Was ist der Barthel-Index?
Der Barthel-Index wurde 1965 von der Ärztin Florence Mahoney und der Physiotherapeutin Dorothea Barthel veröffentlicht. Er misst, wie selbstständig ein Mensch grundlegende Alltagsaktivitäten bewältigt. In Krankenhäusern, in der Rehabilitation und in der Geriatrie gehört er zu den Standardinstrumenten, etwa bei der Aufnahme nach einem Schlaganfall oder vor der Entlassung.
Bewertet werden zehn Aktivitäten: Essen, Baden, Körperpflege, An- und Auskleiden, Stuhl- und Urinkontrolle, Toilettenbenutzung, Transfer zwischen Bett und Stuhl, Gehen sowie Treppensteigen. Je nach Bedeutung gibt es 5, 10 oder 15 Punkte für volle Selbstständigkeit. Die Summe reicht von 0 für vollständige Abhängigkeit bis 100.
Der Rechner zählt die Punkte zusammen, nennt die Einstufung und listet die Bereiche auf, in denen Hilfe nötig ist. Bewertet wird, was die Person tatsächlich tut, nicht was sie theoretisch könnte. In Deutschland ist dafür das Hamburger Einstufungsmanual verbreitet, das die einzelnen Stufen genau beschreibt.
Einstufung und Grenzen
Häufig verwendet wird diese Einteilung: 0 bis 30 Punkte weitgehend pflegeabhängig, 35 bis 80 Punkte hilfsbedürftig, 85 bis 95 Punkte punktuell hilfsbedürftig und 100 Punkte selbstständig. Andere Quellen, etwa Shah und Kollegen, teilen feiner ein. Wichtiger als die Stufe ist meist der Verlauf über mehrere Messungen.
Der Barthel-Index ist kein Instrument zur Feststellung eines Pflegegrads. Für die Pflegeversicherung prüft der Medizinische Dienst mit dem Begutachtungsinstrument nach dem Elften Buch Sozialgesetzbuch, das sechs Module wie Mobilität, kognitive Fähigkeiten und Selbstversorgung umfasst. Ein niedriger Barthel-Wert kann aber ein Anlass sein, einen Antrag zu stellen.
Eine bekannte Schwäche ist der Deckeneffekt: Wer 100 Punkte erreicht, kann trotzdem im Alltag Unterstützung brauchen, etwa beim Einkaufen, bei Medikamenten oder wegen Gedächtnisproblemen. Diese Bereiche erfasst der erweiterte Barthel-Index oder die Skala der instrumentellen Aktivitäten nach Lawton und Brody.
Für einen aussagekräftigen Verlauf sollten dieselben Personen unter ähnlichen Bedingungen einschätzen. Halten Sie Datum, Uhrzeit und Besonderheiten wie Schmerzen oder neue Hilfsmittel fest. Der Rechner hilft bei der Berechnung; die Bewertung und die daraus folgende Versorgung gehören in die Hände von Pflegefachkräften, Therapeuten und Ärzten.
Tipps und typische Fehler
Verlauf beobachten.
- Tatsächlich: Was die Person tut.
- Gleich: Bedingungen konstant halten.
- Verlauf: Mehrfach erheben.
- Ergänzen: Kognition prüfen.
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Häufige Fragen
Was bedeutet ein Barthel-Index von 100?
Die Person bewältigt alle zehn bewerteten Alltagsaktivitäten ohne Hilfe.
Wie viele Punkte gibt es für das Gehen?
Bis zu 15 Punkte, ebenso für den Transfer zwischen Bett und Stuhl.
Ist der Barthel-Index dasselbe wie der Pflegegrad?
Nein, der Pflegegrad wird mit einem eigenen Begutachtungsinstrument festgestellt.
Wer erhebt den Barthel-Index?
Meist Pflegefachkräfte, Therapeuten oder Ärzte in Klinik und Reha.
Was misst der Barthel-Index nicht?
Kognitive Fähigkeiten und Tätigkeiten wie Einkaufen oder Haushalt.
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- Selbstständigkeit Pflege Skala
- ADL Score
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