Welche Drehzahl ist richtig?
Zu schnell gebohrt, wird der Bohrer heiß und stumpf, zu langsam gebohrt, kommt man kaum voran und der Bohrer kann verlaufen. Die richtige Drehzahl hängt von zwei Dingen ab: vom Durchmesser des Bohrers und von der Schnittgeschwindigkeit, die das Material und das Werkzeug vertragen. Dieser Rechner verbindet beide.
Die Schnittgeschwindigkeit ist die Geschwindigkeit, mit der sich die Schneidkante am Außenrand durch das Material bewegt, angegeben in Metern pro Minute. Je größer der Bohrer, desto länger ist der Weg pro Umdrehung. Große Bohrer müssen deshalb langsamer drehen als kleine, um dieselbe Schnittgeschwindigkeit zu erreichen.
Die Auswahlliste enthält Richtwerte für Bohrer aus Schnellarbeitsstahl. Beschichtete oder Hartmetallbohrer vertragen deutlich höhere Werte, die Sie über die eigene Schnittgeschwindigkeit eintragen. Maßgeblich sind immer die Angaben des Bohrerherstellers; die Listenwerte sind Anhaltspunkte für den Einstieg.
Praxistipps zum Bohren
An der Ständerbohrmaschine stellen Sie die nächstniedrigere Stufe ein, wenn die berechnete Drehzahl nicht genau verfügbar ist. Bei Akkuschraubern und Handbohrmaschinen hilft der Gang- oder Drehzahlwahlschalter. Große Löcher in Stahl bohren Sie am besten vor, etwa mit einem Drittel des Enddurchmessers, und erhöhen dann schrittweise.
Kühlen und schmieren Sie beim Bohren von Stahl und besonders von Edelstahl mit Schneidöl. Edelstahl verfestigt sich bei Reibung ohne Vorschub, deshalb gilt dort: niedrige Drehzahl, kräftiger und gleichmäßiger Vorschub. Aluminium neigt dagegen zum Schmieren; hier helfen hohe Drehzahl, scharfe Bohrer und etwas Spiritus oder Schneidöl.
Bei Holz und Kunststoff ist die Drehzahl weniger kritisch, aber auch hier gilt: Große Forstnerbohrer und Lochsägen brauchen niedrige Drehzahlen. Weiche Kunststoffe können bei zu hoher Drehzahl schmelzen und am Bohrer kleben. Ein sauberes Bohrbild und gleichmäßige Späne sind ein gutes Zeichen für passende Werte.
Für Drehzahl und Geschwindigkeit an Rädern und Wellen nutzen Sie den Drehzahl-Geschwindigkeits-Rechner. Für Gewindebohrungen gilt: Kernloch mit dem passenden Durchmesser bohren, dann das Gewinde langsam schneiden. Tragen Sie bei Arbeiten an Maschinen Schutzbrille und spannen Sie das Werkstück immer fest ein.
Tipps und typische Fehler
Sauber bohren.
- Vorbohren: Bei großen Löchern.
- Kühlen: Schneidöl.
- Edelstahl: Langsam, fester Druck.
- Spannen: Werkstück fixieren.
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Häufige Fragen
Wie berechne ich die Drehzahl zum Bohren?
Schnittgeschwindigkeit mal 1000 geteilt durch Pi mal Bohrerdurchmesser in Millimetern.
Warum drehen große Bohrer langsamer?
Weil der Außenrand pro Umdrehung einen längeren Weg zurücklegt.
Welche Drehzahl für Edelstahl?
Eine niedrige, etwa 400 U/min bei 8 mm, mit kräftigem Vorschub und Kühlung.
Was bedeutet HSS?
Schnellarbeitsstahl, das übliche Material für Metallbohrer.
Wann Kobaltbohrer verwenden?
Bei Edelstahl und harten Werkstoffen, weil sie hitzebeständiger sind.
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