Prämienlohn zwischen Zeitlohn und Akkord
Der Prämienlohn verbindet einen festen Grundlohn mit einer zusätzlichen Prämie für messbare Mehrleistung. Anders als beim Akkord ist der Grundlohn garantiert, und die Prämie bezieht sich nicht nur auf die Menge. Bezugsgrößen können Menge, Qualität, Materialersparnis, Maschinenauslastung oder Termintreue sein. Das Verfahren ist in der Arbeitswissenschaft nach REFA beschrieben und in vielen Tarifverträgen geregelt.
Bei der Leistungsprämie wird der Leistungsgrad gemessen, also das Verhältnis von Vorgabezeit zu tatsächlich benötigter Zeit. Ab dem Prämienbeginn steigt die Prämie, bis sie beim festgelegten Leistungsgrad ihr Maximum erreicht. Die Form der Kurve steuert den Anreiz: Linear belohnt jeden Prozentpunkt gleich, progressiv belohnt vor allem Spitzenleistung, degressiv belohnt den Einstieg und bremst Überforderung.
Bei der Ersparnisprämie erhalten die Beschäftigten einen vereinbarten Anteil an einer gemessenen Kostenersparnis, etwa bei Material oder Energie. Der Rechner begrenzt auch hier auf die Höchstprämie.
Prämiensystem fair gestalten
Ein Prämiensystem wirkt nur, wenn die Beschäftigten die Bezugsgröße beeinflussen können und die Messung nachvollziehbar ist. Vorgabezeiten sollten nach anerkannten Verfahren ermittelt und bei geänderten Arbeitsmethoden angepasst werden. Sonst entstehen Prämien, die mit der Leistung wenig zu tun haben, oder Ziele, die niemand erreicht.
In Betrieben mit Betriebsrat hat dieser nach § 87 Abs. 1 Nr. 11 Betriebsverfassungsgesetz ein Mitbestimmungsrecht bei der Festsetzung von Prämiensätzen und vergleichbaren leistungsbezogenen Entgelten einschließlich der Geldfaktoren. Häufig sind Prämienkurven daher in Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträgen festgelegt.
Achten Sie auf den Gesundheitsschutz: Progressive Kurven können zu Arbeitshetze führen. Eine Kappung bei einem realistischen Leistungsgrad, kombinierte Bezugsgrößen mit Qualität und Arbeitssicherheit sowie regelmäßige Pausen schützen davor. Prämien sind wie der Grundlohn steuer- und beitragspflichtiges Arbeitsentgelt.
Zum Vergleich mit reiner Mengenvergütung dient der Akkordlohn-Rechner, Zuschläge für Nachtarbeit zeigt der Nachtzuschlag-Rechner. Die Ergebnisse sind Bruttowerte vor Steuern und Sozialabgaben; maßgeblich ist die Regelung in Ihrem Betrieb.
Tipps und typische Fehler
Anreize setzen.
- Messbar: Klare Bezugsgröße.
- Kappung: Gesund bleiben.
- Qualität: Mitbewerten.
- Betriebsrat: Einbeziehen.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Prämienlohn und Akkordlohn?
Beim Prämienlohn ist ein Grundlohn garantiert, die Prämie kommt für Mehrleistung hinzu.
Was bedeutet ein Leistungsgrad von 120 Prozent?
Die Arbeit wurde in fünf Sechsteln der Vorgabezeit erledigt.
Muss der Betriebsrat zustimmen?
Bei Prämiensätzen besteht ein Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 11 BetrVG.
Wie wird der Leistungsgrad gemessen?
Als Verhältnis von Vorgabezeit zu tatsächlich benötigter Zeit.
Kann eine Prämie gekürzt werden?
Nur nach den Regeln der Vereinbarung, die sie festlegt.
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