Beruf & Arbeitszeit

Bradford-Faktor berechnen

Geben Sie ein, wie oft eine Person im betrachteten Zeitraum krank war und wie viele Tage sie insgesamt gefehlt hat. Der Rechner zeigt Faktor, Einordnung und Vergleichswerte.

Fehlzeiten im Zeitraum
Jede zusammenhängende Abwesenheit zählt als ein Fall.
Ergebnis

Was der Bradford-Faktor misst

Der Bradford-Faktor ist eine Kennzahl aus der Personalpraxis, die in den 1980er Jahren an der britischen University of Bradford entwickelt wurde. Er bewertet Fehlzeiten nicht nur nach ihrer Länge, sondern vor allem nach ihrer Häufigkeit. Dahinter steht die Beobachtung, dass viele kurze, unangekündigte Ausfälle einen Betrieb stärker stören als eine einzelne längere Krankheit.

Die Formel ist einfach: Die Zahl der Fälle wird quadriert und mit der Summe der Fehltage multipliziert. Wer einmal zehn Tage krank ist, kommt auf einen Faktor von zehn. Wer fünfmal je zwei Tage fehlt, also ebenfalls zehn Tage, erreicht 250. Gleiche Fehlzeit, aber ein 25-mal höherer Wert.

Der Rechner zeigt neben dem Faktor auch die durchschnittliche Dauer je Fall und wie stark ein einziger zusätzlicher Krankheitsfall den Wert erhöhen würde. So wird nachvollziehbar, warum die Kennzahl auf Häufigkeit so empfindlich reagiert.

Bradford-Faktor B=S2×D , mit S=Zahl der Krankheitsfa¨lleund D=Fehltage insgesamt im Betrachtungszeitraum\text{Bradford-Faktor B} = S^{2} \times D\,{,}\ \quad \text{mit}\ S = \text{Zahl der Krankheitsfälle}\quad \text{und}\ D = \text{Fehltage insgesamt im Betrachtungszeitraum}

Beispiel: Vier Krankheitsfälle mit zusammen acht Fehltagen: B = 4² × 8 = 128. Das liegt in der üblichen Stufe 125 bis 399. Die Fälle dauerten im Schnitt zwei Tage. Wären die acht Tage ein einziger Fall gewesen, läge der Faktor bei 8; ein weiterer eintägiger Fall würde ihn auf 225 heben.

Grenzen und rechtlicher Rahmen in Deutschland

Die verbreiteten Schwellen von 50, 125, 400 und 650 stammen aus britischen Unternehmen. Sie sind weder wissenschaftlich begründet noch in Deutschland rechtlich verankert. Ein hoher Wert sagt nichts über die Ursache aus: Chronische Erkrankungen, Pflege von Angehörigen oder belastende Arbeitsbedingungen können dahinterstehen.

Gesundheitsdaten sind nach der Datenschutz-Grundverordnung besonders geschützt. Wer Fehlzeiten systematisch auswertet, braucht eine Rechtsgrundlage und muss in Betrieben mit Betriebsrat dessen Mitbestimmung beachten. Eine automatische Sanktion allein aufgrund eines Schwellenwerts ist in Deutschland nicht zulässig.

Eine krankheitsbedingte Kündigung setzt eine negative Gesundheitsprognose, erhebliche betriebliche Beeinträchtigungen und eine Interessenabwägung voraus. Bei mehr als sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit innerhalb eines Jahres muss der Arbeitgeber zudem ein betriebliches Eingliederungsmanagement anbieten. Der Bradford-Faktor ersetzt keine dieser Prüfungen.

Sinnvoll eingesetzt kann die Kennzahl helfen, Gesprächsbedarf früh zu erkennen und unterstützende Angebote zu machen. Für die Quote im ganzen Team eignet sich der Krankenstand-Rechner. Der Rechner ist keine Rechtsberatung; bei gesundheitlichen Beschwerden ist ärztlicher Rat der richtige Weg, nicht eine Kennzahl.

Tipps und typische Fehler

Fehlzeiten fair bewerten.

  • Ursachen: Erst nachfragen.
  • Datenschutz: Beachten.
  • Betriebsrat: Einbinden.
  • BEM: Ab sechs Wochen.

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Häufige Fragen

Wie berechnet man den Bradford-Faktor?

Zahl der Fälle zum Quadrat mal Zahl der Fehltage.

Ab welchem Bradford-Faktor wird es kritisch?

In der britischen Praxis gelten Werte ab 125 als erhöht, rechtlich hat das keine Bedeutung.

Darf der Arbeitgeber den Bradford-Faktor nutzen?

Nur im Rahmen von Datenschutz und Mitbestimmung, nicht als alleinige Grundlage für Sanktionen.

Woher stammt der Bradford-Faktor?

Aus Forschung an der britischen University of Bradford in den 1980er Jahren.

Welcher Zeitraum wird betrachtet?

Üblich ist ein rollierender Zeitraum von 52 Wochen.

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