Wie man Druschverluste misst
Ein Teil der Körner landet beim Mähdrusch nicht im Korntank, sondern auf dem Feld. Verluste entstehen am Schneidwerk, beim Ausdrusch, wenn Körner in der Ähre bleiben, und an der Reinigung und den Schüttlern oder dem Rotor. Weil die Körner einzeln kaum auffallen, werden die Verluste ohne Messung oft unterschätzt. Schon ein Prozent des Ertrags kann auf einem großen Betrieb mehrere tausend Euro ausmachen.
Die einfachste Messung ist die Zählprobe. Hinter dem Mähdrescher wird auf einer bekannten Fläche, etwa mit einem Zählrahmen oder einer unter die Maschine gelegten Verlustschale, die Zahl der Körner bestimmt. Mehrere Proben über die Arbeitsbreite verteilt liefern ein besseres Bild als eine einzelne. Zusätzlich lohnt eine Zählung im ungedroschenen Bestand, um natürliche Ausfallverluste abzuziehen.
Aus der Zahl der Körner je Quadratmeter und der Tausendkornmasse ergibt sich das Gewicht. Ein Gramm Körner je Quadratmeter entspricht zehn Kilogramm je Hektar. Der Rechner setzt den Verlust ins Verhältnis zum Ertrag, bewertet ihn in Euro und nennt die Zahl der Körner je Quadratmeter, die beim gewählten Zielwert gerade noch zulässig wäre.
Zielwerte und Stellschrauben am Mähdrescher
Welche Verluste tolerierbar sind, hängt von Kultur und Bedingungen ab. Für Getreide gilt in Beratungsunterlagen häufig ein Wert um ein Prozent als gut erreichbar, bei Raps werden wegen der kleinen Körner und der Platzneigung der Schoten oft etwas höhere Werte hingenommen. Entscheidend ist der Vergleich: Wer mehrere Einstellungen misst, sieht schnell, welche Änderung wirkt.
Gleichzeitig ist ein Verlust von null kein sinnvolles Ziel. Um die Verluste weiter zu senken, müsste meist langsamer gefahren werden, was die Flächenleistung verringert und die Ernte in die Länge zieht. Die Kunst liegt darin, die Fahrgeschwindigkeit so zu wählen, dass Schüttler oder Rotor gerade noch sauber trennen. Viele Mähdrescher zeigen Verluste über Sensoren an; diese sollten mit Zählproben abgeglichen werden.
Häufige Stellschrauben sind Dreschtrommeldrehzahl und Korbabstand, Gebläsedrehzahl, Sieböffnungen und die Haspeleinstellung am Schneidwerk. Feuchtes Stroh, Lager und Unkraut erhöhen die Verluste deutlich. Auch der Schnittzeitpunkt am Tag spielt eine Rolle, weil sich das Stroh mittags oft leichter trennt. Die Betriebsanleitung und die Angaben des Herstellers zur Einstellung haben Vorrang vor allgemeinen Faustwerten.
Die Tausendkornmasse sollten Sie aus der eigenen Ernte bestimmen, da sie je nach Sorte und Jahr stark schwankt. Zählen Sie dazu zweimal 500 Körner ab und wiegen Sie sie. Weil Verluste vor allem bei hohem Ertrag und Preis ins Geld gehen, lohnt die Messung besonders zu Beginn jedes neuen Schlags. Wie viel ein Bestand insgesamt bringt, schätzt der Ertragsschätzung-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Verluste senken.
- Messen: Mehrere Proben nehmen.
- Tempo: Fahrgeschwindigkeit anpassen.
- Reinigung: Gebläse einstellen.
- Handbuch: Herstellerwerte nutzen.
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Häufige Fragen
Wie rechne ich Körner je m² in kg/ha um?
Körner je m² mal Tausendkornmasse in Gramm geteilt durch 100 ergibt kg/ha.
Welche Druschverluste sind normal?
Bei Getreide gilt etwa ein Prozent des Ertrags als gute Orientierung, bei Raps oft etwas mehr.
Warum zählt man auch vor dem Drusch?
Um natürliche Ausfallverluste abzuziehen, die nicht der Mähdrescher verursacht hat.
Wie groß sollte die Zählfläche sein?
Ein Quadratmeter über die Schnittbreite verteilt ist üblich, kleinere Rahmen funktionieren mit mehreren Proben.
Wo entstehen die meisten Verluste?
Meist an Schüttlern oder Rotor und Reinigung, bei Lager und Raps auch am Schneidwerk.
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