Haushalt & Energie

Heizungsfüllwasser nach VDI 2035 berechnen

Geben Sie Heizleistung, Wasserinhalt der Anlage und die Härte Ihres Leitungswassers ein. Der Rechner ermittelt den Richtwert nach VDI 2035 und wie viel enthärtetes Wasser Sie zum Befüllen brauchen.

Heizungsanlage und Wasser
Bei nur einem Wärmeerzeuger gleich der Gesamtleistung.
Inklusive Pufferspeicher, Heizkörper und Rohrleitungen.
Beim Wasserversorger erfragen.
0 = Richtwert aus VDI 2035 verwenden.
Herstellerangabe der Patrone.
Ergebnis

Warum das Füllwasser begrenzt ist

Hartes Leitungswasser enthält Calcium- und Magnesiumverbindungen. Beim Erhitzen fallen sie als Kalk aus und setzen sich bevorzugt an den heißesten Stellen ab, also im Wärmetauscher des Kessels oder der Wärmepumpe. Schon eine dünne Kalkschicht verschlechtert den Wärmeübergang, kann zu Überhitzung, Geräuschen und Schäden führen. Die Richtlinie VDI 2035 Blatt 1 gibt deshalb Richtwerte für die Härte des Füll- und Ergänzungswassers vor.

Die zulässige Härte hängt von zwei Größen ab: der Gesamtheizleistung und dem spezifischen Anlagenvolumen in Litern je Kilowatt. Je mehr Wasser im Verhältnis zur Leistung im System ist, desto mehr Kalk gelangt mit der Füllung hinein und desto strenger ist der Richtwert. Bei mehreren Wärmeerzeugern wird mit der kleinsten Einzelleistung gerechnet.

Bei kleinen Anlagen bis 50 kW mit wenig Wasser stellt die Richtlinie keine Anforderung. Ab 20 l/kW gelten 16,8 °dH, über 40 l/kW unter 0,3 °dH. Für Geräte mit sehr kleinem Wasserinhalt wie Umlaufwasserheizer sind die Werte strenger.

spezifisches Volumen=Anlagenvolumenkleinste Einzelheizleistung; Anteil entha¨rtet=1−RichtwertLeitungswasserha¨rte; Kartuschen=entha¨rtete Liter⋅Ha¨rteKapazita¨t\text{spezifisches Volumen} = \frac{\text{Anlagenvolumen}}{\text{kleinste Einzelheizleistung}};\ \text{Anteil enthärtet} = 1 - \frac{\text{Richtwert}}{\text{Leitungswasserhärte}};\ \text{Kartuschen} = \frac{\text{enthärtete Liter} \cdot \text{Härte}}{\text{Kapazität}}

Beispiel: Anlage mit 20 kW und 600 Litern Wasserinhalt: 600 ÷ 20 = 30 l/kW, Richtwert 16,8 °dH. Das Leitungswasser hat 20 °dH. Anteil enthärtetes Wasser 1 − 16,8 ÷ 20 = 16 Prozent, also 96 Liter enthärtet und 504 Liter Leitungswasser. Bei 5.000 l × °dH Kapazität reicht eine Kartusche (96 × 20 = 1.920).

Befüllen in der Praxis

Gemessen wird die Wasserhärte in Grad deutscher Härte oder als Summe der Erdalkalien in mmol/l. Ein mmol/l entspricht 5,6 °dH. Die Härte Ihres Trinkwassers nennt der Wasserversorger, meist auch auf seiner Internetseite.

Viele Hersteller empfehlen heute, moderne Anlagen grundsätzlich mit vollentsalztem Wasser zu befüllen, weil es auch den Salzgehalt und damit die Korrosion senkt. Bei Anlagen mit Aluminium-Wärmetauschern ist zusätzlich der pH-Wert wichtig; dort ist Vollenthärtung allein nicht immer empfohlen. Tragen Sie einen strengeren Herstellerwert im Feld für den eigenen Grenzwert ein.

Füll- und Ergänzungsmengen sollten im Anlagenbuch dokumentiert werden. Häufiges Nachfüllen ist ein Hinweis auf eine Undichtigkeit und bringt mit jeder Füllung neuen Kalk ins System. Ein Wasserzähler in der Füllleitung hilft bei der Kontrolle.

Herstellerangaben und Normen haben Vorrang. Die Garantie vieler Wärmeerzeuger setzt die Einhaltung der Herstellervorgaben voraus. Die Härte von Trinkwasser rechnet der Wasserhärte-Rechner um, eine Enthärtungsanlage für das ganze Haus plant der Enthärtungsanlagen-Rechner.

Tipps und typische Fehler

Kalk vermeiden.

  • Härte: Beim Versorger erfragen.
  • Volumen: Puffer mitzählen.
  • Anlagenbuch: Füllmengen notieren.
  • Hersteller: Vorgaben beachten.

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Häufige Fragen

Welche Wasserhärte darf ins Heizungswasser?

Das hängt von Heizleistung und spezifischem Volumen ab, oft 16,8 °dH oder weniger.

Was ist das spezifische Anlagenvolumen?

Der Wasserinhalt der Anlage geteilt durch die kleinste Einzelheizleistung.

Wie viele Kartuschen brauche ich?

Enthärtete Liter mal Härte geteilt durch die Kapazität der Kartusche.

Darf ich die Heizung mit Leitungswasser nachfüllen?

Nur wenn die Härte den Richtwert nicht überschreitet, sonst aufbereiten.

Was ist vollentsalztes Wasser?

Wasser, dem fast alle gelösten Salze entzogen wurden, nicht nur die Härtebildner.

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