Auto & Mobilität

Ausgangsgeschwindigkeit aus der Bremsspur

Geben Sie die Länge der Bremsspur, den Fahrbahnzustand und gegebenenfalls die Restgeschwindigkeit am Ende der Spur ein. Der Rechner schätzt, wie schnell das Fahrzeug zu Beginn der Bremsung war.

Spur und Fahrbahn
Nur bei der Auswahl Eigene Verzögerung verwendet.
0, wenn das Fahrzeug am Spurende stand; sonst etwa die Kollisionsgeschwindigkeit.
Ergebnis

Wie schnell war das Fahrzeug?

Eine Bremsspur entsteht, wenn Räder bei einer Vollbremsung blockieren oder kurz davor stehen und der Gummi über den Asphalt radiert. Ihre Länge verrät, wie viel Bewegungsenergie das Fahrzeug abgebaut hat. Ist die Verzögerung bekannt, lässt sich daraus die Geschwindigkeit zu Beginn der Spur berechnen. Das ist eine der ältesten Methoden der Unfallrekonstruktion.

Grundlage ist die Bewegungsgleichung für gleichmäßige Verzögerung: Das Quadrat der Anfangsgeschwindigkeit ist gleich dem Quadrat der Endgeschwindigkeit plus zweimal Verzögerung mal Weg. Stand das Fahrzeug am Ende der Spur, entfällt die Endgeschwindigkeit. Endet die Spur an einem Hindernis, tragen Sie die geschätzte Restgeschwindigkeit ein.

Die größte Unsicherheit steckt in der Verzögerung. Die Werte in der Auswahl sind mittlere Erfahrungswerte für Pkw aus der Unfallanalyse. Je nach Reifen, Belag und Temperatur liegt die tatsächliche Verzögerung oft einen Meter pro Sekunde zum Quadrat darüber oder darunter. Der Rechner zeigt deshalb eine untere und eine obere Schätzung, die diese Spanne abbilden.

v₀ = √(v_e² + 2 × a × s); v in m/s, Ergebnis × 3,6 = km/h; Reaktionsweg = v₀ × Reaktionszeit

Beispiel: 25 m Bremsspur auf trockenem Asphalt mit 7,5 m/s², Fahrzeug stand am Ende: v₀ = √(2 × 7,5 × 25) = 19,36 m/s, das sind 69,7 km/h. Mit 6,5 m/s² ergeben sich 64,9 km/h, mit 8,5 m/s² 74,2 km/h. Bei einer Sekunde Reaktionszeit legte das Fahrzeug vorher 19,4 m zurück, ab Gefahrerkennung also 44,4 m.

Grenzen der Spurauswertung

Die Spur bildet nur die Phase der vollen Verzögerung ab. Zwischen dem Tritt auf das Pedal und dem Blockieren vergeht die Bremsschwellzeit von etwa 0,2 Sekunden, in der das Fahrzeug fast ungebremst weiterrollt und keine Spur hinterlässt. Die tatsächliche Ausgangsgeschwindigkeit lag deshalb meist ein wenig über dem berechneten Wert. Der Rechner gibt also eher eine Untergrenze.

Moderne Autos mit ABS blockieren nicht. Sie hinterlassen allenfalls schwache, unterbrochene Regelspuren, die schwer zu vermessen sind. Dafür verzögern sie oft stärker als mit blockierten Rädern. Bei ABS-Fahrzeugen lohnt sich daher ein Blick auf die obere Schätzung. Motorräder, Lkw und Gespanne verzögern meist schwächer als ein Pkw; hier ist ein eigener Wert sinnvoll.

Auch die Messung selbst ist fehleranfällig. Messen Sie bei versetzten Spuren den längeren Abschnitt des Vorderrads und ziehen Sie den Radstand ab, wenn Vorder- und Hinterrad getrennte Spuren ziehen und Sie die gesamte Strecke vom ersten bis zum letzten Gummiabrieb erfasst haben. Gefälle verlängert die Spur, Steigung verkürzt sie.

Der Rechner dient dem Verständnis und einer ersten Einschätzung. Er ersetzt kein Unfallgutachten und ist keine Rechtsberatung; in Straf- oder Haftungsfragen bewerten Sachverständige die Spuren mit Messtechnik, Fahrzeugdaten und Fotos. Den Anhalteweg für eine gegebene Geschwindigkeit zeigt der Bremsweg-Rechner, die Reaktionszeit lässt sich mit dem Reaktionszeit-Rechner testen.

Tipps und typische Fehler

Spuren richtig lesen.

  • Messen: Längste Spur nehmen.
  • Spanne: Beide Schätzungen ansehen.
  • Gefälle: Verlängert die Spur.
  • Gutachten: Bei Rechtsfragen.

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Häufige Fragen

Wie berechne ich die Geschwindigkeit aus der Bremsspur?

Mit v gleich Wurzel aus zweimal Verzögerung mal Spurlänge, in km/h mal 3,6.

Welche Verzögerung gilt auf trockener Straße?

Bei Pkw meist 7 bis 8 m/s², auf Nässe 5 bis 6, auf Schnee und Eis deutlich weniger.

Warum ist das Ergebnis eher zu niedrig?

Weil die Bremsschwellzeit vor dem Blockieren keine Spur hinterlässt.

Hinterlassen Autos mit ABS eine Bremsspur?

Meist nur schwache, unterbrochene Regelspuren.

Wie genau ist die Rechnung?

Die Verzögerung schwankt um etwa 1 m/s², daher die Spanne.

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