Wie viel Luft braucht eine Wohnung?
Eine Lüftungsanlage soll verbrauchte, feuchte Luft abführen und frische Luft nachliefern, ohne dass dauernd Fenster geöffnet werden. Die Luftmenge wird in Kubikmetern je Stunde angegeben. Sie muss drei Anforderungen gleichzeitig erfüllen: genug Frischluft für die Bewohner, einen Mindestluftwechsel für die Wohnung und ausreichend Abluft in Küche, Bad und WC.
Der Rechner ermittelt alle drei Werte getrennt. Für die Personen rechnet er mit einer Außenluftmenge je Kopf, für den Luftwechsel mit dem Raumvolumen, für die Ablufträume mit festen Mengen je Raum. Der größte der drei Werte ist maßgebend und ergibt den Volumenstrom für die Nennlüftung, also den normalen Betrieb bei Anwesenheit.
Die Anlage arbeitet in Stufen. Bei Abwesenheit genügt eine reduzierte Lüftung, nach dem Duschen oder Kochen hilft die Intensivstufe. Der Rechner zeigt dafür übliche Richtwerte von 70 und 130 Prozent der Nennlüftung.
Von der Luftmenge zum Gerät
Mit dem Volumenstrom lässt sich ein passendes Lüftungsgerät auswählen. Das Gerät sollte die Nennlüftung im mittleren Leistungsbereich schaffen, nicht an seiner Obergrenze. Dann bleibt es leise und arbeitet stromsparend. Für die Intensivstufe muss es den höheren Wert noch erreichen.
Zentrale Anlagen mit Wärmerückgewinnung verteilen die Luft über Kanäle in alle Räume: Zuluft in Wohn- und Schlafräume, Abluft aus Küche, Bad und WC. Dezentrale Geräte arbeiten paarweise in der Außenwand und sind einfacher nachzurüsten, erreichen aber meist geringere Luftmengen je Gerät.
Ein zu hoher Luftwechsel trocknet die Raumluft im Winter aus, ein zu geringer lässt Feuchte und Gerüche stehen. Stellen Sie die Stufen deshalb nach Nutzung ein und prüfen Sie die Luftfeuchte mit einem Hygrometer. Filter sollten regelmäßig gewechselt werden.
Für Neubauten und umfassende Sanierungen verlangt die Norm DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept. Die Werte des Rechners sind Richtwerte zur Vorplanung; die verbindliche Auslegung erstellt ein Fachbetrieb. Den Luftwechsel einzelner Räume berechnet der Luftwechsel-Rechner, das Volumen des Gebäudes der Umbauter-Raum-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Gut lüften.
- Gerät: Nicht am Limit.
- Filter: Regelmäßig tauschen.
- Feuchte: Hygrometer nutzen.
- Konzept: Fachbetrieb.
Weitere Rechner: Bau & Handwerk
Häufige Fragen
Wie viel m³/h braucht eine Wohnung mit 100 m²?
Je nach Personen und Ablufträumen meist etwa 100 bis 150 m³/h für die Nennlüftung.
Was ist Nennlüftung?
Der normale Betrieb bei Anwesenheit der Bewohner.
Wie viel Abluft braucht ein Bad?
Als Richtwert werden etwa 40 bis 60 m³/h angesetzt.
Braucht ein Neubau eine Lüftungsanlage?
Für luftdichte Gebäude ist ein Lüftungskonzept vorgeschrieben; eine Anlage ist oft die einfachste Lösung.
Wie oft sollten Filter gewechselt werden?
Meist ein- bis zweimal im Jahr, je nach Gerät und Umgebung.
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- Luftmenge pro Person
Rechtlicher Hinweis: Die Mengen und Werte sind Richtwerte für die Planung und keine Statik-, Brandschutz-, Elektro- oder Energieberatung. Tragende Bauteile sowie Elektro-, Gas- und Heizungsarbeiten gehören in die Hand von Fachplanern und zugelassenen Fachbetrieben. Herstellerangaben und geltende Vorschriften gehen vor.
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