, und in welchem Alter das der Fall ist. Zusätzlich ermittelt er die rechnerische Verzinsung bis zu einem Alter Ihrer Wahl. Ist sie negativ, erhalten Sie bis zu diesem Alter weniger zurück, als Sie eingesetzt haben.
Verrentung oder Kapitalauszahlung?
Die Verrentung schützt vor dem Risiko, sehr alt zu werden und dann ohne Geld dazustehen. Dafür zahlen Sie einen Preis: Versicherer rechnen mit vorsichtigen Sterbetafeln, die eine deutlich höhere Lebenserwartung unterstellen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Wer früh stirbt, hat wenig von seinem Kapital, wenn keine Garantiezeit oder Todesfallleistung vereinbart ist.
Als Alternative können Sie sich viele Verträge als Kapital auszahlen lassen und selbst einen Entnahmeplan aufstellen. Dann bleibt das Geld vererbbar und flexibel, das Risiko der Langlebigkeit tragen Sie aber selbst. Den Vergleich zeigt der Entnahmeplan-Rechner, den Barwert einer Rente der Rentenbarwert-Rechner.
Achten Sie auf die steuerliche Behandlung: Renten aus privaten Rentenversicherungen werden meist nur mit dem Ertragsanteil besteuert, Riester- und Rürup-Renten voll beziehungsweise nach dem Kohortenprinzip. Bei gesetzlich Krankenversicherten können auf bestimmte Renten Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung anfallen. Das verändert den Vergleich mit einer Kapitalauszahlung.
Die Rechnung ist eine Orientierung und keine Anlageberatung. Überschussbeteiligungen können die Rente erhöhen, sind aber nicht garantiert. Vor einer Entscheidung lohnt ein Gespräch mit einer unabhängigen Beratung, etwa einer Verbraucherzentrale oder einem Honorarberater, die Ihren gesamten Ruhestand im Blick hat.
Tipps und typische Fehler
Verrentung prüfen.
- Garantie: Nur garantierten Faktor vergleichen.
- Alternative: Entnahmeplan rechnen.
- Steuern: Ertragsanteil beachten.
- Beratung: Unabhängig einholen.
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Häufige Fragen
Was ist ein guter Rentenfaktor?
Bei neuen Verträgen liegen garantierte Faktoren oft zwischen 20 und 30 Euro je 10.000 Euro, ältere Verträge bieten teils mehr. Wichtig ist der Vergleich mit dem Alter bei Rentenbeginn.
Wie berechne ich das Break-even-Alter?
Kapital durch Jahresrente teilen und das Ergebnis zum Alter bei Rentenbeginn addieren.
Ist der Rentenfaktor garantiert?
Meist gibt es einen garantierten und einen höheren, nicht garantierten Faktor. Verlassen können Sie sich nur auf den garantierten Wert.
Lohnt sich die Verrentung?
Vor allem, wenn Sie sehr alt werden oder sich gegen das Langlebigkeitsrisiko absichern möchten.
Was ist eine Rentengarantiezeit?
Stirbt der Versicherte früh, wird die Rente bis zum Ende der Garantiezeit an Hinterbliebene weitergezahlt.
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