Chemie & Biologie

Schmelztemperatur eines Primers berechnen

Fügen Sie die Primersequenz ein und geben Sie die Natriumkonzentration Ihres PCR-Puffers an. Der Rechner zeigt die Tm nach drei Formeln und eine Annealing-Temperatur als Startwert.

Ihr Primer
Nur A, C, G, T oder U; Leerzeichen werden ignoriert.
Viele PCR-Puffer enthalten 50 mM KCl; Wert des eigenen Puffers prüfen.
Ergebnis

Wozu die Schmelztemperatur eines Primers?

Die Schmelztemperatur, kurz Tm, ist die Temperatur, bei der die Hälfte der Primermoleküle an die Zielsequenz gebunden ist und die andere Hälfte frei vorliegt. Sie bestimmt, bei welcher Annealing-Temperatur eine PCR spezifisch läuft. Ist die Temperatur zu niedrig, binden Primer auch an ähnliche Stellen und es entstehen Nebenprodukte; ist sie zu hoch, bleibt die Ausbeute gering.

Der Rechner wertet die Sequenz nach drei verbreiteten Näherungen aus. Die Wallace-Regel nach Wallace und Kollegen (1979) zählt zwei Grad je A oder T und vier Grad je G oder C und ist für kurze Oligonukleotide bis etwa 14 Basen gedacht. Die GC-Formel nach Marmur und Doty berücksichtigt die Länge, die salzkorrigierte Formel zusätzlich die Natriumkonzentration.

Für Primer ab 14 Basen nimmt der Rechner die salzkorrigierte Tm als Grundlage und zieht den eingestellten Abstand ab, standardmäßig fünf Grad. Bei kürzeren Sequenzen dient die Wallace-Regel als Basis. Das Ergebnis ist ein Startwert für die erste PCR, kein Ersatz für eine Optimierung im Temperaturgradienten.

Wallace: Tm = 2 × (A + T) + 4 × (G + C); GC-Formel: Tm = 64,9 + 41 × (G + C − 16,4) ÷ N; salzkorrigiert: Tm = 81,5 + 16,6 × log10([Na+]) + 0,41 × %GC − 600 ÷ N\text{Wallace: Tm = 2 × (A + T) + 4 × (G + C); GC-Formel: Tm = 64,9 + 41 × (G + C − 16,4) ÷ N; salzkorrigiert: Tm = 81,5 + 16,6 × log10([Na+]) + 0,41 × \%GC − 600 ÷ N}

Beispiel: Primer AGCGTACGTTAGCCATGCAT mit 20 Basen, davon 10 G oder C (50 Prozent GC). Wallace-Regel: 2 × 10 + 4 × 10 = 60 °C. GC-Formel: 64,9 + 41 × (10 − 16,4) ÷ 20 = 51,8 °C. Salzkorrigiert bei 50 mM Natrium: 81,5 − 21,6 + 20,5 − 30 = 50,4 °C. Empfohlene Annealing-Temperatur: 50,4 − 5 = 45,4 °C.

Primer gut auswählen und Ergebnisse einordnen

Die drei Formeln liefern oft deutlich unterschiedliche Werte. Das liegt nicht an einem Rechenfehler, sondern an ihren Annahmen. Die Wallace-Regel überschätzt die Tm langer Primer stark, weil sie die Länge nur linear berücksichtigt. Die salzkorrigierte Formel ist für Primer zwischen etwa 14 und 70 Basen die bessere Näherung, ignoriert aber die Reihenfolge der Basen.

Genauere Werte liefert die Nearest-Neighbor-Methode nach SantaLucia (1998), die die Stapelenergien benachbarter Basenpaare sowie Primer- und Magnesiumkonzentration einbezieht. Viele Hersteller von Polymerasen bieten dafür eigene Tm-Rechner an, die auf ihren Puffer abgestimmt sind. Weichen Ihre Ergebnisse stark voneinander ab, orientieren Sie sich an der Empfehlung des Polymerase-Herstellers.

Für ein gutes Primerpaar gelten einige Faustregeln: Länge 18 bis 25 Basen, GC-Gehalt zwischen 40 und 60 Prozent, Tm beider Primer möglichst nicht mehr als fünf Grad auseinander, am 3'-Ende eine sogenannte GC-Klammer aus ein bis zwei G oder C. Vermeiden Sie lange Wiederholungen derselben Base und selbstkomplementäre Abschnitte, die Haarnadeln oder Primerdimere bilden.

Rechnen Sie immer beide Primer und nehmen Sie die niedrigere Annealing-Temperatur als Ausgangspunkt. Bei Polymerasen mit hoher Prozessivität empfehlen manche Hersteller eine Annealing-Temperatur nahe an der Tm oder sogar darüber. Ein Gradienten-Lauf über etwa zehn Grad zeigt schnell, bei welcher Temperatur die Bande sauber und kräftig ist.

Tipps und typische Fehler

Primer planen.

  • Länge: 18 bis 25 Basen.
  • GC: 40 bis 60 Prozent.
  • Paar: Tm ähnlich halten.
  • Gradient: Temperatur testen.

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Häufige Fragen

Welche Formel ist für meinen Primer richtig?

Für Primer bis etwa 14 Basen die Wallace-Regel, für längere die salzkorrigierte Formel oder besser Nearest Neighbor.

Warum liegt die Annealing-Temperatur unter der Tm?

Damit genügend Primer binden; üblich sind etwa 3 bis 5 Grad unter der Tm als Startwert.

Zählt U wie T?

Ja, U wird als T gewertet, damit auch RNA-Schreibweisen funktionieren.

Wie lang sollte ein PCR-Primer sein?

Meist 18 bis 25 Basen mit 40 bis 60 Prozent GC.

Was ist eine GC-Klammer?

Ein bis zwei G oder C am 3'-Ende, die die Bindung stabilisieren.

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