Chemie & Biologie

Löslichkeit und Löslichkeitsprodukt berechnen

Wählen Sie den Salztyp, etwa AB wie Silberchlorid oder AB₂ wie Calciumfluorid. Geben Sie das Löslichkeitsprodukt als Zahl mal Zehnerpotenz ein oder die gemessene Löslichkeit in g/l.

Ihr Salz
Bei 1,8 · 10⁻¹⁰ also 1,8. Tabellenwert, Stand prüfen.
Bei 1,8 · 10⁻¹⁰ also −10.
Nur für die Rechenart Löslichkeit → Ksp.
AgCl 143,32; CaF₂ 78,07; BaSO₄ 233,39.
Ergebnis

Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.

Wie viel Salz löst sich wirklich?

Auch schwer lösliche Salze wie Silberchlorid oder Bariumsulfat lösen sich in Wasser zu einem winzigen Teil. In der gesättigten Lösung stellt sich ein Gleichgewicht zwischen Bodenkörper und gelösten Ionen ein. Das Produkt der Ionenkonzentrationen, jeweils mit ihrem stöchiometrischen Faktor potenziert, ist bei gegebener Temperatur konstant und heißt Löslichkeitsprodukt Ksp.

Aus Ksp lässt sich die Löslichkeit L direkt berechnen, wenn das Salz in reinem Wasser gelöst wird. Für ein Salz vom Typ AB gilt Ksp = L², für AB₂ gilt Ksp = L · (2L)² = 4L³. Der Rechner kennt sieben Salztypen und löst die Gleichung allgemein. Umgekehrt ermittelt er aus einer gemessenen Löslichkeit in g/l das Löslichkeitsprodukt.

Weil die Zahlen sehr klein sind, geben Sie Ksp als Zahl und Exponent ein. Die Ergebnisse erscheinen in mol/l als Zehnerpotenz sowie in mmol/l und mg/l, dazu die Konzentrationen von Kationen und Anionen in der gesättigten Lösung und der pKsp-Wert.

A ₓ B ᵧ: Ksp=(x⋅L) ˣ⋅(y⋅L) ʸ=x ˣ⋅y ʸ⋅L ˣ+ ʸ; L=(Kspx ˣ⋅y ʸ)1x+yA\,ₓ\,B\,ᵧ:\ \text{Ksp} = \left(x \cdot L\right)\,ˣ \cdot \left(y \cdot L\right)\,ʸ = x\,ˣ \cdot y\,ʸ \cdot L\,ˣ^{+}\,ʸ;\ L = \left(\frac{\text{Ksp}}{x\,ˣ \cdot y\,ʸ}\right)^{\frac{1}{x + y}}

Beispiel: Silberchlorid hat bei 25 °C ein Ksp von etwa 1,8 · 10⁻¹⁰. Mit Typ AB ist L = √(1,8 · 10⁻¹⁰) = 1,34 · 10⁻⁵ mol/l oder 0,013416 mmol/l. Mit 143,32 g/mol ergibt das 1,9228 mg/l, pKsp = 9,74. Zum Vergleich Calciumfluorid (AB₂) mit Ksp = 3,9 · 10⁻¹¹: L = ∛(3,9 · 10⁻¹¹ ÷ 4) = 0,2136 mmol/l, mit 78,07 g/mol 16,68 mg/l.

Grenzen der einfachen Rechnung

Ein kleineres Löslichkeitsprodukt bedeutet nicht automatisch eine geringere Löslichkeit, wenn die Salztypen verschieden sind. Calciumfluorid hat einen kleineren Ksp als Silberchlorid, löst sich aber in mol/l besser, weil bei AB₂ die dritte Wurzel statt der Quadratwurzel gezogen wird. Vergleichen Sie deshalb immer die berechneten Löslichkeiten, nicht die Ksp-Werte.

Tabellenwerte für Ksp unterscheiden sich je nach Quelle, Messmethode und Temperatur teils um eine Zehnerpotenz. Für Silberchlorid finden sich Angaben zwischen 1,6 und 1,8 · 10⁻¹⁰. Übernehmen Sie den Wert aus der Tabelle, mit der Ihr Kurs oder Ihre Vorschrift arbeitet, und prüfen Sie die Bezugstemperatur. Die Voreinstellung ist nur ein Beispiel.

In realen Lösungen ändern weitere Effekte das Ergebnis. Ein gleichioniger Zusatz, etwa Chlorid aus Kochsalz, drückt die Löslichkeit von Silberchlorid stark. Fremde Salze erhöhen dagegen über die Ionenstärke die Löslichkeit leicht. Hydrolyse von Anionen wie Sulfid, Carbonat oder Phosphat und die Bildung von Komplexen können die Löslichkeit um Größenordnungen anheben.

In der Analytik nutzt man das Löslichkeitsprodukt für Fällungsreaktionen und die gravimetrische Bestimmung. Eine Fällung beginnt, sobald das Ionenprodukt den Ksp-Wert überschreitet. Bei der Argentometrie nach Mohr wird so erklärt, warum zuerst Silberchlorid und erst danach rotes Silberchromat ausfällt.

Tipps und typische Fehler

Fällungen verstehen.

  • Salztyp: Richtig wählen.
  • Exponent: Mit Vorzeichen.
  • Vergleich: Über Löslichkeit.
  • Tabelle: Quelle prüfen.

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Häufige Fragen

Wie berechne ich die Löslichkeit aus dem Löslichkeitsprodukt?

Bei AB: Wurzel aus Ksp; bei AB₂: dritte Wurzel aus Ksp ÷ 4.

Was bedeutet pKsp?

Den negativen dekadischen Logarithmus des Löslichkeitsprodukts.

Warum sinkt die Löslichkeit bei Zusatz eines gleichen Ions?

Das Ionenprodukt muss Ksp entsprechen, daher löst sich weniger Salz.

Ab wann fällt ein Salz aus?

Sobald das Ionenprodukt das Löslichkeitsprodukt übersteigt.

Hängt das Löslichkeitsprodukt von der Temperatur ab?

Ja, Tabellenwerte gelten meist für 25 °C.

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