Beruf & Arbeitszeit

Freelancer oder angestellt: Stundensatz berechnen

Tragen Sie Ihr Bruttogehalt als Angestellte oder Angestellter, Ihre Kosten und Ihre realistische Auslastung ein. Der Rechner zeigt Stundensatz, Tagessatz und den nötigen Jahresumsatz.

Gehalt, Kosten und Arbeitszeit
Inklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
Mindestens der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, Stand prüfen.
Technik, Büro, Versicherungen, Weiterbildung, Steuerberatung.
Akquise, Verwaltung und Leerlauf werden nicht bezahlt.
Ergebnis

Welchen Stundensatz brauche ich als Freelancer?

Wer vom Angestelltenjob in die Selbstständigkeit wechselt, unterschätzt oft den nötigen Stundensatz. Der Bruttostundenlohn als Angestellter ist kein guter Maßstab, denn als Freelancer tragen Sie Kosten, die bisher der Arbeitgeber übernommen hat: den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung bei Krankheit, Arbeitsmittel und Büro.

Hinzu kommt, dass nicht jede Arbeitsstunde bezahlt wird. Akquise, Angebote, Buchhaltung, Weiterbildung und Leerlauf zwischen Projekten gehören zur Arbeit, lassen sich aber keinem Kunden in Rechnung stellen. Viele Freelancer rechnen nur 60 bis 80 Prozent ihrer Zeit ab. Der Rechner berücksichtigt das über den Anteil abrechenbarer Stunden.

Aus Gehalt, Zuschlag und Kosten ergibt sich der Jahresumsatz, den Sie brauchen. Geteilt durch die abrechenbaren Stunden ergibt sich der Stundensatz ohne Umsatzsteuer. Zum Vergleich zeigt der Rechner, um welchen Faktor er über Ihrem bisherigen Stundenlohn liegt. Faustregeln nennen oft einen Faktor von etwa zwei.

No¨tiger Umsatz=Bruttogehalt×(1+Zuschlag)+Betriebskosten; abrechenbare Stunden=(Arbeitstage−Urlaub−Krankheit)×Stunden pro Tag×Auslastung; Stundensatz=Umsatzabrechenbare Stunden\text{Nötiger Umsatz} = \text{Bruttogehalt} \times \left(1 + \text{Zuschlag}\right) + \text{Betriebskosten};\ \text{abrechenbare Stunden} = \left(\text{Arbeitstage} - \text{Urlaub} - \text{Krankheit}\right) \times \text{Stunden pro Tag} \times \text{Auslastung};\ \text{Stundensatz} = \frac{\text{Umsatz}}{\text{abrechenbare Stunden}}

Beispiel: 60.000 Euro brutto, 21 Prozent Zuschlag, 6.000 Euro Kosten, 250 Arbeitstage, 30 Tage Urlaub, 10 Krankheitstage, 8 Stunden am Tag, 70 Prozent Auslastung: Sie können 1.176 Stunden abrechnen und brauchen 78.600 Euro Umsatz. Das ergibt einen Stundensatz von 66,84 Euro und einen Tagessatz von 534,69 Euro. Als Angestellter verdienen Sie 34,09 Euro pro Stunde, der Faktor beträgt 1,96.

Was der Vergleich berücksichtigt und was nicht

Der Zuschlag steht für die Absicherung, die Sie als Selbstständige oder Selbstständiger selbst bezahlen. In der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen freiwillig Versicherte den vollen Beitrag allein, die Altersvorsorge müssen Sie in vielen Berufen selbst organisieren. Wer sich gut absichern will, sollte einen höheren Zuschlag als 21 Prozent ansetzen. Die Beitragssätze ändern sich; prüfen Sie den aktuellen Stand.

Der Vergleich ist vereinfacht. Er nimmt an, dass das gleiche Brutto plus Arbeitgeberanteil zu einem ähnlichen Netto führt. Tatsächlich unterscheiden sich Steuer, Beiträge und Absetzmöglichkeiten im Einzelfall deutlich. Auch das Risiko von Auftragslücken und das fehlende Arbeitslosengeld sprechen für eine Reserve im Stundensatz.

Prüfen Sie den Stundensatz anschließend am Markt. Liegt er weit über dem, was Kunden in Ihrem Bereich zahlen, helfen eine höhere Auslastung, niedrigere Kosten oder eine Spezialisierung, mit der Sie höhere Preise durchsetzen können. Ein zu niedriger Satz rächt sich dagegen spätestens bei der ersten längeren Krankheit.

Die Umsatzsteuer kommt auf den Stundensatz hinzu, sofern Sie nicht die Kleinunternehmerregelung nutzen. Ausführlicher rechnet der Stundensatz-Rechner für Selbstständige, was nach Steuern bleibt, der Selbstständig-Netto-Rechner. Die Ergebnisse sind keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Tipps und typische Fehler

Freelance kalkulieren.

  • Auslastung: Realistisch.
  • Reserve: Für Lücken.
  • Absicherung: Selbst zahlen.
  • Markt: Sätze prüfen.

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Häufige Fragen

Wie viel muss ein Freelancer mehr verdienen als ein Angestellter?

Oft etwa das Doppelte des Angestellten-Stundenlohns, je nach Kosten und Auslastung.

Wie viele Stunden kann ein Freelancer abrechnen?

Häufig 1.000 bis 1.400 Stunden im Jahr.

Ist der Stundensatz netto oder brutto?

Netto, die Umsatzsteuer kommt bei Bedarf hinzu.

Was ist ein üblicher Tagessatz für Freelancer?

Je nach Branche oft 400 bis 1.000 Euro.

Brauche ich als Freelancer eine Rentenversicherung?

In einigen Berufen ist sie Pflicht, sonst sollten Sie privat vorsorgen.

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