Was ist die VAM?
VAM steht für das italienische velocità ascensionale media, die mittlere Steiggeschwindigkeit. Sie gibt an, wie viele Höhenmeter ein Fahrer pro Stunde gewinnt. Der Sportmediziner Michele Ferrari machte die Kennzahl in den 1990er-Jahren im Radsport bekannt. Heute zeigen viele Radcomputer und Trainingsportale sie automatisch an.
Der Vorteil: Die VAM hängt kaum vom Wind und nur wenig vom Material ab, weil am Berg vor allem das Körpergewicht gegen die Schwerkraft gehoben wird. Damit lassen sich Leistungen an verschiedenen Anstiegen gut vergleichen. Freizeitfahrer erreichen oft 600 bis 1.000 Meter pro Stunde, Profis an langen Pässen 1.600 bis 1.800.
Aus der VAM und der Steigung schätzt der Rechner die Leistung pro Kilogramm nach der Formel von Ferrari. Zusätzlich zeigt er die reine Hubleistung, also die Leistung, die nur zum Anheben des Körpergewichts nötig ist. Die tatsächliche Leistung liegt höher, weil Rollwiderstand, Luftwiderstand und das Gewicht des Rads hinzukommen.
VAM richtig einordnen
Die Schätzformel von Ferrari gilt für typische Passstraßen mit etwa 5 bis 12 Prozent Steigung. Bei flacheren Anstiegen wird der Luftwiderstand wichtiger, und die Formel liegt daneben. Bei sehr steilen Rampen steigt der Faktor schnell an. Für genaue Werte ist ein Leistungsmesser am Rad zuverlässiger als jede Schätzung.
Messen Sie Höhenmeter möglichst mit barometrischer Höhenmessung oder nehmen Sie die Angaben aus offiziellen Segmenten. GPS-Höhen schwanken stark und können die VAM verfälschen. Wichtig ist auch, dass der Anstieg durchgehend bergauf führt; Zwischenabfahrten senken die Durchschnittswerte.
Zum Einordnen: Eine VAM von 1.000 m/h entspricht an einem Anstieg mit acht Prozent etwa 3,6 W/kg. Das ist für ambitionierte Hobbyfahrer ein guter Wert. Werte über 1.700 m/h über eine halbe Stunde gelten selbst im Profiradsport als außergewöhnlich und wurden in der Vergangenheit oft im Zusammenhang mit Doping diskutiert.
Auch im Bergsport ist die Steiggeschwindigkeit ein Maß. Wanderer schaffen im Mittel 300 bis 400 Höhenmeter pro Stunde, trainierte Bergläufer deutlich mehr. Die Leistungsschätzung nach Ferrari gilt dort nicht, die Hubleistung lässt sich aber auch zu Fuß sinnvoll berechnen. Vor intensiver Belastung am Berg ist bei Vorerkrankungen ärztlicher Rat sinnvoll.
Tipps und typische Fehler
Anstiege vergleichen.
- Höhenmeter: Barometrisch messen.
- Steigung: 5 bis 12 Prozent ideal.
- Durchgehend: Ohne Abfahrten.
- Leistungsmesser: Genauer.
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Häufige Fragen
Was ist eine gute VAM?
Hobbyfahrer liegen oft bei 600 bis 1.000 m/h, Profis an langen Pässen bei 1.600 bis 1.800 m/h.
Wofür steht VAM?
Für velocità ascensionale media, die mittlere Steiggeschwindigkeit in Höhenmetern pro Stunde.
Wie genau ist die Watt-Schätzung?
Sie ist eine Näherung für Steigungen von etwa 5 bis 12 Prozent; ein Leistungsmesser ist genauer.
Wie berechne ich Watt aus der VAM?
Näherungsweise mit VAM geteilt durch (2 plus Steigung durch 10) mal 100.
Warum ist die VAM am Berg aussagekräftig?
Weil dort vor allem Gewicht gehoben wird und der Wind wenig zählt.
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