Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.
Digitale und analoge Pegel verbinden
Im Tonstudio treffen zwei Pegelwelten aufeinander. Analoge Geräte arbeiten mit Spannungen, die in dBu oder dBV angegeben werden. Digitale Systeme messen in dBFS, also bezogen auf die Vollaussteuerung des Wandlers. Über 0 dBFS gibt es nichts mehr, das Signal wird hart abgeschnitten. Welche Spannung 0 dBFS entspricht, legt der Hersteller des Wandlers fest.
Die Bezugswerte sind festgelegt: 0 dBu entsprechen 0,7746 Volt Effektivspannung, das ist die Spannung, die an 600 Ohm ein Milliwatt erzeugt. 0 dBV entsprechen genau einem Volt. Der Unterschied zwischen beiden beträgt rund 2,2 Dezibel. Consumer-Geräte arbeiten mit −10 dBV, professionelle Geräte mit +4 dBu, was einem Abstand von knapp 12 Dezibel entspricht.
Mit der Kalibrierung des Wandlers lässt sich jeder dBFS-Wert in eine Spannung übersetzen und umgekehrt. Der Rechner zeigt dazu die Effektivspannung, die Spitzenspannung und die Spitze-Spitze-Spannung eines Sinussignals sowie den Abstand bis zur Vollaussteuerung. Liegt ein Wert über 0 dBFS, wird er als Übersteuerung markiert.
EBU, SMPTE und die Praxis
In Europa ist die Empfehlung EBU R68 verbreitet: Ein Sinuston mit 0 dBu entspricht −18 dBFS, die Vollaussteuerung liegt also bei +18 dBu. In den USA folgt man häufig SMPTE RP155, wo +4 dBu bei −20 dBFS liegen und 0 dBFS damit +24 dBu entsprechen. Viele Audio-Interfaces sind abweichend kalibriert, oft auf Werte zwischen +10 und +24 dBu. Den genauen Wert finden Sie im Datenblatt unter maximalem Eingangs- oder Ausgangspegel.
Der Headroom ist der Abstand zwischen Arbeitspegel und Vollaussteuerung. Er fängt Spitzen ab, die bei Sprache und Musik weit über dem Durchschnittspegel liegen. Bei der Aufnahme sollte der Durchschnitt deshalb deutlich unter 0 dBFS bleiben. Mit 24 Bit Auflösung ist genug Dynamik vorhanden, sodass Aussteuern um −18 dBFS kein hörbares Rauschen erzeugt.
Beachten Sie die Definition von 0 dBFS. Nach AES17 hat ein Sinus mit voller Aussteuerung einen Effektivwert von 0 dBFS. Manche Pegelmesser berechnen dagegen den reinen Effektivwert und zeigen denselben Sinus mit −3 dBFS an. Die Spitzenspannungen im Rechner gelten für Sinussignale; bei Musik ist der Scheitelfaktor deutlich größer.
Die Umrechnung von Spannungspegeln folgt der Definition des Dezibels für Feldgrößen mit dem Faktor 20 im Logarithmus. Für Leistungen in Funk und Hochfrequenztechnik ist dagegen dBm mit dem Faktor 10 üblich. Bei Lautheitsmessungen für Rundfunk und Streaming nach EBU R128 kommen LUFS hinzu, die zusätzlich die Hörempfindung gewichten und mit diesem Rechner nicht berechnet werden.
Tipps und typische Fehler
Pegel sauber setzen.
- Datenblatt: Kalibrierung.
- Reserve: Headroom lassen.
- 24 Bit: Leiser aufnehmen.
- Meter: Definition prüfen.
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Häufige Fragen
Wie viel dBu sind 0 dBFS?
Das hängt vom Wandler ab, nach EBU R68 +18 dBu, nach SMPTE RP155 +24 dBu.
Was ist der Unterschied zwischen dBu und dBV?
dBu bezieht sich auf 0,7746 V, dBV auf 1 V; dBV-Werte sind um 2,2 dB kleiner.
Warum bei −18 dBFS aussteuern?
Das entspricht bei EBU-Kalibrierung dem analogen Nennpegel und lässt 18 dB Reserve für Spitzen.
Was bedeutet −10 dBV?
Den Consumer-Nennpegel von rund 0,316 V, etwa 12 dB unter +4 dBu.
Kann ein Signal über 0 dBFS gehen?
Nein, im Wandler wird es abgeschnitten; es entsteht Clipping.
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