Garten & Hobby

Kette und Garnbedarf für den Webstuhl berechnen

Tragen Sie Webbreite, Kett- und Schussdichte, die Länge des Webstücks, die Einwebung, den Anknüpfverlust und die Lauflänge Ihres Garns ein. Der Rechner zeigt die Zahl der Kettfäden, die Kettlänge und den Garnbedarf in Metern und Gramm.

Webstück und Garn
Ergibt sich aus Blattdichte und Fäden pro Rohr.
Hängt vom Webstuhl ab: Webrahmen oft 30 bis 50 cm, Schaftwebstuhl 60 bis 90 cm.
Ergebnis

Aus welchen Teilen eine Kette besteht

Bevor das erste Schussgarn eingetragen wird, steht beim Weben die Kette: alle Längsfäden, die parallel auf den Webstuhl gespannt werden. Ihre Zahl ergibt sich aus der Webbreite im Blatt und der Kettdichte, also wie viele Fäden auf einen Zentimeter kommen. Bei 50 cm Breite und 6 Fäden pro Zentimeter sind das 300 Kettfäden. Die Kettdichte folgt aus der Blattteilung und der Zahl der Fäden je Rohr.

Jeder Kettfaden muss länger sein als das fertige Webstück. Durch das Auf und Ab um die Schussfäden verkürzt sich der Faden im Gewebe, das nennt man Einwebung. Nach dem Abnehmen und Waschen schrumpft das Gewebe zusätzlich. In Anleitungen für Handweberei werden dafür meist 10 bis 15 Prozent zugeschlagen. Dazu kommt der Anknüpfverlust: das Stück am Anfang und Ende der Kette, das sich nicht verweben lässt.

Der Anknüpfverlust hängt stark vom Webstuhl ab. Bei einem kleinen Webrahmen sind es oft 30 bis 50 cm, bei einem Schaftwebstuhl mit tiefer Bauweise 60 bis 90 cm oder mehr. Messen Sie ihn an Ihrem Gerät einmal aus, indem Sie den Abstand vom Warenbaum über Brustbaum, Schäfte und Streichbaum bis zum Kettbaum bestimmen. Dieser Wert gilt dann für jede künftige Kette.

Kettfa¨den=Webbreite×Kettdichte; Kettla¨nge=Webstu¨ckla¨nge×(1+Einwebung Kette)+Anknu¨pfverlust; Kettgarn=Kettfa¨den×Kettla¨nge; Schu¨sse=Webstu¨ckla¨nge×Schussdichte; Schussgarn=Schu¨sse×Webbreite×(1+Einwebung Schuss)\text{Kettfäden} = \text{Webbreite} \times \text{Kettdichte};\ \text{Kettlänge} = \text{Webstücklänge} \times \left(1 + \text{Einwebung Kette}\right) + \text{Anknüpfverlust};\ \text{Kettgarn} = \text{Kettfäden} \times \text{Kettlänge};\ \text{Schüsse} = \text{Webstücklänge} \times \text{Schussdichte};\ \text{Schussgarn} = \text{Schüsse} \times \text{Webbreite} \times \left(1 + \text{Einwebung Schuss}\right)

Beispiel: Ein Webstück von 50 cm Breite und 200 cm Länge mit 6 Fäden pro cm in Kette und Schuss: 300 Kettfäden, jeder 200 × 1,1 + 70 = 290 cm lang, ergeben 870 m Kettgarn. 1200 Schüsse zu je 55 cm brauchen 660 m Schussgarn. Zusammen sind das 1530 m, bei 400 m pro 100 g also 382,5 g Garn.

Garn einkaufen und Webstück planen

Der Schussbedarf hängt von der Schussdichte und der Webbreite ab. Jeder Schuss läuft einmal über die volle Breite und wird ebenfalls eingewebt, weil er sich um die Kettfäden legt. Für den Schuss setzen Sie daher ebenfalls eine Einwebung an, bei normaler Leinwandbindung um 10 Prozent. Bei schussbetonten Bindungen und Bildweberei ist der Anteil höher, weil der Schuss dicht angeschlagen wird.

Für den Einkauf rechnet der Rechner die Meter über die Lauflänge in Gramm um. Die Lauflänge steht auf der Banderole, oft als Meter pro 50 oder 100 Gramm oder als Nummer metrisch, Nm. Nm 8 bedeutet zum Beispiel 8 Meter pro Gramm, also 800 Meter pro 100 Gramm. Verwenden Sie für Kette und Schuss unterschiedliche Garne, rechnen Sie die beiden Mengen getrennt mit der jeweiligen Lauflänge um.

Kaufen Sie etwa 10 Prozent mehr Garn, als der Rechner ausgibt. Die Reserve deckt Randfäden, Probeschüsse, Knoten und gerissene Fäden ab, und Garn aus einem anderen Färbelos weicht oft sichtbar in der Farbe ab. Für Fransen an Schals und Tüchern ist der Anknüpfverlust oft schon ausreichend, für lange Fransen planen Sie zusätzliche Länge ein.

Wenn Sie mehrere Stücke auf einer Kette weben, etwa Geschirrtücher, addieren Sie die Längen und einige Zentimeter Abstand zwischen den Stücken und rechnen den Anknüpfverlust nur einmal. Das spart Garn und Aufbauzeit. Die Lauflänge eines unbekannten Garns ermitteln Sie mit dem Garn-Lauflänge-Rechner, den Bedarf für Strickprojekte mit dem Garnbedarf-Rechner.

Tipps und typische Fehler

Webprojekte planen.

  • Reserve: 10 Prozent.
  • Färbelos: Gleich kaufen.
  • Verlust: Einmal messen.
  • Probe: Musterstück weben.

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Häufige Fragen

Wie berechne ich die Zahl der Kettfäden?

Webbreite in cm mal Kettdichte in Fäden pro cm, also zum Beispiel 50 × 6 = 300 Fäden.

Wie viel Zugabe brauche ich für die Einwebung?

In der Handweberei meist 10 bis 15 Prozent der Webstücklänge für Einwebung und Schrumpf.

Was ist der Anknüpfverlust beim Weben?

Das nicht verwebbare Kettstück am Anfang und Ende, je nach Webstuhl etwa 30 bis 90 cm.

Wie berechne ich die Kettdichte aus dem Webblatt?

Blattdichte in Rohren pro cm mal Fäden pro Rohr ergibt die Kettfäden pro cm.

Welches Garn eignet sich für die Kette?

Glattes, reißfestes Garn wie gezwirnte Baumwolle oder Leinen, weil die Kette Zug und Reibung aushalten muss.

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