Stand: Gesetzeslage 2026. Vereinfachte Berechnung. Im Einzelfall sind Abweichungen möglich, zum Beispiel durch Freibeträge, Kirchensteuer, Sonderausgaben oder besondere Lebenslagen. Verbindlich beantworten das Finanzamt, ein Steuerberater oder die Rentenversicherung.
Wie teuer ist die Arbeitslosenversicherung für Selbstständige?
Selbstständige können sich nach § 28a SGB III freiwillig in der Arbeitslosenversicherung weiterversichern. Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der Selbstständigkeit gestellt werden, und in den 30 Monaten davor müssen mindestens zwölf Monate Versicherungspflicht oder Bezug von Arbeitslosengeld liegen. Der Beitrag hängt nicht vom Gewinn ab.
Berechnet wird er aus der monatlichen Bezugsgröße der Sozialversicherung, 2026 bundeseinheitlich 3.955 Euro, und dem Beitragssatz von 2,6 Prozent. Das ergibt 102,83 Euro im Monat. Im Jahr der Gründung und im folgenden Kalenderjahr zählt nach § 345b SGB III nur die Hälfte der Bezugsgröße, der Beitrag beträgt dann 51,42 Euro.
Wird die Selbstständigkeit aufgegeben, wird das Arbeitslosengeld meist fiktiv bemessen, weil kein Arbeitsentgelt vorliegt. Maßgeblich ist nach § 152 SGB III die Qualifikation, die für die angestrebte Beschäftigung nötig ist. Der Rechner schätzt daraus das Arbeitslosengeld.
Lohnt sich die freiwillige Versicherung?
Ein Jahresbeitrag von gut 1.230 Euro entspricht weniger als einem Monat Arbeitslosengeld. Schon bei kurzer Arbeitslosigkeit nach einer gescheiterten Gründung kann sich die Versicherung lohnen. Sie sichert außerdem den Anspruch auf Leistungen der Arbeitsförderung wie Weiterbildung. Die Anspruchsdauer richtet sich nach der Versicherungszeit und dem Alter, meist sind es bis zu zwölf Monate.
Der Anspruch hat Grenzen: Wer zweimal Arbeitslosengeld aus der freiwilligen Versicherung bezogen hat, kann sich nach erneuter Selbstständigkeit nicht wieder versichern. Wer kündigt, muss Beiträge mindestens fünf Jahre gezahlt haben; Ausnahmen gelten bei Insolvenz. Gerät man mit Beiträgen drei Monate in Rückstand, endet die Versicherung.
Die Schätzung des Arbeitslosengeldes ist eine Näherung. Die Agentur für Arbeit rechnet tageweise mit der Lohnsteuer des jeweiligen Jahres und der Sozialversicherungspauschale von 20 Prozent. Kirchensteuer und Besonderheiten wie Steuerklasse V sind im Rechner nicht berücksichtigt; maßgeblich ist der Bescheid der Agentur.
Alternativen sind private Einkommensversicherungen, die jedoch selten echte Arbeitslosigkeit absichern, sowie Rücklagen. Für Gründer lohnt sich in den ersten Jahren besonders der halbe Beitrag. Lassen Sie sich bei der Agentur für Arbeit beraten, bevor die Antragsfrist von drei Monaten abläuft. Keine Finanzberatung.
Tipps und typische Fehler
Absicherung planen.
- Frist: Drei Monate.
- Gründung: Halber Beitrag.
- Zahlung: Pünktlich.
- Beratung: Agentur.
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Häufige Fragen
Wie hoch ist der ALV-Beitrag für Selbstständige 2026?
102,83 Euro im Monat, in der Gründungsphase 51,42 Euro.
Bis wann muss ich die freiwillige Arbeitslosenversicherung beantragen?
Innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Selbstständigkeit.
Wie wird mein Arbeitslosengeld berechnet?
Meist fiktiv nach Qualifikationsgruppe aus einem Teil der Bezugsgröße.
Wann bekomme ich Arbeitslosengeld nach der Selbstständigkeit?
Wenn Sie mindestens zwölf Monate Beiträge in zwei Jahren gezahlt haben und arbeitslos gemeldet sind.
Ist der Beitrag steuerlich absetzbar?
Ja, als Vorsorgeaufwendung im Rahmen der Höchstbeträge.
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- § 28a SGB III
Rechtlicher Hinweis: Die Berechnungen sind keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind Ihr Arbeits- oder Tarifvertrag, die Gesetze und die Auskunft der zuständigen Stelle (zum Beispiel Arbeitsagentur, Krankenkasse oder Rentenversicherung).
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