Wie viel wird geerntet?
Schon einige Wochen vor der Ernte lässt sich der Getreideertrag recht gut abschätzen. Das hilft bei der Vermarktung, der Planung von Lagerraum und Transport und bei der Frage, ob Vorverträge sinnvoll sind. Grundlage sind die drei Ertragskomponenten: Ähren je Quadratmeter, Körner je Ähre und das Tausendkorngewicht.
Multipliziert man Ähren und Körner, erhält man die Körner je Quadratmeter. Mal Tausendkorngewicht ergibt sich die Kornmasse. Bei 600 Ähren mit je 40 Körnern sind das 24.000 Körner je Quadratmeter. Mit 45 Gramm Tausendkorngewicht wiegen sie 1.080 Gramm, das entspricht 108 Dezitonnen je Hektar.
Weil beim Mähdrusch und durch Schätzfehler Verluste entstehen, zieht der Rechner einen Abschlag ab. Mit 5 Prozent bleiben 102,6 Dezitonnen je Hektar. Auf 20 Hektar sind das gut 205 Tonnen, bei 20 Euro je Dezitonne ein Erlös von rund 41.000 Euro.
So gelingt die Schätzung
Zählen Sie die Ähren an mehreren Stellen des Schlags, mindestens fünf bis zehn, die den Bestand gut repräsentieren. Ein Zählrahmen von einem Viertel oder einem halben Quadratmeter erleichtert die Arbeit. Meiden Sie Vorgewende, Fahrgassen und auffällige Stellen. Je ungleichmäßiger der Bestand, desto mehr Zählungen sind nötig.
Für die Körner je Ähre reiben Sie 20 bis 30 zufällig gewählte Ähren aus und bilden den Mittelwert. Das Tausendkorngewicht ist vor der Reife die unsicherste Größe, denn es entsteht erst während der Kornfüllung. Hitze und Trockenheit in dieser Phase können es deutlich senken. Setzen Sie den langjährigen Sortenwert an und korrigieren Sie bei Stress nach unten.
Typische Werte unterscheiden sich nach Kultur: Winterweizen hat oft 500 bis 700 Ähren je Quadratmeter, 30 bis 45 Körner je Ähre und ein Tausendkorngewicht von 40 bis 50 Gramm. Gerste hat mehr Ähren, aber leichtere Körner, Roggen längere Ähren mit mehr Körnern. Sortenbeschreibungen nennen Richtwerte.
Mit dem geschätzten Ertrag lässt sich der Deckungsbeitrag einer Kultur kalkulieren; dafür eignet sich der Deckungsbeitrag-Ackerbau-Rechner. Wie viel Gewicht beim Trocknen verloren geht, zeigt der Trocknung-Schwund-Rechner, die passende Aussaatmenge für das nächste Jahr der Saatgutbedarf-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Ertrag schätzen.
- Mehrfach: Zählen.
- Repräsentativ: Stellen wählen.
- TKG: Vorsichtig ansetzen.
- Vermarktung: Planen.
Weitere Rechner: Landwirtschaft
Häufige Fragen
Wie berechne ich den Getreideertrag?
Ähren je m² mal Körner je Ähre mal Tausendkorngewicht geteilt durch 10.000 ergibt dt/ha.
Was ist das Tausendkorngewicht?
Das Gewicht von 1.000 Körnern in Gramm.
Wie genau ist die Ertragsschätzung?
Sie gibt einen Anhalt; das Tausendkorngewicht ist vor der Reife unsicher.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Schätzung?
Ab der Milchreife, wenn Ähren und Körner gut zählbar sind.
Wie viele Ähren hat Weizen je m²?
Oft 500 bis 700, je nach Sorte und Bestand.
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Rechtlicher Hinweis: Die Ergebnisse sind Richtwerte für die Planung. Düngeverordnung, Förder- und Tierhaltungsrecht, Wasserrecht und regionale Vorgaben haben Vorrang; verbindliche Berechnungen und Anträge erstellen Sie mit den amtlichen Verfahren und Ihrer Beratung.
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