Wie hoch ist die Verschuldung wirklich?
Die Nettoverschuldung, englisch Net Debt, zieht von den Finanzschulden das vorhandene Geld ab. Ein Unternehmen mit 800.000 Euro Schulden und 150.000 Euro Bargeld hat eine Nettoverschuldung von 650.000 Euro. Das ist die Summe, die es zur Schuldenfreiheit noch erwirtschaften müsste, wenn es sein gesamtes Geld einsetzt.
Interessant wird die Zahl im Verhältnis zum EBITDA. Der Quotient Net Debt zu EBITDA gibt an, wie viele Jahre das operative Ergebnis nötig wäre, um die Nettoschulden zu tilgen. Er ist eine der meistgenutzten Kennzahlen bei Kreditverträgen und in der Unternehmensbewertung. Werte bis 3 gelten als moderat, über 5 als hoch.
Mit dem freien Cashflow berechnet der Rechner außerdem, wie viele Jahre die Entschuldung tatsächlich dauert. Anders als das EBITDA berücksichtigt der Cashflow Steuern, Zinsen und Investitionen, ist also näher an der Realität. Die beiden Zeiträume zeigen, ob Schulden bequem oder nur mit Mühe zu tragen sind.
Hinweise zur Interpretation
Die zulässige Verschuldung hängt von der Branche ab. Planbare Geschäfte mit stabilen Erträgen, etwa Versorger, vertragen mehr Schulden als zyklische Branchen. Banken vereinbaren oft Grenzwerte, sogenannte Covenants, und verlangen bei Überschreitung höhere Zinsen oder Sicherheiten. Kennen Sie die Werte in Ihren Kreditverträgen.
Auch die Zusammensetzung der Schulden zählt. Kurzfristige Schulden müssen bald refinanziert werden, was in Krisen schwierig sein kann. Langfristige Schulden mit festen Zinsen sind planbarer. Schulden aus Leasing und Pensionen werden je nach Definition mitgerechnet; der Rechner betrachtet nur Finanzschulden.
Ist das Ergebnis negativ, das Unternehmen also netto schuldenfrei, meldet der Rechner das. Zur Beurteilung der Zahlungsfähigkeit ergänzen Sie die Kennzahl um den Kapitaldienst-Rechner und die Liquiditätsgrade.
Beobachten Sie die Kennzahl über mehrere Jahre. Ein sinkender Faktor zeigt, dass das Unternehmen schneller wächst als seine Schulden, ein steigender, dass die Verschuldung zunimmt. Besonders vor größeren Investitionen oder Übernahmen sollten Sie berechnen, wie sich der Faktor entwickeln würde, und prüfen, ob Kreditbedingungen eingehalten werden.
Tipps und typische Fehler
Schulden einordnen.
- Faktor: Bis 3 gilt als moderat.
- Covenants: Kreditverträge prüfen.
- Fristen: Kurzfristige Schulden beachten.
- Cashflow: Entschuldungsdauer prüfen.
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Häufige Fragen
Was ist ein gutes Net Debt zu EBITDA?
Bis etwa 3 gilt als moderat. Über 5 gilt als hoch.
Was gehört zu den Finanzschulden?
Bankdarlehen, Anleihen und verzinsliche Gesellschafterdarlehen.
Warum zieht man liquide Mittel ab?
Weil sie zur Tilgung zur Verfügung stehen und die tatsächliche Last verringern.
Was ist Net Debt?
Finanzschulden minus liquide Mittel.
Was ist ein hoher Verschuldungsfaktor?
Über etwa 5 gilt als hoch.
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