Was der Satzspiegel ist und wie er konstruiert wird
Der Satzspiegel ist die Fläche einer Buchseite, auf der Text und Bilder stehen. Um ihn herum liegen die Stege: der Bundsteg zur Bindung hin, der Kopfsteg oben, der Außensteg am äußeren Rand und der Fußsteg unten. Ihr Verhältnis zueinander bestimmt, ob eine Seite ruhig und ausgewogen wirkt. In der Doppelseite sollen die beiden Satzspiegel als Einheit erscheinen, deshalb sind die Bundstege schmaler als die Außenstege.
Die bekannteste Konstruktion ist die Neunerteilung. Die Seite wird waagerecht und senkrecht in neun gleiche Teile geteilt. Der Bundsteg erhält ein Neuntel der Breite, der Außensteg zwei Neuntel, der Kopfsteg ein Neuntel der Höhe und der Fußsteg zwei Neuntel. Der Textblock hat damit dieselben Proportionen wie die Seite und nimmt vier Neuntel ihrer Fläche ein.
Dieselben Maße liefern die geometrischen Konstruktionen mit Diagonalen, die Jan Tschichold in seinen Studien zu mittelalterlichen Handschriften beschrieben hat: die Villardsche Figur und der Kanon nach Van de Graaf. Sie kommen ohne Messen aus und funktionieren für jedes Seitenformat. Die Zwölferteilung folgt dem gleichen Prinzip mit schmaleren Rändern und ergibt einen größeren Satzspiegel.
Satzspiegel in der Praxis anpassen
Klassische Konstruktionen erzeugen großzügige Ränder, die bei Romanen und bibliophilen Ausgaben gut wirken. Für Sachbücher, Schulbücher oder Zeitschriften sind sie oft zu verschwenderisch, weil Papier und Seitenzahl Kosten verursachen. Hier hilft die Zwölferteilung oder die Wahl eigener Verhältnisse mit einem höheren Breitenanteil. Das Verhältnis 2 : 3 : 4 : 6 für Bund, Kopf, Außen und Fuß bleibt dabei ein bewährter Ausgangspunkt.
Bei gebundenen Büchern verschwindet ein Teil des Bundstegs in der Bindung. Klebebindung und dicke Bücher brauchen einen Zuschlag von einigen Millimetern, damit der Text nicht in den Falz läuft. Den Zuschlag addieren Sie zum Bundsteg und ziehen ihn von der Satzspiegelbreite ab. Die Buchrückenstärke beeinflusst, wie viel nötig ist.
Die Höhe des Satzspiegels sollte zur Zeilenhöhe passen, damit eine ganze Zahl von Zeilen hineinpasst und die Zeilen auf Vorder- und Rückseite registerhaltig stehen. Teilen Sie die berechnete Höhe durch den Zeilenabstand und runden Sie auf eine ganze Zeilenzahl ab; den Rest verteilen Sie auf Kopf- und Fußsteg. Kolumnentitel und Seitenzahlen stehen üblicherweise außerhalb des Satzspiegels in den Stegen.
Für den Druck legen Sie das Dokument im Endformat an und ergänzen rundum den Beschnitt, meist 3 mm. Die Stege werden ab dem beschnittenen Format gemessen. Bildelemente, die bis zum Rand reichen sollen, ragen in den Beschnitt hinein.
Tipps und typische Fehler
Seiten gestalten.
- Zeilen: Registerhaltig.
- Bund: Zuschlag geben.
- Beschnitt: 3 mm rundum.
- Probe: Ausdruck prüfen.
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Häufige Fragen
Was ist ein Satzspiegel?
Die Fläche einer Seite, die Text und Bilder aufnimmt, ohne die umgebenden Ränder (Stege).
Wie funktioniert die Neunerteilung?
Die Seite wird in 9 × 9 Felder geteilt; Bund und Kopf erhalten ein Feld, Außen und Fuß zwei.
Warum ist der Bundsteg kleiner als der Außensteg?
Damit die beiden Satzspiegel einer Doppelseite optisch als Einheit wirken.
Was ist der Goldene Kanon?
Eine historische Seitenkonstruktion, die mit Diagonalen einen Textblock in den Proportionen der Seite festlegt.
Wie groß sollte der Bundsteg bei Klebebindung sein?
Etwas größer als berechnet, je nach Buchdicke einige Millimeter Zuschlag.
- Satzspiegel berechnen
- Neunerteilung
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- Seitenränder Buch berechnen
- Bundsteg Außensteg
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