Wertung mit eingebauter Unsicherheit
Glicko wurde von dem Statistiker Mark Glickman als Weiterentwicklung des Elo-Systems entworfen. Der entscheidende Unterschied: Jede Wertung trägt eine Wertungsabweichung, kurz RD, mit sich. Sie beschreibt, wie sicher das System sich bei der Zahl ist. Eine Wertung von 1500 mit RD 50 ist gut belegt, dieselbe Zahl mit RD 300 ist kaum mehr als eine Vermutung.
Glicko-2 ergänzt eine dritte Größe, die Volatilität. Sie misst, wie sprunghaft die Leistung eines Spielers ist. Wer mal stark, mal schwach spielt, erhält eine höhere Volatilität, und seine Wertung reagiert schneller auf neue Ergebnisse. Die Systemkonstante tau legt fest, wie stark sich die Volatilität überhaupt ändern darf. Kleine Werte machen das System träger.
Gerechnet wird pro Bewertungsperiode: Alle Partien eines Zeitraums gehen gemeinsam in die Rechnung ein. Spielen Sie in einer Periode nicht, bleibt die Wertung gleich, nur die RD wächst. Der Rechner berücksichtigt bis zu drei Gegner. Wählen Sie bei einem Gegner nicht gespielt, wird er ignoriert.
Glicko in Spielen und Online-Plattformen
Das Beispiel entspricht dem Rechenbeispiel aus Glickmans Beschreibung des Verfahrens. Sie können damit prüfen, ob eine eigene Umsetzung, etwa für ein Turnier oder ein Hobbyprojekt, richtig rechnet. Gerade die iterative Bestimmung der neuen Volatilität ist fehleranfällig, wenn man sie selbst programmiert.
Auffällig ist der große Einfluss der Gegner-RD. Die Niederlage gegen den 1700er mit RD 300 kostet vergleichsweise wenig, weil dessen Stärke selbst unsicher ist. Der Sieg gegen den gut belegten 1400er zählt dagegen voll. Auch die eigene RD wirkt: Mit hoher Unsicherheit bewegt sich die Wertung nach wenigen Partien stark, mit niedriger RD nur in kleinen Schritten.
Glicko-2 wird unter anderem auf der Schachplattform Lichess eingesetzt, viele Spiele verwenden eigene Varianten. Plattformen wählen Startwerte, Periodenlänge und Grenzen für RD und Volatilität selbst und zeigen teils nur eine gerundete oder anders skalierte Zahl an. Die Werte dieses Rechners sind daher ein Nachvollzug des Verfahrens, nicht die exakte Anzeige eines bestimmten Spiels.
Der angezeigte Bereich ergibt sich aus Wertung plus und minus zwei RD. Er gibt grob an, wo die tatsächliche Spielstärke mit etwa 95 Prozent Wahrscheinlichkeit liegt. Für das klassische Elo-Verfahren ohne Unsicherheit nutzen Sie den Schach-Elo-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Wertung verstehen.
- RD: Unsicherheit.
- Periode: Partien bündeln.
- Gegner-RD: Wirkt mit.
- Plattform: Varianten möglich.
Weitere Rechner: Gaming
Häufige Fragen
Was ist die Wertungsabweichung RD?
Ein Maß für die Unsicherheit der Wertung. Je kleiner die RD, desto verlässlicher ist die Zahl.
Was macht die Volatilität?
Sie beschreibt, wie stark die Leistung schwankt, und steuert, wie schnell die Wertung reagiert.
Warum steigt die RD ohne Partien?
Ohne neue Ergebnisse wird die Einschätzung mit der Zeit unsicherer, deshalb wächst die RD.
Worin unterscheidet sich Glicko von Elo?
Glicko führt zusätzlich eine Unsicherheit der Wertung mit, die RD.
Welchen Wert hat tau meist?
Glickman empfiehlt Werte zwischen 0,3 und 1,2, Plattformen wählen selbst.
- Glicko-2 berechnen
- Glicko Rechner
- Rating Deviation berechnen
- Glicko-2 Volatilität
- Lichess Rating berechnen
- Glicko Wertung Formel
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