Landwirtschaft

Abzug für feuchtes Getreide berechnen

Tragen Sie Liefermenge, gemessene Kornfeuchte, die Basisfeuchte des Vertrags, den Preis sowie Trocknungskosten und Zuschlag Ihres Erfassers ein. Der Rechner zeigt Abrechnungsmenge, Abzüge und Auszahlung.

Ihre Lieferung
Bei Weizen meist 14,5 Prozent, bei Raps meist 9 Prozent. Stand prüfen.
Satz Ihres Erfassers je Tonne und Prozentpunkt. Stand prüfen.
Pauschaler Zuschlag laut Konditionen. Stand prüfen.
Ergebnis

Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.

Warum feuchtes Getreide Abzüge bringt

Getreide ist nur dann sicher lagerfähig, wenn die Kornfeuchte niedrig genug ist. Bei Weizen, Gerste und Roggen gelten in Deutschland meist 14 bis 14,5 Prozent als Basis, bei Raps etwa 9 Prozent. Wird feuchteres Erntegut angeliefert, muss der Erfasser es trocknen. Dafür zieht er Gewicht ab und berechnet Trocknungskosten, beides mindert die Auszahlung.

Der Gewichtsabzug folgt der sogenannten Schwundformel. Beim Trocknen verdunstet Wasser, die Trockenmasse bleibt gleich. Wer Getreide mit 17,5 Prozent Feuchte auf 14,5 Prozent trocknet, verliert deshalb nicht 3 Prozent, sondern 3 geteilt durch 85,5, also 3,51 Prozent seines Gewichts. Viele Erfasser schlagen pauschal einen Hantierungsverlust für Staub und Bruchkorn auf.

Die Trocknungskosten werden meist je Tonne Anlieferung und je Prozentpunkt Übertrocknung berechnet. Daneben gibt es Konditionen mit festen Abzugsstaffeln in Prozent je Punkt. Weil die Werte von Erfasser zu Erfasser und von Jahr zu Jahr unterschiedlich sind, lassen sich alle Sätze im Rechner frei eintragen. Maßgeblich sind die Konditionen, die Ihnen vorliegen.

Gewichtsabzug in  %=(Feuchte−Basis)⋅100100−Basis+Zuschlag; Trocknung=Menge×(Feuchte−Basis)×Satz; Auszahlung=(Menge−Abzug)×Preis−Trocknung\text{Gewichtsabzug in}\,\,\% = \frac{\left(\text{Feuchte} - \text{Basis}\right) \cdot 100}{100 - \text{Basis}} + \text{Zuschlag};\ \text{Trocknung} = \text{Menge} \times \left(\text{Feuchte} - \text{Basis}\right) \times \text{Satz};\ \text{Auszahlung} = \left(\text{Menge} - \text{Abzug}\right) \times \text{Preis} - \text{Trocknung}

Beispiel: 30 t Weizen mit 17,5 Prozent Feuchte, Basis 14,5 Prozent, Preis 200 Euro je Tonne, 1,80 Euro Trocknung je Tonne und Prozentpunkt, 0,5 Prozent Zuschlag: Der Abzug beträgt 3,51 + 0,5 = 4,01 Prozent oder 1,203 t, abgerechnet werden 28,797 t. Die Trocknung kostet 30 × 3 × 1,80 = 162,00 Euro. Ausgezahlt werden 5.597,47 Euro, also 402,53 Euro oder 13,42 Euro je Tonne weniger als bei trockener Ware.

Feuchte messen und Abzüge vermeiden

Prüfen Sie die Feuchte vor dem Drusch mit einem eigenen Messgerät oder durch eine Probe beim Erfasser. Schon ein Prozentpunkt weniger spart bei großen Mengen spürbar Geld. Oft lohnt es sich, einige Stunden später am Tag zu dreschen, wenn der Tau abgetrocknet ist. Gegen Abend steigt die Feuchte im Korn wieder an.

Ob eigenes Trocknen günstiger ist als der Abzug des Erfassers, hängt von Energiepreis, Anlagenkosten und Arbeitszeit ab. Vergleichen Sie dafür die Kosten je Tonne und Prozentpunkt. Bei geringer Überfeuchte kann auch das Belüften im eigenen Lager ausreichen, wenn die Außenluft trocken genug ist und das Getreide gleichmäßig durchströmt wird.

Beachten Sie, dass Erfasser neben der Feuchte weitere Qualitätsmerkmale abrechnen, etwa Besatz, Hektolitergewicht, Fallzahl und Proteingehalt. Diese Zu- und Abschläge sind im Rechner nicht enthalten. Für eine vollständige Abrechnung addieren Sie sie getrennt. Die Messung der Feuchte erfolgt beim Erfasser meist mit geeichten Geräten, bei Zweifeln können Sie eine Gegenprobe verlangen.

Rückstellproben sind sinnvoll, wenn Sie die Abrechnung später prüfen wollen. Nehmen Sie bei jeder Fuhre eine Probe und verwahren Sie sie luftdicht. Die Schwundformel ist physikalisch exakt, die Pauschalen und Sätze dagegen sind Vertragssache. Der Rechner ersetzt daher nicht die Konditionen Ihres Händlers oder Ihrer Genossenschaft.

Tipps und typische Fehler

Abzüge senken.

  • Messen: Vor dem Drusch.
  • Tageszeit: Nach dem Tau.
  • Proben: Zurückstellen.
  • Konditionen: Vergleichen.

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Häufige Fragen

Wie viel Gewicht verliert Getreide beim Trocknen?

Je Prozentpunkt Feuchte etwa 1,17 Prozent bei Basis 14,5 Prozent, nach der Schwundformel.

Welche Basisfeuchte gilt für Weizen?

Meist 14,5 Prozent, in manchen Verträgen 14 Prozent. Maßgeblich ist Ihr Vertrag.

Ist der Gewichtsabzug gleich der Feuchtedifferenz?

Nein. Er ist etwas größer, weil die Differenz auf die verbleibende Trockenmasse bezogen wird.

Ab welcher Feuchte wird bei Raps abgezogen?

Meist ab einer Feuchte über 9 Prozent, der genaue Wert steht in den Konditionen.

Lohnt sich eigenes Trocknen?

Das hängt von Energiekosten, Anlage und Menge ab. Vergleichen Sie die Kosten je Tonne und Prozentpunkt.

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