Immobilien & Wohnen

Wärmepumpe im Altbau: Eignung prüfen

Tragen Sie Wohnfläche, bisherigen Jahresverbrauch und die nötige Vorlauftemperatur ein. Der Rechner schätzt die Heizlast pro Quadratmeter und zeigt, ob eine Wärmepumpe ohne große Umbauten sinnvoll arbeiten kann.

Ihr Haus und Ihre Heizung
Heizöl: Liter × 10 ergibt ungefähr kWh. Möglichst ein Mittel aus mehreren Jahren nehmen.
Alter Konstanttemperaturkessel etwa 75 bis 85, Brennwertkessel etwa 90 bis 98.
Richtwert für Wohngebäude etwa 1.800 bis 2.400 Stunden; mit Warmwasser über die Heizung eher mehr.
Testweise die Kesseltemperatur im Winter senken und prüfen, ob alle Räume warm bleiben.
Wärmepumpentarife liegen oft unter dem Haushaltsstrompreis. Aktuellen Tarif eintragen, Stand prüfen.
Ergebnis

Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.

Taugt mein Altbau für eine Wärmepumpe?

Ob eine Wärmepumpe im Bestand wirtschaftlich läuft, hängt weniger vom Baujahr ab als von zwei Kennzahlen: der Heizlast pro Quadratmeter und der Vorlauftemperatur, die die Heizkörper an kalten Tagen brauchen. Beides lässt sich ohne Gutachten grob einschätzen, wenn der Verbrauch der bisherigen Gas- oder Ölheizung bekannt ist.

Der Rechner zieht vom Brennstoffverbrauch die Verluste des alten Kessels ab und erhält so die Wärme, die das Haus tatsächlich braucht. Teilt man diese durch die Vollbenutzungsstunden, also die Stunden, die eine Heizung rechnerisch unter Volllast laufen würde, ergibt sich die Heizlast in Kilowatt. Bezogen auf die Wohnfläche lässt sie sich mit Erfahrungswerten vergleichen.

Bis etwa 60 Watt pro Quadratmeter und 55 Grad Vorlauf gilt ein Haus als gut geeignet. Bis 100 Watt und 65 Grad funktioniert eine Wärmepumpe meist, oft aber erst nach dem Tausch einzelner Heizkörper oder einer Dämmmaßnahme. Darüber sinkt die Effizienz deutlich, und die Stromkosten steigen.

Heizlast (kW)=Verbrauch⋅WirkungsgradVollbenutzungsstunden; spezifische Heizlast=Heizlast⋅1.000Wohnfla¨che; Strombedarf=Heizwa¨rmeJahresarbeitszahl\text{Heizlast}\,\left(\text{kW}\right) = \frac{\text{Verbrauch} \cdot \text{Wirkungsgrad}}{\text{Vollbenutzungsstunden}};\ \text{spezifische Heizlast} = \frac{\text{Heizlast} \cdot 1.000}{\text{Wohnfläche}};\ \text{Strombedarf} = \frac{\text{Heizwärme}}{\text{Jahresarbeitszahl}}

Beispiel: Ein Haus mit 140 m² verbraucht 22.000 kWh Gas, der alte Kessel hat 85 Prozent Wirkungsgrad. Der Heizwärmebedarf beträgt 18.700 kWh, bei 2.000 Vollbenutzungsstunden ergibt sich eine Heizlast von 9,35 kW oder rund 67 W/m². Bei 55 Grad Vorlauf schätzt der Rechner eine Jahresarbeitszahl von 3,6, also etwa 5.194 kWh Strom und bei 0,30 Euro je kWh rund 1.558 Euro im Jahr. Einschätzung: geeignet mit Anpassungen.

Was die Werte bedeuten und wie Sie sie verbessern

Die Jahresarbeitszahl beschreibt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom macht. Jedes Grad weniger Vorlauf verbessert sie spürbar. Der Rechner nutzt eine einfache Näherung für Luft-Wasser-Wärmepumpen; Erd- und Grundwasseranlagen erreichen meist höhere Werte. Die tatsächliche Zahl hängt von Gerät, Einstellung und Wetter ab.

Die Vorlauftemperatur lässt sich vor dem Kauf testen: Senken Sie in einer kalten Woche die Vorlauftemperatur der bestehenden Heizung schrittweise ab und beobachten Sie, ab wann einzelne Räume nicht mehr warm werden. Diese Räume zeigen, wo größere Heizkörper oder eine bessere Dämmung den größten Nutzen bringen.

Wichtige Hebel im Altbau sind der hydraulische Abgleich, der Austausch weniger zu kleiner Heizkörper, die Dämmung der obersten Geschossdecke und neue Fenster in besonders kalten Räumen. Oft reichen zwei oder drei dieser Schritte, um die Vorlauftemperatur unter 55 Grad zu bringen. Eine Komplettsanierung ist dafür selten nötig.

Der Rechner liefert eine erste Einordnung, keine Planung. Für Geräteauswahl, Förderanträge und die Auslegung der Heizflächen ist eine raumweise Heizlastberechnung durch Fachbetrieb oder Energieberatung nötig. Förderbedingungen und Strompreise ändern sich regelmäßig; bitte den aktuellen Stand bei den zuständigen Stellen prüfen.

Tipps und typische Fehler

Altbau vorbereiten.

  • Vorlauf: Im Winter testen.
  • Heizkörper: Engpässe tauschen.
  • Abgleich: Hydraulisch einstellen.
  • Fachplanung: Heizlast raumweise.

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Häufige Fragen

Wie hoch darf die Heizlast für eine Wärmepumpe sein?

Bis etwa 60 W/m² gilt als gut, bis 100 W/m² ist eine Wärmepumpe mit Anpassungen meist möglich.

Welche Vorlauftemperatur ist ideal?

Je niedriger, desto besser. Unter 55 Grad arbeiten Luft-Wasser-Wärmepumpen in der Regel effizient.

Kann ich den Ölverbrauch eintragen?

Ja, ein Liter Heizöl entspricht etwa 10 kWh. Rechnen Sie die Liter entsprechend um.

Funktioniert eine Wärmepumpe mit normalen Heizkörpern?

Oft ja, wenn die Heizkörper groß genug sind und der Vorlauf unter etwa 55 Grad bleibt.

Was sind Vollbenutzungsstunden?

Die Stunden, die eine Heizung rechnerisch unter voller Leistung laufen müsste, um den Jahresbedarf zu decken.

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