Was misst die Braden-Skala?
Die Braden-Skala wurde 1987 von Barbara Braden und Nancy Bergstrom in den USA entwickelt und ist heute eines der verbreitetsten Instrumente zur Einschätzung des Dekubitusrisikos. Ein Dekubitus ist ein Druckgeschwür, das entsteht, wenn Haut und Gewebe über längere Zeit zu stark belastet und schlecht durchblutet werden.
Bewertet werden sechs Bereiche: sensorisches Empfindungsvermögen, Feuchtigkeit, Aktivität, Mobilität, Ernährung sowie Reibung und Scherkräfte. Die ersten fünf erhalten 1 bis 4 Punkte, der letzte 1 bis 3 Punkte. So ergibt sich eine Summe zwischen 6 und 23. Je niedriger der Wert, desto höher das Risiko.
Der Rechner addiert die Punkte, ordnet das Ergebnis in Risikostufen ein und zeigt die schwächste Kategorie. Dort setzen Maßnahmen meist am wirksamsten an. Die Einschätzung ersetzt nicht die fachliche Beurteilung durch Pflegefachkräfte und Ärzte; bei Hautveränderungen sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden.
Risikostufen und Maßnahmen
Verbreitet ist folgende Einteilung: 19 bis 23 Punkte kein erhöhtes Risiko, 15 bis 18 geringes Risiko, 13 bis 14 mittleres Risiko, 10 bis 12 hohes Risiko und 9 Punkte oder weniger sehr hohes Risiko. Ab 18 Punkten und darunter gilt eine Person als gefährdet. Einzelne Einrichtungen arbeiten mit leicht abweichenden Grenzen.
Der Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) empfiehlt keine starre Anwendung von Skalen. Im Mittelpunkt steht eine fachliche Einschätzung, bei der Skalen wie Braden, Norton oder Waterlow unterstützen können. Entscheidend ist, ob die Person sich selbst ausreichend bewegen und entlasten kann.
Typische Maßnahmen bei erhöhtem Risiko sind regelmäßige Positionswechsel, druckverteilende Matratzen und Sitzkissen, eine sorgfältige Hautpflege bei Inkontinenz, ausreichende Ernährung mit genug Eiweiß und Flüssigkeit sowie Hilfsmittel gegen Reibung beim Umlagern. Die schwächste Kategorie im Ergebnis zeigt, wo zuerst anzusetzen ist.
Die Einschätzung sollte bei Aufnahme und danach in festen Abständen wiederholt werden, außerdem immer dann, wenn sich der Zustand ändert, etwa nach einer Operation, bei Fieber oder neuer Bettlägerigkeit. Dokumentieren Sie den Wert mit Datum, damit Veränderungen sichtbar werden. Der Rechner hilft beim schnellen und fehlerfreien Zusammenzählen.
Tipps und typische Fehler
Risiko gezielt senken.
- Lagerung: Regelmäßig wechseln.
- Haut: Täglich prüfen.
- Ernährung: Eiweiß und Flüssigkeit.
- Dokumentation: Mit Datum.
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Häufige Fragen
Ab welchem Braden-Wert besteht Dekubitusgefahr?
Ab 18 Punkten und darunter gilt ein Risiko, unter 13 Punkten ein hohes.
Wie viele Punkte hat die Braden-Skala höchstens?
23 Punkte, der niedrigste mögliche Wert ist 6.
Wer hat die Braden-Skala entwickelt?
Barbara Braden und Nancy Bergstrom im Jahr 1987.
Wie oft wird die Braden-Skala erhoben?
Bei Aufnahme und danach regelmäßig sowie bei jeder Zustandsänderung.
Welche Skalen gibt es neben Braden?
Zum Beispiel die Norton-Skala und die Waterlow-Skala.
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