Wie schnell geht es durch die Kurve?
In einer Kurve braucht ein Fahrzeug eine Kraft, die es zur Kurvenmitte zieht. Diese Zentripetalkraft liefern die Reifen über die Haftreibung, unterstützt von der Querneigung der Fahrbahn. Wird die nötige Kraft größer als das, was Reibung und Neigung hergeben, rutscht das Fahrzeug nach außen. Die Geschwindigkeit, bei der das passiert, nennt man Grenzgeschwindigkeit.
Sie wächst mit der Wurzel aus Radius und Reibwert. Eine doppelt so weite Kurve erlaubt also nicht das doppelte, sondern rund das 1,4-Fache Tempo. Umgekehrt halbiert sich die Grenzgeschwindigkeit nicht ganz, wenn die Fahrbahn vereist, sie fällt aber dramatisch: Auf Eis bleibt in derselben Kurve nur noch gut ein Drittel des Tempos, das trocken möglich wäre.
Die Reibwerte in der Auswahl sind gerundete Richtwerte für Pkw-Reifen auf Asphalt, wie sie in Lehrbüchern der Fahrdynamik genannt werden. Die tatsächlichen Werte schwanken je nach Reifen, Profil, Temperatur und Belag erheblich. Deshalb können Sie einen eigenen Reibwert eintragen. Der Rechner zeigt immer auch den Vergleich für trockene und nasse Fahrbahn sowie Eis bei derselben Kurve.
Was die Grenzgeschwindigkeit bedeutet
Die berechnete Geschwindigkeit ist keine Empfehlung, sondern die Grenze, an der die Haftung abreißt. Dort gibt es keinerlei Reserve für Bremsen, Lenkkorrekturen, Bodenwellen oder Laub. Wer sie ausnutzt, fährt am Limit. Im Straßenverkehr gelten außerdem die zulässige Höchstgeschwindigkeit und das Gebot, nur so schnell zu fahren, dass innerhalb der überschaubaren Strecke angehalten werden kann.
Straßenplaner rechnen deshalb mit deutlich niedrigeren Reibwerten. Die Richtlinien für die Anlage von Straßen nutzen nur einen Teil der möglichen Querreibung, damit auch bei Nässe und mit abgefahrenen Reifen genug Reserve bleibt. Daraus ergeben sich die Mindestradien je Entwurfsgeschwindigkeit. Eine Kurve, die laut Rechner 103 km/h zulässt, kann deshalb völlig zu Recht auf 70 km/h beschildert sein.
Für Zweiräder gilt dieselbe Physik, nur legt sich das Motorrad in die Kurve. Die Schräglage ergibt sich aus dem Arkustangens von Querbeschleunigung durch g. Bei 8,26 m/s² wären das rund 40 Grad, was bei Straßenreifen schon nahe an der Grenze liegt. Für Fahrräder und Transporter mit hohem Schwerpunkt kann außerdem Kippen vor dem Rutschen eintreten.
Nutzen Sie den Rechner zum Verständnis, etwa in der Fahrschule, im Physikunterricht oder bei der Rekonstruktion eines Unfalls. Den Bremsweg bei gegebener Geschwindigkeit berechnet der Bremsweg-Rechner, die Ausgangsgeschwindigkeit aus einer Bremsspur der Bremsspur-Rechner, die Haftreibung allgemein der Reibung-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Kurven verstehen.
- Radius: Wirkt mit der Wurzel.
- Nässe: Deutlich weniger Grip.
- Reserve: Nie am Limit fahren.
- Neigung: Hilft etwas mit.
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Häufige Fragen
Wie berechne ich die maximale Kurvengeschwindigkeit?
Mit v gleich Wurzel aus g mal Radius mal Reibwert, ergänzt um den Einfluss der Querneigung.
Wie stark wirkt sich Glätte aus?
Auf Eis mit μ 0,1 sinkt die Grenze auf rund ein Drittel des Werts bei trockener Straße.
Darf ich so schnell fahren, wie der Rechner zeigt?
Nein, das ist die Haftgrenze ohne Reserve; es gelten StVO und Beschilderung.
Warum ist die Kurve trotz Rechnung langsamer beschildert?
Straßenplaner nutzen nur einen Teil der Haftung, damit Reserve bleibt.
Wie groß ist die Schräglage beim Motorrad?
Etwa Arkustangens aus Querbeschleunigung durch g.
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Rechtlicher Hinweis: Die Werte sind Richtwerte. Maßgeblich sind Ihre Fahrzeugpapiere, Verträge und die Angaben der Hersteller und Behörden.
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