Bau & Handwerk

Tauwasser nach Glaser prüfen

Geben Sie das Klima innen und außen sowie Dicke, Wärmeleitfähigkeit und Diffusionswiderstand der Schichten von innen nach außen ein. Der Rechner prüft, ob Wasserdampf im Bauteil kondensiert.

Klima und Schichtaufbau
Randbedingungen nach DIN 4108-3; aktuellen Stand der Norm prüfen.
0 cm, wenn die Schicht entfällt.
Ergebnis

Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.

Wie funktioniert das Glaser-Verfahren?

Warme Raumluft enthält mehr Wasserdampf als kalte Außenluft. Im Winter wandert dieser Dampf durch Wände und Dächer nach außen. Unterschreitet die Temperatur an einer Stelle im Bauteil den Taupunkt des dort herrschenden Dampfdrucks, kondensiert Wasser. Das Glaser-Verfahren, benannt nach dem Ingenieur Helmut Glaser, macht diesen Vorgang rechnerisch sichtbar.

Der Rechner bestimmt zuerst den Temperaturverlauf über die Wärmedurchlasswiderstände der Schichten und daraus an vielen Stellen den Sättigungsdampfdruck. Parallel ergibt sich aus den sd-Werten, also Dicke mal Diffusionswiderstandszahl μ, der Verlauf des tatsächlichen Dampfdrucks. Liegt der Dampfdruck rechnerisch über dem Sättigungsdruck, fällt Tauwasser aus. Die Menge folgt aus dem Unterschied der Diffusionsströme zur Tauwasserebene hin und von ihr weg.

Voreingestellt ist eine Kalksandsteinwand mit Innenputz und außenliegender Dämmung aus Polystyrol bei Winterbedingungen von 20 °C und 50 Prozent innen sowie −5 °C und 80 Prozent außen. Diese Wand bleibt tauwasserfrei, weil die Dämmung außen liegt und die Schichten nach außen hin nicht deutlich dichter werden.

Temperatur θ aus Wärmedurchlasswiderständen; Tauwasserstrom g = δ₀ × ((p_i − p_s,c) ÷ s_d,i − (p_s,c − p_e) ÷ s_d,e); Menge = g × Dauer der Tauperiode, δ₀ = 2 × 10⁻¹⁰ kg/(m·s·Pa)

Beispiel: Kalksandsteinwand mit 1,5 cm Innenputz (λ 0,7, μ 10), 17,5 cm Kalksandstein (λ 0,99, μ 15) und 14 cm Dämmung (λ 0,035, μ 40), Klima 20 °C/50 % innen und −5 °C/80 % außen: kein Tauwasser, U-Wert 0,229 W/(m²K), Oberflächentemperatur innen 18,6 °C, Taupunkt der Raumluft 9,3 °C, sd-Wert 8,375 m, Dampfdruck innen 1.168 Pa, außen 321 Pa.

Ergebnisse richtig einordnen

Ein typisches Problemfeld ist die Innendämmung. Setzen Sie im Rechner als Schicht 1 zehn Zentimeter Mineralwolle (λ 0,04, μ 1) ohne Dampfbremse vor 24 cm Mauerwerk (λ 0,5, μ 10) mit 2 cm Außenputz (λ 0,87, μ 25), meldet er an der Grenze zwischen Dämmung und Mauerwerk rund 9.210 Gramm Tauwasser je Quadratmeter in 90 Tagen. Eine Dampfbremse oder ein kapillaraktiver Dämmstoff ist dann unverzichtbar.

Die Norm DIN 4108-3 lässt eine begrenzte Tauwassermenge zu, wenn sie im Sommer wieder austrocknen kann und angrenzende Baustoffe nicht geschädigt werden. Die dort genannten Grenzwerte und Randbedingungen können sich mit neuen Ausgaben ändern; prüfen Sie den aktuellen Stand. Dieser Rechner bildet den Verdunstungsnachweis nicht ab und betrachtet nur die maßgebende Tauwasserebene.

Die Oberflächentemperatur innen wird hier mit dem für den Feuchteschutz üblichen Übergangswiderstand von 0,25 m²K/W berechnet. Liegt sie unter dem Taupunkt der Raumluft, droht Tauwasser auf der Oberfläche. Für die Schimmelgefahr ist schon eine relative Feuchte von 80 Prozent an der Oberfläche kritisch; dazu dient der Schimmel-Rechner.

Das Verfahren ist stationär und vernachlässigt Feuchtespeicherung, Kapillartransport und Schlagregen. Für Holzkonstruktionen, Innendämmung im Altbau und Flachdächer werden deshalb oft instationäre Simulationen eingesetzt. Das Ergebnis ist eine erste Orientierung und ersetzt keinen bauphysikalischen Nachweis durch eine Fachplanerin oder einen Fachplaner.

Tipps und typische Fehler

Feuchte vermeiden.

  • Dämmung: Außen bevorzugt.
  • Innen: Dampfbremse prüfen.
  • Reihenfolge: Innen dichter.
  • Fachplanung: Bei Zweifeln.

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Häufige Fragen

Was berechnet das Glaser-Verfahren?

Ob und wie viel Wasserdampf im Winter innerhalb eines Bauteils kondensiert.

Was ist der sd-Wert?

Die wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke, also Schichtdicke mal μ-Wert.

Warum soll die Dämmung außen liegen?

Dann bleiben die dampfdichteren Schichten warm und der Taupunkt liegt in unkritischen Bereichen.

Wann ist Tauwasser im Bauteil unkritisch?

Wenn die Menge begrenzt bleibt und im Sommer vollständig austrocknen kann.

Welche μ-Werte haben gängige Baustoffe?

Mineralwolle etwa 1, Ziegel 5 bis 10, Beton 70 bis 150, Dampfbremsfolien sehr hoch.

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