Landwirtschaft

Grundfläche des Waldbestands berechnen

Wählen Sie das Verfahren: Bei der Winkelzählprobe tragen Sie Zählfaktor, die Summe der gezählten Stämme und die Zahl der Probepunkte ein. Alternativ rechnet der Rechner aus Stammzahl und mittlerem Brusthöhendurchmesser. Ergebnis ist die Kreisflächensumme je Hektar.

Ihre Aufnahme
Grenzstämme zählen als halber Stamm.
Durchmesser des Grundflächenmittelstamms in 1,3 m Höhe.
Tabellenwert für Baumart, Alter und Bonität aus der Ertragstafel. Stand prüfen.
Ergebnis

Was die Kreisflächensumme über einen Bestand aussagt

Die Grundfläche, in der Forstwirtschaft auch Kreisflächensumme genannt, ist die Summe der Stammquerschnitte aller Bäume eines Bestands in 1,3 Meter Höhe, bezogen auf einen Hektar. Sie wird in Quadratmetern je Hektar angegeben und ist neben Stammzahl und Oberhöhe eine der wichtigsten Kenngrößen der Waldmesslehre. Aus ihr leiten Förster den Bestockungsgrad, die Durchforstungsstärke und über Formzahl und Höhe auch den Holzvorrat ab.

Die Winkelzählprobe wurde 1948 von dem österreichischen Forstmann Walter Bitterlich entwickelt. Vom Probepunkt aus visiert man jeden Stamm in Brusthöhe mit einer festen Zählbreite an, etwa mit einem Relaskop oder einem einfachen Zählbrettchen. Erscheint der Stamm breiter als die Visurbreite, wird er gezählt; deckt er sie genau, zählt er halb. Die Zahl der gezählten Stämme mal Zählfaktor ergibt direkt die Grundfläche je Hektar.

Der Zählfaktor hängt vom Verhältnis zwischen Visurbreite und Abstand zum Auge ab. Bei 1 zu 50 beträgt er 1 m²/ha, bei 1 zu 25 sind es 4 m²/ha. Kleine Zählfaktoren eignen sich für junge oder lichte Bestände, große für ältere Bestände mit dicken Stämmen, damit je Punkt etwa fünf bis zwölf Stämme gezählt werden.

Winkelza¨hlprobe: G=Za¨hlfaktor⋅geza¨hlte Sta¨mmeProbepunkte; aus Stammzahl: G=N⋅π⋅(BHD in m)24; Bestockungsgrad=GG laut Ertragstafel\text{Winkelzählprobe}:\ G = \frac{\text{Zählfaktor} \cdot \text{gezählte Stämme}}{\text{Probepunkte}};\ \text{aus Stammzahl}:\ G = \frac{N \cdot \pi \cdot \left(\text{BHD in m}\right)^{2}}{4};\ \text{Bestockungsgrad} = \frac{G}{\text{G laut Ertragstafel}}

Beispiel: An 4 Probepunkten werden mit Zählfaktor 4 insgesamt 30 Stämme gezählt, also 7,5 je Punkt. Die Grundfläche beträgt 4 × 30 ÷ 4 = 30 m²/ha. Bei 2,5 Hektar Bestandesfläche sind das 75 m². Mit einem mittleren BHD von 32 cm hat der Mittelstamm 0,0804 m² Kreisfläche, daraus folgen rund 373 Stämme je Hektar. Gegenüber 32 m²/ha laut Ertragstafel ergibt sich ein Bestockungsgrad von 0,94.

Genauigkeit und Praxis der Grundflächenmessung

Eine einzelne Winkelzählprobe streut stark, weil sie nur die Bäume rund um einen Punkt erfasst. Für eine belastbare Aussage verteilen Sie mehrere Probepunkte gleichmäßig über den Bestand, etwa in einem Raster. Der Rechner mittelt deshalb über die Summe aller Zählungen. Je ungleichmäßiger der Bestand aufgebaut ist, desto mehr Punkte sind nötig.

Problematisch sind Stämme, die genau an der Grenze stehen. Für jeden Baum gibt es einen Grenzabstand, bis zu dem er noch gezählt wird; er beträgt beim Zählfaktor 1 genau 50 Zentimeter je Zentimeter Durchmesser, beim Zählfaktor 4 nur 25 Zentimeter. Bei Zweifeln messen Sie den Abstand und den Durchmesser nach. Am Hang muss der Zählfaktor bzw. die Visur korrigiert werden, moderne Relaskope tun das automatisch.

Für das zweite Verfahren benötigen Sie eine Vollkluppung oder eine Probekreisaufnahme mit Stammzahl und Durchmessern. Wichtig ist, dass der eingegebene BHD der Durchmesser des Grundflächenmittelstamms ist, also der quadratische Mittelwert. Das einfache arithmetische Mittel der Durchmesser ist etwas kleiner und führt zu einer zu niedrigen Grundfläche.

Der Bestockungsgrad vergleicht die gemessene Grundfläche mit dem Tabellenwert eines voll bestockten Bestands gleicher Baumart, gleichen Alters und gleicher Bonität aus der Ertragstafel, etwa nach Schober oder Wiedemann. Werte unter 0,7 gelten oft als licht, Werte über 1,0 als dicht. Die Tafelwerte unterscheiden sich je nach Tafel und Region, prüfen Sie den passenden Wert für Ihren Bestand.

Tipps und typische Fehler

Grundfläche messen.

  • Brusthöhe: 1,3 m.
  • Grenzstamm: Halb zählen.
  • Raster: Punkte verteilen.
  • Hang: Visur korrigieren.

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Häufige Fragen

Was bedeutet eine Grundfläche von 30 m² je Hektar?

Die Stammquerschnitte aller Bäume in 1,3 m Höhe ergeben zusammen 30 Quadratmeter auf einem Hektar Waldfläche.

Welchen Zählfaktor sollte ich wählen?

So, dass je Probepunkt etwa fünf bis zwölf Stämme gezählt werden. In älteren Beständen meist 4, in jungen eher 1 oder 2.

Wie zähle ich einen Grenzstamm?

Ein Stamm, der die Visurbreite genau ausfüllt, wird als halber Stamm gezählt.

Welche Hilfsmittel brauche ich für die Winkelzählprobe?

Ein Relaskop, ein Spiegelrelaskop oder ein einfaches Zählbrettchen mit festem Abstand zum Auge.

Wie viele Probepunkte sind sinnvoll?

Je nach Bestandesgröße und Gleichmäßigkeit meist mehrere je Hektar, gleichmäßig verteilt.

Auch gesucht als:
  • Grundfläche je Hektar berechnen
  • Winkelzählprobe Bitterlich
  • Kreisflächensumme Wald
  • Bestandesgrundfläche
  • Zählfaktor Relaskop
  • Bestockungsgrad berechnen
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