Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.
So funktioniert der Dieselfloater
Im Straßengüterverkehr schwankt der Dieselpreis oft stärker als in einem Jahresvertrag sinnvoll abzubilden ist. Viele Speditionen und Verlader vereinbaren deshalb einen Dieselfloater, auch Dieselzuschlag oder Kraftstoffzuschlag genannt. Er passt die vereinbarte Fracht automatisch an, wenn der Dieselpreis vom Basiswert abweicht, der bei Vertragsabschluss gegolten hat.
Das Prinzip ist einfach: Nur der Teil der Fracht, der auf Kraftstoff entfällt, soll sich mit dem Dieselpreis bewegen. Steigt der Diesel um 10 Prozent und macht er 30 Prozent der Transportkosten aus, steigt die Fracht um 3 Prozent. Personal, Fahrzeug, Maut und Verwaltung bleiben von der Anpassung unberührt, für sie gelten eigene Preisgleitklauseln oder Nachverhandlungen.
Als Referenzpreis dienen meist veröffentlichte Werte, etwa der Dieselpreisindex des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) oder die Erzeugerpreise des Statistischen Bundesamts. Ob mit Netto- oder Bruttopreisen gerechnet wird, ob monatlich oder wöchentlich angepasst wird und welcher Stichtag gilt, legt der Vertrag fest. Basis und aktueller Wert müssen auf dieselbe Weise ermittelt sein.
Kraftstoffanteil, Stufen und Verhandlung
Der Kraftstoffanteil ist der entscheidende Hebel. Im Fernverkehr mit Sattelzügen lag er nach Kostenstrukturerhebungen des BGL in den letzten Jahren häufig zwischen einem Viertel und einem Drittel der Gesamtkosten, im Verteilerverkehr wegen höherer Personalanteile eher darunter. Seit der CO2-Maut ist der Mautanteil gewachsen, was den Kraftstoffanteil relativ verringert. Der passende Wert sollte für jede Relation begründet und regelmäßig überprüft werden.
Viele Verträge arbeiten mit Stufen, um nicht bei jeder Centbewegung neu abrechnen zu müssen. Dann wird der Floater auf volle oder halbe Prozentpunkte gerundet. Häufig gibt es zusätzlich eine Schwelle: Erst wenn sich der Dieselpreis um mehr als einen bestimmten Prozentsatz ändert, wird angepasst. Beides können Sie im Rechner einstellen und so die Wirkung Ihrer Vertragsklausel prüfen.
Ein fair formulierter Floater wirkt in beide Richtungen. Sinkt der Dieselpreis unter die Basis, entsteht rechnerisch ein Abschlag, den der Auftraggeber erhält. Manche Verträge sehen nur Zuschläge vor oder setzen eine Untergrenze; welche Regel gilt, steht in den Vertragsbedingungen. Der Rechner zeigt den Abschlag an, wenn das Ergebnis negativ ist.
Die Berechnung dient zur Kontrolle von Rechnungen und zur Vorbereitung von Verhandlungen; sie ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Prüfen Sie bei Streitfragen den genauen Wortlaut der Preisgleitklausel und ob die Umsatzsteuer auf den Zuschlag anfällt, was bei steuerpflichtigen Frachtleistungen der Fall ist.
Tipps und typische Fehler
Fracht prüfen.
- Index: Quelle festlegen.
- Basis: Netto oder brutto.
- Anteil: Je Relation.
- Stufen: Klar regeln.
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Häufige Fragen
Was ist ein Dieselfloater?
Eine Preisgleitklausel, die die Fracht an Änderungen des Dieselpreises gegenüber einem vereinbarten Basispreis anpasst.
Welcher Kraftstoffanteil ist üblich?
Im Fernverkehr oft 20 bis 35 Prozent der Transportkosten, je nach Fahrzeug, Relation und Mautanteil.
Gibt es beim Floater auch Abschläge?
Wenn der Vertrag es vorsieht, sinkt die Fracht bei fallendem Dieselpreis entsprechend.
Wie oft wird der Floater angepasst?
Meist monatlich, manchmal wöchentlich; der Rhythmus steht im Frachtvertrag.
Was ist der Basispreis beim Dieselfloater?
Der Dieselpreis, der bei Vertragsabschluss als Ausgangswert vereinbart wurde.
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