Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.
Was bleibt von der Rendite wirklich übrig?
Die Rendite, die in Prospekten, Indexcharts und Vergleichen genannt wird, ist meist eine Bruttorendite. Für Ihr Vermögen zählt aber, was nach Abzug aller Kosten, nach Steuern und nach der Geldentwertung übrig bleibt. Diese Größe heißt Realrendite. Der Rechner zieht die drei wichtigsten Abzüge nacheinander ab und zeigt, wie viel Kaufkraft Ihr Geld tatsächlich gewinnt.
Zuerst werden die laufenden Kosten abgezogen, bei Fonds und ETFs die Gesamtkostenquote TER. Danach folgt die Steuer: In Deutschland unterliegen Kapitalerträge der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag darauf, zusammen 26,375 Prozent. Bei Aktienfonds sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei (Teilfreistellung), bei Mischfonds 15 Prozent. Zuletzt wird die Inflation mit der Fisher-Gleichung herausgerechnet.
Anders als der Realzins-Rechner, der nur Zinssatz und Inflation gegenüberstellt, bezieht dieser Rechner auch Kosten und Steuern ein. Er eignet sich deshalb für die Frage, wie viel ein ETF-Sparplan oder eine Einmalanlage nach allen Abzügen real bringt. Die Ergebnisse sind Modellrechnungen mit konstanten Annahmen und keine Anlageberatung.
Vereinfachungen und Spielräume
Der Rechner behandelt die Steuer so, als würde sie jedes Jahr auf den Ertrag fällig. Bei ausschüttenden Fonds kommt das der Wirklichkeit nahe. Bei thesaurierenden Fonds fällt jährlich nur die meist geringere Vorabpauschale an, der Großteil der Steuer erst beim Verkauf. Durch diesen Steuerstundungseffekt ist die tatsächliche Rendite über lange Zeiträume etwas höher als hier berechnet.
Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung) ist nicht eingerechnet. Bei kleineren Depots bleiben die Erträge oft ganz oder teilweise steuerfrei; dann ist die Netto-Rendite gleich der Rendite nach Kosten. Wie viel Freibetrag Sie nutzen, zeigt der Sparerpauschbetrag-Rechner. Kirchensteuer erhöht den Steuersatz zusätzlich und ist hier nicht berücksichtigt.
Verluste werden nicht besteuert; der Rechner setzt bei negativer Rendite nach Kosten keine Steuer an. Eine Verlustverrechnung mit späteren Gewinnen bildet er nicht ab. Auch Ausgabeaufschläge, Ordergebühren, Depotgebühren und Wechselkursschwankungen sind nicht enthalten. Wer diese Kosten kennt, kann sie näherungsweise als Prozentsatz pro Jahr zur TER hinzurechnen.
Die Wirkung kleiner Unterschiede ist über lange Zeiträume groß. Ein Prozentpunkt weniger Kosten oder Inflation verändert den Endwert nach 20 Jahren um rund ein Fünftel. Wie sich die Fondskosten allein auswirken, zeigt der ETF-Kosten-Rechner, die Wirkung der Teilfreistellung der ETF-Teilfreistellung-Rechner. Vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft.
Tipps und typische Fehler
Rendite realistisch sehen.
- Kosten: Niedrig halten.
- Freibetrag: Ausschöpfen.
- Inflation: Mitdenken.
- Annahmen: Vorsichtig wählen.
Weitere Rechner: Finanzen & Sparen
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Realzins und Realrendite?
Der Realzins zieht nur die Inflation ab, die Realrendite hier zusätzlich Kosten und Steuern.
Warum beträgt die Steuer bei Aktien-ETFs nur rund 18,5 Prozent?
Weil 30 Prozent der Erträge durch die Teilfreistellung steuerfrei sind: 26,375 Prozent × 0,7 = 18,4625 Prozent.
Ist der Sparerpauschbetrag berücksichtigt?
Nein, der Rechner geht vereinfacht davon aus, dass er bereits ausgeschöpft ist.
Warum ist die reale Rendite nicht einfach Rendite minus Inflation?
Die Fisher-Gleichung teilt durch (1 + Inflation); die einfache Differenz ist nur eine Näherung für kleine Werte.
Gilt die Rechnung auch für Tagesgeld?
Ja, mit 0 Prozent Teilfreistellung und ohne laufende Kosten.
- Realrendite berechnen
- Rendite nach Steuern und Inflation
- Nettorendite ETF
- reale Rendite Aktien
- Rendite nach Kosten
- Kaufkraft Geldanlage
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