Fünf Kennzahlen, ein Frühwarnwert
Der Ökonom Edward Altman hat 1968 untersucht, welche Bilanzkennzahlen insolvente und gesunde Unternehmen am besten unterscheiden. Mit einer statistischen Diskriminanzanalyse fand er eine Kombination aus fünf Verhältniszahlen, die er zu einem Punktwert zusammenfasste. Dieser Z-Score wird bis heute in Kreditprüfung, Aktienanalyse und Lehre verwendet.
Die fünf Größen messen Liquidität, angesammelte Ertragskraft, operative Rentabilität, Verschuldung und Kapitalumschlag. Jede wird durch die Bilanzsumme oder die Verbindlichkeiten geteilt, damit Unternehmen unterschiedlicher Größe vergleichbar sind. Die Gewichte stammen aus Altmans Stichprobe und sind je Modell festgelegt.
Weil das ursprüngliche Modell für börsennotierte Industrieunternehmen gebaut wurde, hat Altman später Varianten veröffentlicht. Das Z′-Modell nutzt den Buchwert des Eigenkapitals für nicht börsennotierte Firmen. Das Z″-Modell verzichtet auf den Umsatz, weil der Kapitalumschlag zwischen Branchen stark schwankt.
Ergebnis richtig deuten
Im Original-Modell gilt ein Wert über 2,99 als sichere Zone und ein Wert unter 1,81 als gefährdet. Dazwischen liegt die Grauzone, in der keine klare Aussage möglich ist. Beim Z′-Modell liegen die Grenzen bei 1,23 und 2,9, beim Z″-Modell bei 1,1 und 2,6. Der Rechner wendet automatisch die passenden Grenzen an.
Ein niedriger Wert bedeutet nicht, dass eine Insolvenz bevorsteht, und ein hoher Wert schließt sie nicht aus. Der Z-Score ist ein statistisches Frühwarnsignal, das auf historischen Daten beruht. Banken, Ratingagenturen und Auskunfteien verwenden heute deutlich umfangreichere Modelle.
Besonders aussagekräftig ist die Entwicklung über mehrere Jahre. Fällt der Wert von Jahr zu Jahr, lohnt ein Blick auf die einzelnen Kennzahlen: Sinkt das EBIT, wächst die Verschuldung oder schrumpft das Working Capital? Die Teilwerte X1 bis X5 zeigt der Rechner deshalb einzeln an.
Für Banken, Versicherungen und Immobiliengesellschaften ist der Z-Score ungeeignet, weil deren Bilanzen anders aufgebaut sind. Ergänzend helfen Verschuldungsgrad, Eigenkapitalquote und Zinsdeckungsgrad. Die Berechnung ist keine Rechts- oder Anlageberatung.
Tipps und typische Fehler
Frühwarnsignal nutzen.
- Modell: Passend wählen.
- Verlauf: Mehrere Jahre.
- Teilwerte: Einzeln ansehen.
- Ergänzen: Weitere Kennzahlen.
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Häufige Fragen
Welche Werte brauche ich für den Z-Score?
Bilanzsumme, Working Capital, Gewinnrücklagen, EBIT, Eigenkapital, Verbindlichkeiten und Umsatz.
Welches Modell passt zu einer GmbH?
Für nicht börsennotierte Unternehmen das Z′-Modell, für Dienstleister das Z″-Modell.
Ab welchem Wert ist ein Unternehmen gefährdet?
Im Original-Modell unter 1,81, im Z′-Modell unter 1,23, im Z″-Modell unter 1,1.
Wer hat den Z-Score entwickelt?
Der US-Ökonom Edward Altman im Jahr 1968.
Taugt der Z-Score für Banken?
Nein, für Finanzinstitute ist er nicht geeignet.
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- Insolvenzrisiko Bilanz
- Z-Score Formel
- Altman Z Score GmbH
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