Faustformeln für die Stromstärke
Die Stromstärke bestimmt, wie tief der Lichtbogen in den Grundwerkstoff einbrennt und wie schnell Zusatzwerkstoff abschmilzt. Ist sie zu gering, klebt die Elektrode, die Naht wird überhöht und es entstehen Bindefehler. Ist sie zu hoch, spritzt es stark, die Naht hängt durch und dünne Bleche brennen durch. Für den Einstieg haben sich in der Praxis einfache Faustformeln bewährt.
Beim Lichtbogenhandschweißen richtet sich der Strom nach dem Kerndrahtdurchmesser der Stabelektrode: etwa 30 bis 40 Ampere je Millimeter. Beim MAG- und WIG-Schweißen ist die Blechdicke der Ausgangspunkt. Für Stahl gelten bei MAG rund 40 A je Millimeter, bei WIG 30 bis 40 A/mm; Aluminium leitet die Wärme besser ab und braucht beim WIG-Schweißen etwa 40 bis 50 A/mm.
Zusätzlich gibt der Rechner die konventionelle Lastspannung nach DIN EN IEC 60974-1 aus. Diese Norm für Lichtbogenschweißeinrichtungen ordnet jedem Strom eine typische Lichtbogenspannung zu. Bei MAG-Geräten mit getrennter Spannungseinstellung dient sie als Startwert.
Einstellen und nachjustieren
Die Richtwerte gelten für Stumpf- und Kehlnähte in Wannenlage. In Zwangslagen, also senkrecht steigend oder über Kopf, arbeitet man meist 10 bis 20 Prozent schwächer, damit das Schmelzbad nicht abläuft. Bei Wurzellagen und Spalt wird ebenfalls reduziert, bei dicken Blechen mit Mehrlagentechnik eher der obere Bereich genutzt.
Basische Elektroden brauchen meist etwas mehr Strom als rutile, und viele Hersteller drucken den empfohlenen Bereich auf die Verpackung. Beim MAG-Schweißen hängen Draht, Schutzgas und Lichtbogenart eng zusammen: Kurzlichtbogen für dünne Bleche, Sprühlichtbogen ab etwa 200 A für dickere Werkstücke. Der angegebene Drahtvorschub ist nur eine grobe Schätzung, weil er stark vom Gerät und vom Gas abhängt.
Beim WIG-Schweißen von Stahl wird mit Gleichstrom und der Wolframelektrode am Minuspol geschweißt, Aluminium dagegen mit Wechselstrom, damit die Oxidschicht aufgebrochen wird. Der Rechner schlägt die Elektrodenstärke passend zur Stromstärke vor. Herstellerangaben und Normen haben Vorrang.
Machen Sie immer eine Probenaht an einem Reststück gleicher Dicke. Schutzkleidung, Schweißschirm mit passender Schutzstufe und Absaugung sind Pflicht. Wie viel Zusatzwerkstoff eine Naht braucht, berechnet der Schweißnaht-Volumen-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Schweißen.
- Probe: Reststück nutzen.
- Lage: Steigend weniger Strom.
- Packung: Angaben lesen.
- Schutz: Schirm und Absaugung.
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Häufige Fragen
Wie viel Ampere braucht eine 2,5er Elektrode?
Etwa 75 bis 100 A, als Startwert rund 88 A; die Angaben des Herstellers auf der Packung haben Vorrang.
Warum wird beim Schweißen nach oben weniger Strom eingestellt?
Damit das Schmelzbad kleiner bleibt und nicht nach unten abläuft.
Welche Wolframelektrode für 100 A?
Für Stahl mit Gleichstrom meist 2,4 mm, für Aluminium mit Wechselstrom ebenfalls 2,4 mm.
Welches Schweißverfahren eignet sich für dünne Bleche?
WIG oder MAG im Kurzlichtbogen; Stabelektroden sind für Bleche unter 2 mm schwierig.
Was bedeutet die Einschaltdauer?
Der Anteil von zehn Minuten, den ein Gerät bei einem Strom ohne Überhitzung schweißen kann.
- Schweißstrom berechnen
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- WIG Stromstärke Aluminium
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