Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.
Wie viel Luft braucht der Stall?
In geschlossenen, zwangsbelüfteten Ställen muss die Lüftung im Sommer die Wärme der Tiere abführen und im Winter Feuchte, Kohlendioxid und Ammoniak aus dem Stall bringen, ohne ihn auszukühlen. Daraus ergeben sich zwei Auslegungswerte: die hohe Sommerluftrate für die Größe der Ventilatoren und die niedrige Mindestluftrate für den Winterbetrieb.
Die DIN 18910 legt fest, wie diese Luftraten über eine Wärme- und Feuchtebilanz des Stalls berechnet werden. Weil die Wärmeabgabe der Tiere ungefähr mit dem Stoffwechselgewicht wächst, also dem Gewicht hoch 0,75, rechnet der Rechner mit Richtwerten je Kilogramm Stoffwechselgewicht. Für ein Mastschwein mit 80 Kilogramm ergeben sich so rund 80 Kubikmeter je Stunde im Sommer und 27 im Winter.
Die Richtwerte sind eine erste Orientierung für Planung und Kontrolle, keine normgerechte Berechnung. Liegen Ihnen Werte aus einer Berechnung nach DIN 18910, aus der Planung des Lüftungsbauers oder aus Empfehlungen Ihrer Landwirtschaftskammer vor, tragen Sie diese je Tier ein. Dann rechnet der Rechner nur noch mit Ihren Werten.
Auslegung und Betrieb
Die Förderleistung eines Ventilators hängt vom Gegendruck in Kanälen, Zuluftklappen und Abluftkaminen ab. Verwenden Sie den Wert aus der Kennlinie des Herstellers bei dem Druck, der in Ihrer Anlage tatsächlich anliegt, meist zwischen 30 und 60 Pascal. Die Angabe bei freiem Ausblasen ist deutlich höher und führt zu einer zu knappen Auslegung.
Im Hochsommer reicht selbst die volle Sommerluftrate nicht immer aus, um Hitzestress zu vermeiden. Zusätzliche Maßnahmen wie Kühlung der Zuluft, Sprühbefeuchtung, Ventilatoren über den Liegeflächen oder eine geringere Belegung helfen. In der Geflügelhaltung empfehlen Länderbehörden Sommerluftraten von mehreren Kubikmetern je Kilogramm Lebendgewicht und Stunde.
Im Winter darf die Lüftung nicht unter die Mindestluftrate fallen, auch wenn es im Stall kühl wird. Sonst steigen Luftfeuchte, Kohlendioxid und Ammoniak an, und Atemwegserkrankungen nehmen zu. Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung nennt Höchstwerte für Schadgase im Tierbereich; eine Messung mit Prüfröhrchen oder Sensoren zeigt, ob die Luftführung stimmt.
Notstromversorgung und Alarmanlage sind bei zwangsbelüfteten Ställen vorgeschrieben, weil die Tiere bei Ausfall der Lüftung innerhalb kurzer Zeit in Lebensgefahr geraten. Für Neubau und Umbau gilt die Planung eines Fachbetriebs nach DIN 18910; der Rechner ersetzt sie nicht. Die Richtwerte sollten Sie am aktuellen Stand der Beratungsempfehlungen prüfen.
Tipps und typische Fehler
Stallklima sichern.
- Kennlinie: Mit Gegendruck rechnen.
- Winter: Mindestrate halten.
- Alarm: Regelmäßig testen.
- Messen: Schadgase prüfen.
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Häufige Fragen
Was ist die Sommerluftrate?
Die Luftmenge, die im Sommer die Wärme der Tiere aus dem Stall abführt.
Wie viel Luft braucht ein Mastschwein?
Im Sommer grob 80 m³/h, im Winter etwa 25 bis 30 m³/h bei 80 kg.
Welche Norm gilt für die Stalllüftung?
Die DIN 18910 für wärmegedämmte, zwangsbelüftete Ställe.
Warum braucht ein Stall eine Notstromversorgung?
Bei Lüftungsausfall geraten die Tiere schnell in Lebensgefahr.
Was bedeutet Stoffwechselgewicht?
Das Gewicht hoch 0,75, mit dem die Wärmeabgabe der Tiere wächst.
- Stallluftrate berechnen
- Sommerluftrate
- Winterluftrate Stall
- Lüftung Schweinestall
- DIN 18910 Luftrate
- Ventilator Stall berechnen
Rechtlicher Hinweis: Die Ergebnisse sind Richtwerte für die Planung. Düngeverordnung, Förder- und Tierhaltungsrecht, Wasserrecht und regionale Vorgaben haben Vorrang; verbindliche Berechnungen und Anträge erstellen Sie mit den amtlichen Verfahren und Ihrer Beratung.
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