Wie viel leistet ein Heizkörper bei niedriger Vorlauftemperatur?
Hersteller geben die Leistung eines Heizkörpers für einen Normzustand an: 75 Grad Vorlauf, 65 Grad Rücklauf und 20 Grad Raumtemperatur nach der Norm DIN EN 442. In vielen Häusern läuft die Heizung aber mit deutlich niedrigeren Temperaturen, und mit einer Wärmepumpe sollen es möglichst nur 35 bis 55 Grad sein. Dann gibt derselbe Heizkörper spürbar weniger Wärme ab.
Maßgeblich ist die mittlere Übertemperatur, also wie viel wärmer das Heizwasser im Mittel als die Raumluft ist. Weil die Temperatur im Heizkörper nicht linear abfällt, wird sie als logarithmische Übertemperatur berechnet. Im Normzustand beträgt sie 49,8 Kelvin. Die Leistung ändert sich nicht proportional, sondern mit dem Verhältnis der Übertemperaturen hoch dem Heizkörperexponenten n, der bei üblichen Plattenheizkörpern bei etwa 1,3 liegt.
Der Rechner gibt die tatsächliche Leistung, den Anteil an der Normleistung und die Normleistung aus, die ein Heizkörper bräuchte, um bei Ihren Temperaturen die gleiche Wärme wie im Normzustand zu liefern. Dazu kommt der nötige Heizwasser-Volumenstrom, der für den hydraulischen Abgleich wichtig ist.
Heizkörper für die Wärmepumpe prüfen
Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. Als Faustregel steigt die Jahresarbeitszahl um zwei bis drei Prozent für jedes Grad weniger Vorlauf. Bevor Heizkörper getauscht werden, lohnt sich deshalb die Prüfung, ob die vorhandenen Flächen bei 50 oder 55 Grad ausreichen. Häufig sind Heizkörper in älteren Häusern großzügig bemessen, weil sie für 90/70 Grad ausgelegt wurden und das Haus inzwischen besser gedämmt ist.
Vergleichen Sie die berechnete Leistung mit der Heizlast des Raums. Reicht sie nicht, helfen größere Heizkörper, ein zusätzlicher Heizkörper oder der Tausch einzelner Modelle gegen Typen mit mehr Platten und Lamellen. Gebläseunterstützte Niedertemperatur-Heizkörper erreichen auch bei 35 Grad noch gute Leistungen. Oft genügt es, nur die kritischen Räume nachzurüsten.
Die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf beeinflusst das Ergebnis ebenfalls. Bei Wärmepumpen werden oft kleinere Spreizungen von fünf bis sieben Kelvin gefahren. Dann liegt die mittlere Heizkörpertemperatur höher, und die Leistung steigt bei gleichem Vorlauf etwas an. Dafür ist ein höherer Volumenstrom nötig, den Pumpe und Ventile schaffen müssen.
Die Rechnung gilt für die Formel nach DIN EN 442 und einen konstanten Exponenten. Abdeckungen, Verkleidungen und Vorhänge mindern die Leistung zusätzlich. Die Heizlast eines Raums schätzt der Raumheizlast-Rechner, die Jahreskosten der Wärmepumpe der Wärmepumpen-Rechner. Für eine verbindliche Auslegung sollten Sie einen Heizungsfachbetrieb oder Energieberater hinzuziehen.
Tipps und typische Fehler
Heizkörper auslegen.
- Datenblatt: Normleistung ablesen.
- Heizlast: Raumweise vergleichen.
- Abgleich: Hydraulisch einstellen.
- Vorlauf: Schrittweise senken.
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Häufige Fragen
Was bedeutet 75/65/20 bei Heizkörpern?
Vorlauf 75 Grad, Rücklauf 65 Grad und Raumtemperatur 20 Grad, der Normzustand für die Leistungsangabe.
Reichen meine Heizkörper für eine Wärmepumpe?
Wenn die berechnete Leistung bei 50 bis 55 Grad Vorlauf die Heizlast der Räume deckt, ja.
Was ist der Heizkörperexponent?
Er beschreibt, wie stark die Leistung mit der Übertemperatur sinkt; bei Plattenheizkörpern etwa 1,3.
Wie viel Leistung hat ein Heizkörper bei 35 Grad Vorlauf?
Bei 35/30/20 Grad und Exponent 1,3 nur etwa 16 Prozent der Normleistung.
Was ist die alte Norm 90/70/20?
Die frühere Auslegung, nach der viele ältere Heizkörper bemessen wurden.
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